2005-05-31

Unter Beobachtung

Heute wurde es zum ersten Mal so richtig ernst. Ich hatte meinen ersten Unterrichtsbesuch von meinem Fachleiter Informatik. Dieser und weitere Besuche werden die Grundlage für seine Beurteilung meiner Leistung bilden, und dadurch mitentscheiden, ob ich in knapp zwei Jahren Lehrer werde oder nicht. Im grossen und ganzen ist die Doppelstunde in meinem Leistungskurs passabel verlaufen. Nur leider waren meine Schüler zu gut für mich. Sie sollten sich mit einem Problem beschäftigen, für das ich mir zwei Lösungen überlegt hatte: Eine einfache und eine kompliziertere. Ich war ziemlich sicher, dass sie zunächst die einfache Lösung finden würden, und wir hätten dann den anderen Ansatz im weiteren Verlauf der Stunde erarbeitet. Ich war ganz schön baff, als sofort und zielstrebig die komplizierte Lösung vorgeschlagen wurde und innerhalb weniger Minuten fast vollständig ausgearbeitet war. Ich musste mich echt anstrengen, nicht zu verdutzt zu gucken. Irgendwie haben wir es dann aber doch geschafft, fast die gesamte restliche Zeit mit sinnvoller Arbeit zu füllen. Die Schüler waren heute aber auch ausnehmend kooperativ, noch mehr, als sie es ohnehin schon sind. In der anschliessenden Besprechung meinte mein Fachleiter, ich hätte mich dadurch schon richtig professionell verhalten, dass ich mich zurückgehalten habe und die Schüler Ideen und Vorschläge untereinander besprechen konnten. Aber es gab natürlich auch viele Dinge, an denen ich noch arbeiten muss, angefangen bei der Auswahl von Themen und Methoden, über geeigneten Einsatz von Medien, bis hin zu meinem Auftreten (ja, ich weiss, dass ich undeutlich und zu schnell spreche!). Aber die positive Rückmeldung hat mich erstmal etwas beruhigt. Und weil's soviel Spass gemacht hat, habe ich nächsten Montag gleich den nächsten Unterrichtsbesuch, diesmal im Fach Mathematik. Ich hoffe, es gilt die alte Weisheit (Achtung: RealMedia)...

2005-05-21

Neues Spiel, neues Glück

Zunächst: Herzlich willkommen Vella, die jetzt ihr eigenes Blog hat. In der vorletzten Woche habe ich zwei Mathe-Veranstaltungen abgeschlossen und mir zwei neue Lerngruppen gesucht. In einer achten Klasse habe ich bisher ein paar Mal beim Bruchrechnen zugesehen, in einer neunten Klasse bin ich relativ schnell bei Wahrscheinlichkeitsrechnung mit eigenem Unterricht eingestiegen. Ich denke, es liegt vor allem an diesem Thema, dass mir die Arbeit im Augenblick leichter fällt als im vorherigen Mathe-Kurs. Naja, am Freitag in der sechsten Stunde war zwar kaum Ruhe in den Haufen zu bringen, aber das kann man der Klasse nicht wirklich übel nehmen. Ich konnte den Gong zum Wochenende ja auch kaum erwarten. Die spannenden Sachen passieren in den nächsten Wochen: Zunächst lasse ich in Informatik eine Klausur schreiben, bei der ich zum Teil die Aufgaben selber erstellen durfte. Ich bin mal gespannt, ob ich meine Leute über- oder unterfordere. Vor allem merke ich dann, ob die Schüler bei mir was gelernt haben. Und dann habe ich Ende Mai den ersten Unterrichtsbesuch. Mein Informatik-Fachleiter und meine Hauptseminarleiterin schauen sich eine Doppelstunde Unterricht bei mir an, um mich anschließend auf all die kleinen und großen Fehler hinzuweisen, die ich dabei gemacht habe (um mal den Begriff "in die Pfanne hauen" zu vermeiden). Das Prozedere wird sich dann im Verlauf der Ausbildung noch einige Male wiederholen und letztendlich einen Teil der Abschlussnote ausmachen. Die Idee ist, dass es immer weniger zu kritisieren gibt und man so langsam den Lehrer im Referendar erkennen kann. Das wird ein Spass... Und die ersten "Verluste" sind auch schon zu beklagen. Ein Kollege aus meinem Hauptseminar, ebenfalls Quereinsteiger, fühlte sich wohl vor allem durch das zweite Fach, das uns ja relativ willkürlich aufgedrückt wurde, überfordert. Er hat leider den Dienst quittiert, was ich irgendwo auch nachvollziehen kann. Ich meine, was qualifiziert mich denn, Mathematik zu unterrichten?

2005-05-04

Stochern im Nebel

Ein Mit-Referendar, der ein Jahr weiter ist, meinte neulich, dass wir gerade die mieseste Phase unserer ganzen Ausbildung durchmachen. Nach den Sommerferien, wenn wir BdU (Bedarfsdeckenden Unterricht, also eigenen, echten Unterricht ohne Begleitung) machen müssen, würde das alles besser werden. Das kann ich nur hoffen... Im Augenblick hangele ich mich von Stunde zu Stunde, ohne in den einzelnen Fächern einen besonders guten Überblick zu haben. Ich weiss nicht, welche Dinge die Schüler schon wissen (müssten), oder in welcher Zeit welche Lernziele erreicht werden sollen. Die Inhalte in Informatik und Mathematik kenne ich zwar "im Prinzip", aber um fundierten Unterricht darüber machen zu können, bräuchte ich viel mehr Einarbeitungszeit. Didaktische Konzepte für die einelnen Theme kenne ich nicht, und sie werden mir nur recht bruchstückhaft von den Fachlehrern zur Verfügung gestellt. Wer mich kennt weiss, dass das so überhaupt nicht meiner Art zu arbeiten entspricht. Aber es wäre noch viel zu früh, jetzt schon zu resignieren. Ich hatte ja noch nicht einmal Gelegenheit, irgendjemandem LaTeX statt Word beizubringen. Die Chance warte ich auf alle Fälle noch ab.

2005-04-24

neulich in Bielefeld: Nachtansichten 2005

Siehe auch meinen Bericht zu den Nachtansichten 2006! Am letzten Samstag fanden in Bielefeld zum vierten Mal die "Nachtansichten" statt, bei denen Museen, Gallerien und Kirchen bis tief in die Nacht geöffnet haben und ein reichhaltiges und buntes Programm darbieten. Mit anderen Worten: Die Gelegenheit, die Kultur, die man in den letzten 364 Tagen verpasst hatet, in einer einzigen Nacht aufzuholen. Da man unmöglich alles sehen konnte (obwohl die öffentlichen Verkehrsmittel und ein extra eingerichteter Shuttle-Bus im Preis inbegriffen waren), hier die Stationen, die ich mir angesehen habe: Los ging es in Bethel. Im Künstlerhaus Lydda konnte man verschiedene Drucktechniken wie Holz- oder Linolschnitt sehen und vor allem selber ausprobieren (sobald ich die Freigabe habe, kann ich Bilder von gaaanz angestrengt arbeitenden Menschen zeigen). Die ausgestellten Werke, von denen die meisten von in Bethel betreuten Menschen angefertigt wurden, waren unglaublich faszinierend. Weiter ging es in der Süsterkirche (das ist die zwischen Radio Bielefeld und dem Limmerick). Hier war das Norddeutsche Blechbläserkollegium zu Gast. Tolle Musik, von spitzenmäßigen Instrumentalisten gespielt, und das alles in einem Raum mit genialer Akustik. Was will man mehr? Das letzte Stück trug den Titel "Wenn dein Kind dich morgen fragt...", die Losung des 30. evangelischen Kirchentags im Mai in Hannover. Dahin wird der Papst wohl keinen Abstecher machen... Danach kam für mich der absolute Tiefpunkt, obwohl es aus Sicht der Veranstalter bestimmt das Highlight war: Die Ausstellung von Not Vital in der Kunsthalle. Abgesehen davon, dass sich die Schickeria von Bielefeld hier sammelte, waren die Exponate ziemlich gewöhnungsbedürftig. Vermutlich bin ich ein zu einfach gestrickter Mensch, aber irgendwie komme ich mir von einem Haufen zertrümmerter Gips-Schädel oder einer schlichten Reihe silberner Kugeln auf dem Fußboden etwas verarscht vor. Wenn mich doch bloß jemand vor dieser Ausstellung gewarnt hätte... Danach ging es über Naturkunde-Museum und Marienkirche zur Nicolaikirche, in der indische Musik dargeboten wurde. Leider war das Orchester etwas klein (zwei Personen, Sitar und Tabla) und nicht sonderlich indisch. Trotzdem war auch diese Vorstellung wunderschön, was allerdings von einigen der (ansonsten zahlreichen) Zuschauer nicht so gesehen wurde. Einige ergriffen schon nach wenigen Minuten die Flucht, bevor die beiden Künstler auch nur halbwegs loslegen konnten. Indische Musik lehrt vor allem Geduld, eine Tugend, die uns anscheinend verloren gegangen ist. Abgeschlossen wurde der Abend dann durch einen zweiten Abstecher in die Süsterkirche, wo nun "Brass goes Pop" geboten wurde. Drei Stücke von den Beatles habe ich noch mitbekommen, die vielleicht etwas schmissiger hätten gespielt werden können. Aber das ist vollkommen egal, wenn man den Musikern anmerkt, dass sie mit Freude bei der Sache sind. Fazit: Ein rundum gelungener Abend. Da es nächstes Jahr bestimmt eine Neuauflage geben wird, kann ich allen die Teilnahme nur dringenst empfehlen.

2005-04-20

No news

... is good news. Zumindest hat man das früher mal in der PPE gelernt. Inzwischen habe ich in allen drei Klassen/Kursen den Unterricht übernommen, die Arbeit fühlt sich also schon langsam nach "Lehrer-sein" an. Ein paar Vertretungsstunden waren auch schon dabei, d.h. ich war dann mit einer Horde Schüler alleine, ohne dass ein Fachlehrer eingreifen konnte. Meine 5. Klasse, die sonst schon immer recht zappelig ist, war an dem Tag kaum zu bändigen. Da ist man richtig dankbar, dass 45 Minuten relativ schnell vorbei sind. In Informatik machen wir gerade "Logik", auch wenn die Schüler meinen, das müßte eigentlich "Unlogik" heissen. Und ich hätte nicht erwartet, nochmal den schreiend-lila Umschlag des Oberschelp/Vossen zu Gesicht zu bekommen. Ich rechne lieber nicht nach, wie viele Jahre es schon her ist, dass wir den zusammen mit Gerhard in "Informatik III" durchgenommen haben...

2005-04-08

Und sie sind gestartet...

Jetzt gibt es kein Zurück mehr, das Leben als angehender Lehrer hat endgültig begonnen. Die erste "richtige" Woche an meiner Schule in Steinheim ist um. Zunächst war das Problem zu lösen, passende Klassen oder Kurse zu finden, die man sich ansehen und in denen man irgendwann (in nicht allzu ferner Zukunft) auch selber unterrichten möchte. Ich habe mich für drei Veranstaltungen entschieden:
  • einen Leistungskurs Informatik in der 12
  • einen Grundkurs Mathematik in der 11
  • Mathematik in einer 5. Klasse
Diese ergeben zusammen 12 Wochenstunden, genau das Pensum, dass wir erreichen sollen. In diesen Lerngruppen werden ich jetzt einige Wochen bleiben, um mir anschliessend neue Opfer zu suchen. Dieses Spiel wiederholt sich dann bis zu den Sommerferien. Während ich in den ersten Tagen nur passiv als Zuhörer teilgenommen habe, habe ich heute in der 5. Klasse meine erste Unterrichtsstunde in Steinheim gehalten. Es hätte besser sein können, aber es hätte auch schlechter sein können. Die Fachlehrerin hat mir am Ende der Stunde eine sehr hilfreiche Übersicht gegeben, was ich richtig gemacht habe, und was nicht so toll war. Es sind noch etwas mehr Minus- als Pluszeichen, aber ich habe die Hoffnung, daran arbeiten zu können. Wenn man bisher nur mit (mehr oder weniger :) erwachsenen Studenten zu tun hatte, dann sind Kinder im Alter von 10-12 Jahren doch ein anderes Publikum. Man muss sich auf alles mögliche gleichzeitig konzentrieren. Während eine Schülerin die Hausaufgaben vorliest, muss man das Ergebnis kontrollieren, darauf achten, dass alle anderen aufpassen, quatschende Schüler ermahnen, Meldungen wahrnemen und entscheiden, ob und wen man drannimmt, und dann halbwegs zügig zum nächsten Punkt überleiten, damit keine Pausen entstehen. Ich gehe mal davon aus, dass man im Laufe der Zeit die nötige Routine für dieses geordnete Durcheinander entwickelt. Aber jetzt gibt's ja erstmal wieder zwei Tage der Besinnung, äh, Verzeihung -- "Reflexion". Mal schauen, wohin das Pendel am Wochenende ausschlägt: Radfahren oder Raumstationkleben...

2005-04-04

Alles Käse

Ha, jetzt habe ich endlich einen Grund! Der Käsefinder der CMA kennt 446 verschiedene Käsesorten - aber keinen, der herzhaft im Geschmack ist, einen aromatischen Geruch besitzt, einen weißen Schimmelrasen hat und von weicher Konsistenz ist. Ich brech zwar gleich in die Tastatur, aber das wäre er gewesen, der Käse, dem ich eine Chance gegeben hätte. Tja, Pech. Ist das nicht eine tolle Ausrede für meine Käseabstinenz? Wenn es jetzt noch sowas für Pilze gäbe...

2005-03-31

Und nächstes Jahr fahre ich hin...

Wer schon immer mal eine vollkommen nutzlose Sprache lernen wollte, der kann jetzt sogar den doppelten Spass für's gleiche Geld bekommen. Helmut W. Pesch bietet in seinen beiden Büchern "Elbisch - Grammatik, Schrift und Wörterbuch" und "Elbisch - Lern- und Übungsbuch" eine Einführung in Quenya und Sindarin. das erste Buch das zweite Buch Dass die beiden Bücher im nicht gerade als Fachverlag für linguistische Literatur bekannten Bastei-Lübbe-Verlag erschienen sind, sollte einen nicht abschrecken. Als Ausgleich sind sie extrem preiswert. Weitere Informationen gibt es auf der Web-Seite zu den Büchern. Das erste Buch ist sehr theoretisch. Die beiden Sprachen werden nacheinander vorgestellt. Man erfährt, wie Nomen dekliniert und Verben konjugiert werden. Wer Spass an Latein hatte, wird dieses Buch mit Freude lesen. Frage an die diesbezüglich vorgebildete Leserschaft: Im Quenya gibt es den Dual (spezielle Mehrzahl, die verwendet wird, wenn es um zwei zusammengehörige Dinge geht: beide Hände, die zwei Bäume von Valinor, usw.). Gibt es sowas auch im Lateinischen, oder hatte sich die Veranstaltung "Deutsch als Muttersprache" genau hier die Idee geholt (vgl. die Diskussion in unibi.techfak)? Das zweite Buch enthält Übungen, und muss noch von mir gelesen werden. Ich bin ja mal gespannt, ob man danach Elbisch reden kann. Oder zumindest Viggo Mortensen und Liv Tyler auch ohne Untertitel versteht. Wer weiss, vielleicht reden die beiden in Wirklichkeit ja über was ganz anderes... In diesem Sinne: Namárië!

2005-03-28

Das Projekt: Die ISS von Revell

Dieses Blog habe ich ja vor allem eingerichtet, um über den Verbleib meines Abschiedsgeschenks zu berichten. Es handelt sich dabei um nichts geringeres als das Modell der Internationalen Raumstation von Revell, Maßstab 1:144. jetzt kommt ein Karton das kann etwas länger dauern... Da ich in Punkto Modellbau etwas aus der Übung gekommen bin, wollte ich lieber an ein oder zwei kleineren Modellen üben, bevor es richtig losgeht. Also habe ich eines der günstigsten Modelle genommen, das dementsprechend etwas kleiner ausfällt: Ja wo ist es denn? aus den Werken von Mikojan-Gurewitsch Der Bausatz ist etwas übersichtlicher gestaltet, und wenn er nichts wird, dann ist es nicht wirklich schade drum. Man beachte den Größenunterschied des fertigen Modells: Die MiG-31 ist zusammengebaut 15 cm Lang und hat eine Spannweite von 9 cm. Die fertige ISS wird die Maße 74 cm x 50 cm x 40 cm haben. Ich weiss bis heute nicht, wo ich das Teil lassen werde... etwas weniger Einzelteile das sollte schnell gehen Naja, es hat dann doch etwas gedauert. Kardinaler Fehler (den ich dann bei der ISS nicht mehr machen werde) war, dass ich die gesamte Bemalung erst am zusammengebauten Modell vorgenommen habe. Dementsprechend sieht es auch aus: Die fertige MiG. Wie gesagt, die war zum üben... Ich habe extra eine Perspektive genommen, die noch halbwegs brauchbar ist. Man muss allerdings sagen, dass die Anleitung (zumindest bei diesem Modell) manchmal nicht besonders deutlich war. Wie schön waren doch im Vergleich dazu die Modelle von Matchbox, die vor allem eine farbige Malvorlage hatten. Da blieben in der Regel keine Fragen offen.

2005-03-23

neulich im Kino: "Der Tiefseetaucher" (The Life Aquatic with Steve Zissou)

Es gibt gute und es gibt schlechte Filme. Und es gibt Filme von Wes Anderson, die sich in dieser Hinsicht kaum einordnen lassen. Nach "The Royal Tenenbaums" hätte ich ja eigentlich vorgewarnt sein müssen, dass dies kein normaler Film ist, sondern eine Ansammlung von Skurilitäten, die nur gaaaaanz langsam soetwas wie eine Handlung erkennen lassen. In "The Life Aquatic ..." (imdb.com, offizielle Site) liefert Bill Murray als Ozeanforscher Steve Zissou eine herrliche Parodie auf Jacques Cousteau ab, inklusive weissem Bart und roter Wollmütze. Getrieben von dem Wunsch, sich an dem von ihm entdeckten Jaguar-Hai zu rächen, der seinen langjährigen Weggefährten gefressen hat, trommelt er seine Mannschaft zusammen, und macht sich auf die Jagd. Sein Schiff, die "Belafonte" (schöne Parodie auf "Calypso" :) ist zwar nicht mehr das jüngste, dafür aber mit allen Annehmlichkeiten ausgestattet: Labore, Tonstudio, Massageraum, usw. Die wissenschaftliche Ausrüstung besorgt sich der Skipper aufgrund von Geldmangel allerdings auf etwas unkonventionelle Art... Neben einigen bekannten Gesichtern aus "Tenenbaums" (Bill Murray selbst, Owen Wilson, Anjelica Huston) sind ein paar weitere Stars dabei: Cate Blanchett (Galadriel, Oscar für "The Aviator") als Reporterin und Willem Dafoe (Norman Osborn/Green Goblin in "Spider Man", Stimme von Gill in "Finding Nemo") als Co-Forscher Klaus Daimler. In der deutschen Synchronisation hat Dafoe einen schwäbischen Akzent bekommen, der einfach nur genial ist. Und in einer kleineren Rolle taucht noch Michael Gambon auf, der "neue" Albus Dumbledore. Unbedingt zu erwähnen ist noch der Soundtrack. Der wird nämlich zum grossen Teil von Seu Jorge (Achtung: Flash-Plugin und Portugiesisch-Kenntnisse benötigt) beigesteuert, der das Besatzungsmitglied Pelé dos Santos spielt, und unvermittelt an jeder Stelle des Schiffes auftauchen kann, um ein wenig Musik auf seiner Gitarre zu machen. Was er dabei spielt, erkennen wohl nur Fans, bevor sie im Abspann darauf hingewiesen werden: Es sind Lieder von David Bowie, die in portugiesisch vorgetragen werden. Wer sollte sich diesen Film ansehen? Wenn man "Tenenbaums" gemocht hat, dann ist dies genau das richtige. Wenn man Filme einfach mal auf sich wirken lassen kann, ohne immer sofort nach dem "warum" zu fragen, dann sollte man sich darauf einlassen. Wenn man hingegen auf gradlinige Handlungen steht, dann sollte man sich an der Kino-Kasse doch für etwas anderes entscheiden. Oder sich nochmal "Finding Nemo" auf DVD ansehen. Und bei der Gelegenheit natürlich auch "Exploring the Reef" mit Jean-Michel Cousteau (tätärätäää) auf der Bonus-DVD.

2005-03-21

Pädagogische Woche auf Norderney

... oder: Kann mal jemand den Wind abstellen? Fünf Tage im Lippischen Landschulheim auf Norderney, das bedeutet Meer, Sand, Wind, Möwen - und am Ar*** der Welt zu sein. Die einzige Beschäftigung, die die Insel IMHO anbietet, ist stundenlanges Herumgelaufe. Aber das ist dann auch garnicht mal so schlecht, vor allem, wenn man über das passende technische Equipment verfügt. Die Nordsee direkt vor der Haustür ist schon irgendwie witzig. an der Nordseeküste der Leuchtturm - linksdrehend exteritoriales Lipperland Seemannsgarn von Pauli Leben unter dem Meer das wilde Landesinnere das Postboot ist gegen die Insel gebumst Jetzt sind erstmal Ferien, und Anfang April geht's dann richtig los. Dann beginnt der Ausbildungsunterricht in Steinheim, und ich werde zum ersten mal für längere Zeit auf Schüler losgelassen.

2005-03-09

Zweite Runde

In den letzten beiden Wochen fand unsere zweite Erste Begegnung mit Schülerinnen und Schülern statt, diesmal in Mathematik. Und anscheinend kann man aus Fehlern tatsächlich lernen. Auch wenn Guter Unterricht anders aussieht, wir haben immerhin kein Trümmerfeld hinterlassen. Unsere Opfer gingen diesmal in die 7. Klasse. In dem Alter interessiert man sich ja ganz besonders für Mathematik. Mir fiel der Umgang mit den Kindern nicht ganz so leicht, weil die ganze Klasse IMHO sehr unruhig war. Es ist schon spannend, wenn sich ein Schüler meldet, und du dann raten darfst:
  • Er weiss die Antwort auf die Frage
  • Er will dir sagen, dass er den Sachverhalt nicht verstanden hat
  • Er weiss, dass er keine Ahnung hat, lässt sich dadurch aber nicht davon abhalten, dich mit irgendwelchem Zeug vollzulabern
  • Er will was ganz anderes, was mit dem Thema nichts zu tun hat
Immerhin war die Häufigkeit der Antworten in der gleichen Reihenfolge verteilt. Aber die Dreistigkeit, mit der einige Schüler behaupten, sie hätten "es verstanden" oder "recht", ist manchmal schon beeindruckend. Da wachsen echt vielversprechende Halbstarke heran... Naja, jetzt erstmal ab zur Pädagogischen Woche auf die Insel, dazu in ein paar Tagen dann meer ... äh ... mehr.

Ein Wink??

Will mich die Post daran erinnern, dass ich noch was zu tun habe? Nur keine unchristliche Eile, das Modell ist nicht vergessen. Die Bauarbeiten werden bald beginnen, und dann wird die ISS etwas größer sein als 4 cm. Die NASA wird wohl noch etwas länger brauchen.

2005-02-27

neulich auf DVD: "From the Earth to the Moon"

Ich hatte schon öfters von dieser Fernsehserie gelesen (z.B. auf imdb.com), und als mir die 5-DVD-Box zu einem fairen Preis in die Hände fiel, habe ich einfach zugegriffen. Tom Hanks erzählt als Produzent, Drehbuchautor und in der letzten Folge als Schauspieler, wie die NASA durch die Mercury-, Gemini- und schliesslich Apollo-Missionen Schritt für Schritt dem Mond näher kam. In 12 Episoden wird die Geschichte aus verschienen Blickwinkeln betrachtet. Genau das ist auch die Stärke der Serie: Es sind 12 einzelne, individuelle Geschichten, von unterschiedlichen Regisseuren auf sehr unterschiedliche Weisen in Szene gesetzt. Der Zuschauer folgt den Astronauten und ihren Familien, den Ingenieuren, oder der Presse. Neben tragischen und bewegenden Momenten kommt die Unterhaltung nicht zu kurz. Max Wright als Launch Pad Director Guenter Wendt, oder Matt Craven als Tom Kelly, Erbauer des Lunar Modules, sind echte highlights der Serie. Und auch wenn man schon hunderte von Dokumentationen über Apollo 11 und die erste Mondlandung gesehen hat, hier erfährt man Dinge, von denen man bisher nicht einmal ahnte, dass sie so passiert sind. In "Star Trek - Next Generation" heisst eines der Shuttles der Enterprise "El-Baz". Vor vielen Jahren habe ich sogar einmal das Papiermodell von Ulrich Prahn zusammengebaut. Aber erst durch die Folge "Galileo Was Right" habe ich erfahren, dass Farouk El-Baz ein Geologe unserer Zeit ist, der den Astronauten von Apollo 15 bis 17 alles wichtige über Steine, Felsen und Krater beigebracht hat. Fazit: Ich kann die Serie und die DVD-Box nur empfehlen. Einziger Schwachpunkt ist, dass sie (als Fernsehserie aus dem Jahr 1998) im Bildformat 4:3 gedreht wurde. Aber das wird durch die tollen Bilder und die abwechslungsreichen Geschichten schnell wett gemacht.

2005-02-25

Die erste Ernüchterung

Am Anfang der Woche war ich dann endlich dran mit meiner allerersten Unterrichtsstunde am Leopoldinum. Völlig ungewohnt war die Situation ja nun nicht, aber das war wohl auch mein Problem. Da sitzen ein Rudel Schüler, und die wollen in den Unterricht eingebunden werden. So gerne ich auch stundenlang erzähle, so läuft das hier nicht... Und dann haben wir das Thema "Rekursion" wohl doch etwas zu anspruchsvoll gestaltet. Der Kurs-Lehrer wird da ganz schön was zu reparieren haben. Die Projektphase hat mich in einer Sache bestätigt, die ich schon lange wusste: Man kann gute Lehre nicht aus dem Handgelenk schütteln, sondern man muss sich Zeit nehmen. Sowohl für die Vorbereitung als auch für die Durchführung. Software-Modellierung mit UML macht man nicht mal eben in 5 Stunden, vor allem wenn man vorher selber nicht weiss, was Sache ist. Ich hoffe, dass ich so ein Chaos nicht noch einmal erleben muss. Auf in den zweiten Block, zwei Wochen Mathematik!

2005-02-20

Der erste Kontakt

Schneller als man meinen sollte, werden wir auf unschuldige Schüler losgelassen. Bereits im zweiten Ausbildungshalbjahr (sprich: nach den Sommerferien) werden wir "BdU" (Bedarfsdeckenden Unterricht) geben, also richtigen, echten Unterricht, ohne Netz und doppelten Boden. Damit wir nicht völlig unvorbereitet sind, machen wir im Augenblick zwei "Projektphasen". Das bedeutet, dass wir jeweils zwei Wochen in unseren Fächern Unterricht geben, und zwar an den Heimatschulen unserer Fach-Seminarleiter. Eine Woche Informatik am Leopoldinum in Detmold ist bereits um, nach der zweiten folgen dann zwei Wochen Mathematik am Niklas-Luhmann-Gymnasium in Oerlinghausen. Mich wirft der Informatik-Unterricht nicht gerade um. Ob es wirklich so viel besser ist, dass die Schüler (Klasse 9, Logo) so programmieren müssen pr LinieDreh :Länge vorwärts :Länge rechts 90 wenn :Länge > 20 [ LinieDreh :Länge * 0.9 ] ende anstatt so to lineturn :length forward :length right 90 if :length > 20 [ lineturn :length*0.9 ] end wie das jeder normale Mensch tun würde... Und an der Universität können wir uns dann über Studenten ärgern, die Probleme mit englischen man-pages oder englischer Literatur haben.

2005-02-13

Und der Gewinner ist ...

... Steinheim! Wo liegt Steinheim? Ich musste auch erst meinen Globus von OWL konsultieren, und fand es dann im Kreis Höxter. Leider ist das etwas weiter von Bielefeld weg, als ich eigentlich geplant hatte. Das Städtische Gymnasium Steinheim wird in den nächsten zwei Jahren meine Ausbildungsschule sein. Soviel zu meinem Plan, nach 14 Jahren Uni Bielefeld dem Beton zu entfliehen... Aber zum Glück zählen ja die inneren Werte. Nach einer knappen Woche Hospitation bin ich zuversichtlich, eine Schule erwischt zu haben, in der man gut zurecht kommen kann.

Willkommen zu "The Blög"

Jetzt passierts. Örn bekommt sein eigenes Blog, "The Blög". Da derzeit viel los ist, und ich langsam den Überblick verliere, wem ich bereits was erzählt habe, werde ich ab jetzt alles wichtige (und noch viel mehr unwichtiges) hier dokumentieren. Natürlich bleibt meine home page weiterhin bestehen, d.h. meine diversen Kurse kann man weiterhin dort einsehen.