2005-03-31

Und nächstes Jahr fahre ich hin...

Wer schon immer mal eine vollkommen nutzlose Sprache lernen wollte, der kann jetzt sogar den doppelten Spass für's gleiche Geld bekommen. Helmut W. Pesch bietet in seinen beiden Büchern "Elbisch - Grammatik, Schrift und Wörterbuch" und "Elbisch - Lern- und Übungsbuch" eine Einführung in Quenya und Sindarin. das erste Buch das zweite Buch Dass die beiden Bücher im nicht gerade als Fachverlag für linguistische Literatur bekannten Bastei-Lübbe-Verlag erschienen sind, sollte einen nicht abschrecken. Als Ausgleich sind sie extrem preiswert. Weitere Informationen gibt es auf der Web-Seite zu den Büchern. Das erste Buch ist sehr theoretisch. Die beiden Sprachen werden nacheinander vorgestellt. Man erfährt, wie Nomen dekliniert und Verben konjugiert werden. Wer Spass an Latein hatte, wird dieses Buch mit Freude lesen. Frage an die diesbezüglich vorgebildete Leserschaft: Im Quenya gibt es den Dual (spezielle Mehrzahl, die verwendet wird, wenn es um zwei zusammengehörige Dinge geht: beide Hände, die zwei Bäume von Valinor, usw.). Gibt es sowas auch im Lateinischen, oder hatte sich die Veranstaltung "Deutsch als Muttersprache" genau hier die Idee geholt (vgl. die Diskussion in unibi.techfak)? Das zweite Buch enthält Übungen, und muss noch von mir gelesen werden. Ich bin ja mal gespannt, ob man danach Elbisch reden kann. Oder zumindest Viggo Mortensen und Liv Tyler auch ohne Untertitel versteht. Wer weiss, vielleicht reden die beiden in Wirklichkeit ja über was ganz anderes... In diesem Sinne: Namárië!

Kommentare:

Dirk Eismann hat gesagt…

Man könnte das ganze für einen verfrühten Aprilscherz halten, wenn man Tolkien nicht kennt.

P.S. Ich freude mich schon auf die Urlaubsfotos.

Örn hat gesagt…

Ich gehe mal davon aus, dass man LotR nicht einfach nach "'Well, I'm back,' he said" zuschlägt, sondern noch ein wenig weiterliest.

Was die Fotos angeht: Hmm, wie wäre es mit "Moria ohne Blitzlicht"?

arueter hat gesagt…

Dem letzten Geburtstagsfeierer wurde das blaue Buch geschenkt. Also, naja.. der "lernt" ja auch schon klingonisch. Zumindest behauptet er das. Arge Zweifel hatte ich auch bei der korrekten Aussprache. Ich hätte ja im Zeitalter der Hörbücher ja zumindest soetwas wie eine beigepackte CD, oder sowas wie eine Kassette (?) erwartet.

swolter hat gesagt…

Ja, der Dual wurde in erster Linie vom Quenya inspiriert, auch wenn Tolkien ihn meines Wissens aus dem Arabischen hatte.

arueter: Die korrekte Aussprache ist durchaus einfach zu Papier zu bringen, weil JRR sie auch nur auf Papier geschrieben hat. Die Vokale sauber, leicht italienisch, das R im Mundraum (sieht man aber auch dem entsprechenden Tengwar an).

mudd1 hat gesagt…

Also als derjenige, dem auf der letzten Geburtstagsfeier das "blaue Buch" (klingt wie ein CD-Standard) geschenkt wurde, kann ich erstmal nur vehement dementieren, dass ich in absehbarer Zeit Elbisch koennen werde. Auch Klingonisch habe ich nicht wirklich gelernt und schon gar nicht lerne ich es grade (Spanisch Ib reicht mir dieses Semester). Aber interessant ist es allemal. Die Aussprache ist aber in der Tat toedlich. Vor allem helfen einem Aussprachehinweise wie "'tlh' wird ausgesprochen wie 'tl' im aztekischen 'tetl' (Ei)" ungemein. Ja, schoenen Dank auch. Hab auf ner Kassette bei einem Freund dann mal gehoert, wie es richtig gemacht wird. Schockierend fand ich allerdings, dass "Qapla'" immer falsch ausgesprochen wird in der Serie. Es wird naemlich ausgesprochen wie "qapla", was natuerlich im wahrsten Sinne des Wortes hinten und vorne falsch ist. Abschliessend aber noch ein kleiner Text von Nietzsche, der mir bei meinem vergangenen Japanischkurs vorgehalten wurde und den man sich bei der ganzen Sache wahrscheinlich immer mal wieder vorhalten sollte:

267. Viele Sprachen lernen. - Viele Sprachen lernen füllt das Gedächtniss mit Worten, statt mit Thatsachen und Gedanken, aus, während diess ein Behältniss ist, welches bei jedem Menschen nur eine bestimmt begränzte Masse von Inhalt aufnehmen kann. Sodann schadet das Lernen vieler Sprachen, insofern es den Glauben, Fertigkeiten zu haben, erweckt und thatsächlich auch ein gewisses verführerisches Ansehen im Verkehre verleiht; es schadet sodann auch indirect dadurch, dass es dem Erwerben gründlicher Kenntnisse und der Absicht, auf redliche Weise die Achtung der Menschen zu verdienen, entgegenwirkt. Endlich ist es die Axt, welche dem feineren Sprachgefühl innerhalb der Muttersprache an die Wurzel gelegt wird: diess wird dadurch unheilbar beschädigt und zu Grunde gerichtet. [...]

Menschliches, Allzumenschliches (http://gutenberg.spiegel.de/nietzsch/menschli/mensch05.htm)

Apropos Muttersprache: Mir kam der Dual zuerst aus Berichten ueber das praehomersche Griechisch zu Ohren, wo mir gleich klar war, dass er ein Muss fuer DaM ist und ich moechte behaupten, dass uns da eine sehr schoene neue Form im Deutschen gelungen ist.

Schoene Gruesse,

Christian