2008-11-15

immer noch Kraniche im Oppenweher Moor

Kurzes Update: Die Kraniche im Oppenweher Moor sind immer noch da. Trotz des schlechten Wetters konnte man heute wieder in allen Teilen des Oppenweher Fledders Gruppen von Kranichen sehen: Wie schon im letzten Artikel angedeutet, reichen diese Bilder kaum aus, das Erlebnis wiederzugeben. Aber dafür vielleicht dieser kurze Film des WDR-Landesstudios Bielefeld. Dank der bescheuerten Neuregelung der Online-Angebote der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten dürfte er bald wieder verschwunden sein, also seht ihn Euch an, solange es geht. Und wer sich traut, kann dieses Panorama herunterladen: 3 MByte und 13608 x 1836 Pixel. Normalerweise sollten der Browser oder ein übliches Bildanzeigeprogramm damit keine Probleme haben, aber wer weiß... So sieht es aus, wenn ein ganzes Feld voll mit Kranichen ist.

2008-11-02

Kraniche im Oppenweher und Rehdener Moor

Es muss schon ziemlich lange her sein, dass ich meine Eltern zum letzten mal an vier aufeinanderfolgenden Wochenenden besucht habe. Aber eine Kranich-Safari ist ein ziemlich guter Grund, und an diesem Wochenende waren einerseits richtig viele Tiere unterwegs, andererseits war das Wetter verhältnismäßig gut, so dass ich diesmal wieder ein paar Fotos zeigen kann. Ich war gerade von meinen Eltern in Richtung Oppenweher Moor losgefahren, als auch schon der erste Trupp Kraniche am Himmel zu sehen war. Und dann der nächste, und dann war der ganze Himmel voll von keilförmigen Formationen. Alles in allem sicherlich einige tausend Exemplare. Bilder wie diese können nur sehr schlecht wiedergeben, wie es aussieht und sich anhört, wenn um einen herum alles voller Kraniche ist. Die Vögel sammelten sich im Oppenweher Fledder, und der Anblick dürfte selbst diesen Silberreiher in Erstaunen versetzt haben. Weiter ging es zum Rehdener Geestmoor. Wenn sich hier am Abend die Kraniche sammeln, soll das wohl auch ein sehr beeindruckendes Schauspiel sein. Als ich da war, zogen sie nur vorbei, allerdings auch wieder in großen Zahlen. Und sie mussten auf Gegenverkehr achten: Den von links nach rechts ziehenden Kranichen kam hier ein von rechts nach links ziehender Schwarm Gänse entgegen. Das Moor ist der Schlafplatz der Kraniche, aber tagsüber sind sie vor allem auf den abgeernteten Maisfeldern in der Umgebung zu finden. Und von einem etwas abgelegenen Feldweg aus hatte ich das Glück, sehr nah an eine Gruppe heranzukommen: Anschließend ging es wieder weiter zum Dümmer. Auf den Wiesen rasteten vor allem Bläßgänse, und es war ebenfalls ein ständiges Kommen und Gehen. Auf dem Rückweg bin ich noch einmal durch's Oppenweher Moor gefahren. Ich weiß nicht, ob dies der gleiche Silberreiher wie auf der Hinfahrt ist, aber er tat mir den Gefallen, recht nah zu landen: Es ging vorbei an der neuen Gasförderanlage, und kurz dahinter sammelte sich wieder eine größere Gruppe Kraniche. Aus Richtung Stemweder Berg (und Brockumer Markt?) kamen immer weitere Trupps hinzu und flogen direkt über mich hinweg: Ein paar hundert Meter weiter stand eine etwas kleinere Gruppe Kraniche, die ebenfalls relativ zutraulich waren und nicht sofort wegflogen: Wie gesagt: Die Fotos können das Erlebnis "unter Kranichen" kaum wiedergeben.

2008-10-12

Tiere vor der Kamera

Anfang des Jahres hatte ich mir ja eine digitale Spiegelreflex-Kamera zugelegt. Und dann gleich festgestellt, dass selbst bei einer Brennweite von 200mm Naturaufnahmen problematisch werden. So sind meine Bilder vom Fischadler am Hücker Moor nichts weiter als unscharfe Pixel-Haufen: Rechts sitzt der Adler, links sieht man einen Mäusebussard. Und auf diesem Bild kann nur mit ganz scharfen Augen erkennen, wie der Adler von einem Turmfalken verfolgt wird: Da gerade der Vogelzug Richtung Süden im vollen Gange ist und die ersten Kraniche gesichtet wurden, war nun genau der richtige Zeitpunkt, die Ausrüstung etwas aufzumotzen. Das wahre Objekt(iv) der Begierde wäre zum einen unerschwinglich teuer gewesen, zum anderen hätte es ziemlich lächerlich ausgesehen, den Wert einer Kamera um fast das 20-fache zu erhöhen, nur indem man ein Objektiv davorschraubt. Stattdessen habe ich mich für ein Tele-Objektiv der Firma Sigma entschieden. Mit einer maximalen Brennweite von 400mm, einer noch akzeptablen Lichtstärke und einem Bildstabilisator sollte man damit eigentlich ganz brauchbare Bilder machen können. Durch die folgenden Aufnahmen aus dem Oppenweher Moor sehe ich mich bestätigt: Die Bilder (im Picasa-Album, nicht hier im Blog) sind übrigens auf ein Viertel ihrer ursprünglichen Größe heruntergerechnet worden. Am Dümmer boten sich dann nur recht wenige Motive. Die beiden folgenden Aufnahmen sind eher von bescheidener Qualität: Der Greifvogel war schon recht weit weg. Eigentlich war ich der Meinung, auch dies sei nur ein gewöhnlicher Mäusebussard. Ich war allerdings etwas verwundert, dass er direkt über der Wasserfläche des Dümmers kreiste. Es kann sein, dass es sich um einen See-Adler handelt, aber ich bin mir absolut unsicher. Update: Christopher König von www.duemmerbirding.de hat den Vogel als junge Rohrweihe identifiziert. Mit der richtigen Profi-Ausrüstung sieht das Tier übrigens so aus... Als letzter Test des neuen Objektivs soll dieses Bild dienen: Diese Aufnahme wurde freihändig gemacht, das Bild wurde nicht beschnitten. Ich glaube, an dem Objektiv werde ich noch viel Freude haben.

2008-10-07

Idioten auf zwei Rädern

Das war's. Hiermit stelle ich mein ab jetzt geltendes Desinteresse am "professionellen Radsport" fest. Man beachte die Anführungszeichen, denn abgesehen von den drei Buchstaben "Rad" kann man diese Bezeichnung wohl nicht mehr ernst nehmen. Das ist (jetzt auch für mich) kein Sport mehr, und es gibt anscheinend noch immer genügend Berufstätige in diesem Umfeld, die blöd genug sind, sich ihren eigenen Arbeitsplatz kaputt zu machen. Ich wollte ja schon einen Kommentar zum Comeback von Lance Armstrong schreiben, hab mir das aber mal verkniffen. Ich denke, das Team Astana hat etwas zu viele potentielle Häuptlinge: Alberto Contador, Andreas Klöden und nun Lance Armstrong. Und hatte Alexander Winokurow sich nicht nochmal gemeldet? So viele parallel laufende Rennen gibt es garnicht, dass die sich nicht in die Quere kommen und selbst zerfleischen. Aber dass die beiden Etappen-Gewinne von Stefan Schumacher auch nur erschwindelt waren, dass hat mich ehrlich gesagt ziemlich überrascht. Denn schließlich ist er als Sieger ja noch am selben Tag getestet worden. Und wenn der Ausschluss von Riccardo Riccò aufgrund des exakt gleichen Vergehens noch während der Tour erfolgen konnte, wieso brauchte man nun mehrere Wochen? Ganz abgesehen davon, dass bei diesen Tests jetzt wieder die UCI am Ball war. Ich finde das reichlich merkwürdig, das ist für mich ein Indiz, dass da hinter den Kulissen noch ganz viel gemauschelt wurde. Aber dafür können wir noch ein paar Tage wetten, wer die noch folgenden Doping-Sünder sein werden. Ganz hoch im Kurs stehen ja wohl die Schleck-Brüder. Aber letztendlich sind die Hintergründe ja auch völlig egal. Fakt ist, dass es immer noch Fahrer gibt, die den Schuss nicht gehört haben, und dass es immer noch Organisationen gibt, die nicht durchgreifen wollen oder können. Bleiben also nur noch die Zuschauer und Fans. Und mir als angehörigem der letzten Gruppe können die beiden ersten von nun an gestohlen bleiben. Versucht es in ein paar Jahren noch mal, wenn sich wirklich was verändert hat. Dieses Blog wird sich bis auf weiteres diesem Thema nicht mehr widmen.

2008-09-24

Neue, virtuelle Heimat

Ich habe am letzten Wochenende meinen Web-Server "www.oe-files.de" umgezogen. Wenn ich alles richtig gemacht habe, sollte niemand was davon gemerkt haben. Der bisherige Hoster Lycos, bei dem ich es immerhin drei Jahre lang ausgehalten hatte, war einfach nicht mehr tragbar. Solange der vServer lief, war's ja in Ordnung, aber wehe, es gab Probleme. Dann war es so gut wie unmöglich, Hilfe zu bekommen, geschweige denn mal eine Erklärung, was denn das Problem ist. Jedem angehenden Kunden empfehle ich, einen Blick in das Benutzer-Forum zu werfen, und sich dann einen anderen Anbieter zu suchen. Das einzige, was (zumindest vor drei Jahren) für Lycos sprach, war der günstige Preis. Aber die Zeiten ändern sich, und ich bin jetzt bei netdirekt. Für nur unwesentlich mehr Geld kriegt man einen kleinen, aber dafür nicht-virtuellen Rechner. Der wichtigste Grund für mich war aber, dass netdirekt einen unglaublich fantastischen Support geliefert hat: Sämtliche Fragen im Vorfeld wurden schnell und zufriedenstellend beantwortet. Und vor allem wurde mir per KVM-over-IP und dem Brennen eines von mir genannten ISO-Images ermöglicht, auf "meinem" Rechner das Betriebssystem meines Vertrauens zu installieren: Endlich NetBSD, nie wieder Linux! Soweit ich das sehe, laufen alle Anwendungen wie zuvor. Einzige Auffälligkeit war, dass ich ziemlich schnell ziemlich viele HTTP-Zugriffe aus Polen hatte. Die Erklärung ist, dass die IP-Adresse anscheinend vorher einem polnischen Laden gehört hat (bitte fügen Sie hier alle Vorurteile ein, die Ihnen spontan einfallen), der wohl so schnell Pleite gemacht hat, dass er nicht mal seinen DNS-Eintrag entfernen konnte. Mal schauen, wie lange das noch anhält.

2008-08-29

Die letzte Schleife

Beinahe hätte ich's verpasst: Heute hat die Deutschlandtour 2008 begonnen. Weiter unten gibt's auch wieder den üblichen Service mit Strecken für Google Maps und Google Earth. Aber das verkommt dieses Jahr irgendwie zur Nebensache. Ich finde, der Abgang des Teams Gerolsteiner und seines Chefs Hans-Michael Holczer ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. Da gibt es ein Team, das seit Jahren glaubwürdig gegen Doping kämpft, einen Team-Leiter, der vor allen anderen auf schärfere Kontrollen drängt, und dann werden ausgerechnet diese Leute die Opfer der miesen Stimmung, die die potentiellen Sponsoren vergrault hat. Dabei war die Bilanz in diesem Jahr alleine bei der Tour de France doch wirklich überragend: Zwei Etappensiege und ein Tag im gelben Trikot durch Stefan Schumacher, das Bergtrikot und der dritte Platz in der Gesamtwertung durch Bernhard Kohl. Was will man eigentlich mehr? Und ich denke schon, dass die diesjährige Tour die Wende eingeläutet hat. Das Bergsprintwunder (und Berufsgroßmaul) Riccardo Ricco wurde schon nach wenigen Tagen überführt, und die häufigen Führungswechsel waren ein Indiz dafür, dass ziemlich viele Fahrer unter den gleichen Bedingungen fuhren. Wenn ich das mit diversen Schwimmwettbewerben oder den Sprint-Läufen bei den Olympischen Spielen in Peking vergleiche, dann habe ich so eine Ahnung, wo mehr mit Drogen nachgeholfen wurde. Ein Usain Bolt, der für die 100 Meter 9.69 Sekunden braucht und dabei die letzten zwanzig Meter in's Joggen gerät? Wer's glaubt... (Nebenbei: Ich habe gerade versucht, per Google ein Bild davon zu finden: Gibt's nicht. Ist das die Macht des IOC, das ja nicht gerade glücklich über die arrogante Pose war? Haben die es tatsächlich geschafft, alle Beweise im Web dafür zu verbannen?) Ich wünsche den Fahrern, den Technikern und der Team-Leitung von Gerolsteiner, dass sie woanders gut unterkommen. Bonne Chance et Bonne Route. So, nun noch das Pflichtprogramm: Alle Etappen der Deutschlandtour 2008 zusammen für Google Earth, oder die Einzel-Etappen in Google Maps:

2008-07-16

Stellungswechsel

Irgendwie scheine ich bisher noch nicht den Job gefunden zu haben, in dem ich es längere Zeit aushalte. Wie schon durch ein paar Kommentare angedeutet wurde, bin ich nicht mehr bei Telefónica. Letzte Woche hatte ich meinen letzten Arbeitstag, und seitdem habe ich mir überlegt, wie und was ich hier schreibe. Die gute Nachricht vorweg: Ich muss demnächst nicht von Hartz IV leben, sondern habe heute meinen neuen Arbeitsvertrag unterschrieben. Aber der Reihe nach. Ursprünglich habe ich in diesem Blog ja mein Arbeitsleben als angehender Lehrer und das jähe Ende dieser kurzen Karriere recht ausführlich beschrieben. Über meine Arbeit bei Telefónica habe ich mich aber geflissentlich ausgeschwiegen, wenn man mal von einem Beitrag zum Arbeitsantritt absieht. Das liegt zum einen daran, dass ich natürlich nicht wirklich gut über irgendwelche Interna schreiben konnte, zum anderen aber auch, dass es einfach nichts spannendes zu erzählen gab. Jenseits dieses Forums habe ich vermutlich jedem, ob er es nun hören wollte oder nicht, schon längere Zeit mein Leid geklagt, dass mir meine Arbeit nicht wirklich Spass gemacht hat. Seit einigen Jahren stellt Telefónica entbündelte DSL-Anschlüsse zur Verfügung. Das bedeutet, die "letzte Meile" zum Kunden wird vom magenta Ex-Monopolisten bereitgestellt (nicht ganz freiwillig, dafür gibt's die Bundesnetzagentur), den Rest machen "wir". Allerdings relativ unsichtbar für die Öffentlichkeit, weil diese Dienstleistung an klassische DSL-Reseller verkauft wird, die das ganze dann unter ihrem Namen an den Mann und die Frau bringen. Ich war gemeinsam mit einigen Kollegen für die Software zuständig, die die ganzen Abläufe zwischen den beteiligten Parteien koordiniert, wenn Joe Surfer bei Provider XYZ einen DSL-Anschluss bestellt. Leider deckte sich das nur sporadisch mit dem, was ich mir gemeinhin unter einer "sinnvollen Arbeit" vorstelle, oder gar "wofür ich studiert habe". Irgendwie waren immer wieder die gleichen Probleme in immer neuen Ausprägungen zu lösen, was auf die Dauer ziemlich frustrierend wurde. Immerhin habe ich auf diese Weise erfahren, wie "in der freien Wirtschaft gearbeitet wird" - und ich bin reichlich unterwältigt. Da wird auch nur mit Wasser gekocht, und das wird dann sogar noch von zu vielen Köchen verdorben, um mal zwei Redewendungen hemmungslos zu vermengen. So traf es sich ganz gut, dass ich auf eine Stellenausschreibung aufmerksam gemacht wurde - im Hochschulrechenzentrum der Universität Bielefeld. Um's kurz zu machen: Ab August bin ich dort für Active Directory und VMware zuständig. Mit anderen Worten: Ich bin wieder zu Hause. Wahrscheinlich dürfte ich damit der einzige sein, der in allen drei großen (verbliebenen) Rechnerbetrieben der Uni gearbeitet hat: TechFak, Genetik/CeBiTec und jetzt eben HRZ. Mathematik und Physik ignoriere ich mal einfach, vor allem haben die AFAIK schon bessere Zeiten gesehen. Um noch die versteckten Botschaften in den Kommentaren aufzulösen: Die Kollegen haben mich mit ein paar Abschiedsgeschenken überrascht, damit hatte ich echt nicht gerechnet. Zum einen gab es ein paar Kino-Gutscheine, die alle schon verplant sind. Zum anderen scheint es zu einer Tradition zu werden, dass ich ein Revell-Modell bekomme, wenn ich gehe: Natürlich nicht ohne die obligatorischen Frotzeleien "Du bist ja jetzt im Öffentlichen Dienst, da hast Du dann ja ganz viel Zeit!" Ich kann absolut nichts garantieren. Vor allem, weil ich ja immer noch nicht die andere Bringschuld beglichen habe. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei den Kollegen vom SPCI-Team bedanken. An Euch hat es bestimmt nicht gelegen, dass ich gegangen bin. Ich wünsche Euch alles Gute für die Zukunft.

2008-07-13

neulich im Kino: "Hancock"

Filme mit Superhelden sind ja seit ein paar Jahren voll im Trend: X-Men, Batman, die Fantastischen Vier, und so weiter und so fort. Im Kino läuft gerade das Remake von "Hulk", nachdem die letzte Verfilmung vor gerade mal fünf Jahren wohl nicht ganz den gewünschten Erfolg hatte. Und in wenigen Tagen gibt's dann noch die unvermeidliche, Leslie-Nielsen-bestückte Genre-Verarsche "Superhero Movie". Zeit also, die ganze Sache mal unter einem neuen Blickwinkel zu betrachten. Dass einige der Superhelden garnicht so erpicht auf ihre Rolle sind, war hin und wieder schon mal angedeutet worden (Peter Parker als Spiderman, Wolverine in X-Men). Aber dass ein Superheld ein (und ich zitiere jetzt) "Arschloch" ist, das ist relativ neu. Niemand ist mit seiner Arbeit zufrieden, was vielleicht daran liegt, dass er sie entweder sturzbesoffen oder total verkatert ausübt. In aller Regel richtet er mehr Schaden an, als er eigentlich versucht, zu verhindern. So ein Super-Antiheld ist John Hancock, gespielt von Will Smith. Als er einem PR-Agenten das Leben rettet, macht dieser es sich zur Aufgabe, das Image von Hancock aufzubessern. An sich ist der Ansatz nicht schlecht, er verspricht einen Film, der sich von den oben genannten absetzt. Und auch durch einen anderen Trick wirkt "Hancock" ganz anders: Er ist fast vollständig mit einer Handkamera aufgenommen und hat durch die wackligen Bilder fast schon was von einem Dokumentarfilm. Gerade dadurch wirken die Spezialeffekte nochmal realistischer und überraschen den Zuschauer, da sie plötzlich und unerwartet eingeschoben werden. Die Verschmelzung von "echten" und "künstlichen" Bildern habe ich bisher noch nie so nahtlos gesehen. Da wird ein Auto auf der Nadel des Capitol-Records-Gebäudes aufgespießt, oder Hancock hält einen Zug an und die Wagons dahinter türmen sich auf, und man erkennt den Trick eigentlich nur daran, dass man weiss, dass es nicht real sein kann. Langsam erfährt der Zuschauer etwas über die Vorgeschichte von Hancock, während er sich bemüht, an seiner Persönlichkeit zu arbeiten. Aber irgendwie ist das nicht wirklich spannend. Man schreckt regelrecht hoch, wenn der Film ziemlich genau in der Mitte eine total überraschende Wende nimmt - wenige Minuten später wäre man vermutlich eingeschlafen. Wenn dieser Film in den USA das bisher beste Eröffnungswochenende erzielt hat, dann spricht das nicht unbedingt für die Filme, die bisher gelaufen sind. Meiner Meinung nach krankt der Film daran, sich nicht richtig entscheiden zu können, ob er nun eine Charakter-Studie, eine Komödie oder ein Action-Film sein will. Von allem ist ein wenig drin, aber die Mischung passt einfach nicht. Ein totaler Flop ist er aber auch nicht, dafür ist er mit Will Smith und Charlize Theron dann doch zu gut besetzt und die Effekte sind zu beeindruckend. Eine positive Sache hatte das ganze übrigens doch noch: Ich habe mir endlich mal wieder eine Original-Fassung im Astoria angesehen. Glücklicherweise scheint dort eine alte Tradition wiederbelebt worden zu sein, nachdem das Cinestar sich in dieser Hinsicht nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat. Das Astoria zeigt, wie es richtig geht: Ständig mindestens einen Film im Original, manchmal sogar zwei. Und in der Vorschau werden die Trailer ebenfalls unsynchronisiert gezeigt. Ich wünsche dem Astoria reichlich Publikum, damit uns diese Einrichtung lange erhalten bleibt.

2008-06-29

La même procédure que l'an dernier

Während sich die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft gerade in Wien im Finale abmüht, startet in knapp einer Woche schon das nächste sportliche Großereigniss. Und wer weiß, vielleicht geht es ja bei der Tour de France 2008 zur Abwechslung mal wieder mehr um Sport als um irgendwas anderes. Es ist zumindest erstaunlich ruhig bisher: Keine Enthüllungen, keine Geständnisse, keine Razzien. Mal abgesehen davon, dass sich die A.S.O. als Organisator der Tour mit der UCI überworfen hat. Was, so mein Eindruck als Aussenstehender, kein schlechtes Zeichen sein muss... Im Prinzip könnte ich auf meinen üblichen Service verzichten, die 21 Etappen für Google Maps und Google Earth aufzubereiten, weil entsprechende Dateien z.B. bei der ARD zu finden sind. Da diese allerdings bei mir nicht funktionieren, stelle ich aber wieder die von mir aufbereiteten Daten bereit. Wie schon in den Jahren zuvor kann man sich entweder alle Etappen für Google Earth herunterladen, oder sich einzelne Etappen per Google Maps ansehen: Erstaunlicherweise gibt es dieses Jahr keinen Prolog, und auf die Zeit-Bonifikationen bei Sprints und im Ziel wurde verzichtet. Hmm, vielleicht erhöht das die Chancen für Erik Zabel auf's Grüne Trikot, weil die Konkurenz etwas kleiner wird. Update: Wie im Google LatLong Blog berichtet wird, hat Google die Etappen mit seinen Street-View-Fahrzeugen abgefahren, so dass man sich die Strecken direkt aus der Perspektive der Fahrer ansehen kann. Wie bei Google üblich funktioniert das "einfach so". Man schaut sich also über einen der obigen links eine Etappe in Google Maps an, und schon erscheint ein Button "Straßenansicht" (oder "Street View"), und es geht los. Für Google Earth sollte man übrigens noch http://www.glooton.fr/tdf.kml als "Netzwerk-Link" einbinden (bei "Aktualisieren" unbedingt "Regelmäßig" und als Frequenz alle paar Sekunden angeben). Über ihn werden Positionen und Fahrdaten diverser Fahrer übermittelt, so dass man das Rennen auch in GE live verfolgen kann. Also ganz ähnlich, wie man es auch wieder bei den Ubilabs machen kann, wo alle diese Technologien auf einmal zu bewundern sind. Auf diesem Wege hat sich übrigens auch herausgestellt, dass die von der ARD bereitgestellten Etappen-Daten nicht 100%ig passen.

2008-06-01

Your Mileage May Vary - TCX2KML Crosses the Atlantic

My Training Center to Google Earth Converter is used quite actively, from all over the world. That's the great thing about a global Internet: Somewhere is always the right weather for running, biking or hiking. And if not, some people have taken a GPS on their ski trip. But for some of these global users, the figures shown by the converter are quite odd. They ran the 26 miles and some yards of a marathon and wondered, what 42.195 kilometers are. They cycled with an average speed of 16 miles per hour and had no idea, how fast 25.7 km/h really are. The metric system was a natural choice for the converter: The data exported by Training Center uses it, and many countries (including mine) have adopted it. But of course there are some deviators. We all know the consequences, but who's to argue? Anywho, I had imperial units on my todo list for the converter - but not with a high priority. Luckily for all those waiting for this feature, NeilFred Picciotto took the initiative and sent me a patch for an additional parameter. Thanks a lot! I was delighted to add it to my converter. Not only is this a nice feature for many users, but I can also add a new sport to the list of activities the converter is used for: NeilFred records his unicycle tours by GPS. How cool is that? I have updated the converter page to let the user choose between metric and imperial units. While at it, I tried the Google Earth plugin to display the result, but had some troubles with it. But I guess that will be the next feature to add. Stay tuned. Please let me know, how you like this extension. And yes, adding other units wouldn't be that hard, NeilFred's patch allows easy addition of more.

2008-05-29

Die Erde ist eine Web-Seite

Endlich ist zusammen, was zusammengehört: Google hat seine Anwendung "Google Earth" in ein Browser-Plugin umgewandelt. Im Augenblick wirkt das ganze noch etwas rudimentär (wo kann man die vielen Zusatzinformationen ein- und ausblenden), aber das kommt sicherlich noch. Das beste ist: Man kann die 3D-Ansicht einfach als weiteren Karten-Typ in bestehenden Google Maps-Anwendungen definieren. Ich habe meine Seite "Google Map Types Comparison" mal entsprechend abgeändert. Die Integration ist noch nicht perfekt, so wird z.B. das Verschieben der Earth-Ansicht nicht auf die anderen Karten übertragen, aber in die andere Richtung funktioniert es schon einwandfrei. Aber daran wird Google sicherlich in den nächsten Tagen und Wochen noch arbeiten. Ich wage mal die Prophezeiung, dass ich nach und nach meine diversen auf Google Maps basierenden Spielereien anpassen werde.

2008-04-27

neulich in Bielefeld: Nachtansichten 2008

Ist schon wieder ein Jahr 'rum? Auf alle Fälle waren schon wieder die Bielefelder Nachtansichten. Und da der Frühling an diesem Wochenende ein kurzes Gastspiel gab, waren die Veranstaltungen gut besucht. Meine Devise war: "Keine Experimente!" Daher habe ich mich auf wenige Veranstaltungen mit Musik konzentriert, und dafür vieles andere ausgelassen. Los ging es mit einer kurzen Visite in der bewährten Süsterkirche, wo den ganzen Abend die "2. SüsterBrassNight" lief. Vier Posaunenchöre wechselten sich ab oder traten gemeinsam auf. Ich hörte der zweiten Hälfte des Auftritts des Posaunenchors Heepen zu, aber ich hatte definitiv vor, später nochmal vorbeizuschauen. Zunächst folgte nämlich ein kurzer Abstecher zum Ravensberger Park. Im Historischen Museum trat die Cheerleader-Formation "Bielefeld Wildcats" auf. Der Ostwestfale ist ja nun nicht gerade bekannt für seine Extrovertiertheit, und so mussten die jungen Damen trotz einer akrobatischen Vorführung auf engstem Raum mit eher mäßiger Begeisterung vorlieb nehmen. Im Museum Hülsmann hatte ich im letzten Jahr den Keller mit den schönen Sonnenuhren übersehen, die muss man meiner Meinung garnicht so verstecken. Eigentlich hätte es dann wie im Vorjahr weitergehen sollen: Museum Wäschefabrik (mit einer Lesung von Texten von Kurt Tucholsky) und einem Besuch beim WDR. Leider stauten sich vor dem Museum bereits die Besucher, und ich war eigentlich nicht zum Warten gekommen. Und der Nachtansichten-Shuttle musste wegen der Umbauarbeiten auf der Detmolder Strasse eine andere Route fahren, so dass mir der WDR etwas zu weit weg war. Stattdessen ging ich zur Neustädter Marienkirche, wo "Schall - Hall - Raum" aufgeführt wurde, eine Performance für Orgel, Trompete und Flöte. Gemeinsam mit Ruth M. Seiler, der Organistin der Kirche, traten Leonie Brockmann und Frieder Steinle vom WDR Sinfonieorchester Köln auf. Ich hatte den Eindruck, dass diese Musik für viele der Zuhörer etwas zu avantgardistisch war, andererseits scheint die Marienkirche gerne zu experimentieren. Wie ich eben gesehen habe, gab es im März ein Konzert für Orgel, Schlagzeug und Betonmischer... Leider musste ich so unfreundlich sein und das Konzert vor seinem Ende verlassen, weil ich zurück zur Süsterkirche wollte. Auf dem Terminplan stand ein gemeinsamer Auftritt aller vier Posaunenchöre, plus zwei Dudelsackpfeifern. Die vier Chöre wurden auf den Altarraum, die beiden Seitenschiffe und die Empore verteilt. Die Kirche ist verhältnismäßig klein, und so war man als Zuhörer wirklich "mittendrin". Als dann noch die Dudelsäcke hinzukamen, war für einige Zuhörer der Schalldruck dann wohl doch einige Dezibel zu hoch, der eigentümliche Klang der schottischen Instrumente tat noch sein übriges. Ich persönlich fand es ganz hervorragend. Um den Abend dann gewohnt hochwertig ausklingen zu lassen, ging es nun zur Altstädter Nicolaikirche, wo als inzwischen fest gebuchte Institution der Nachtansichten Norbert Ammermann (Sitar) zusammen mit Swapan Bhattacharya (Tabla) das indische Konzert veranstaltete. Ich hatte den Eindruck, dass er es etwas gerafft hatte, und er wies die Zuhörer zu Beginn darauf hin, dass man sich für indische Musik eben etwas Zeit nehmen müsse. Die Fluktuation der Besucher war für mein Gefühl deutlich geringer als vor zwei und drei Jahren. Man hätte sich sicherlich noch viel mehr ansehen und -hören können, aber dann wären die Nachtansichten nur noch Zapping gewesen. Und was mich etwas gestört hat, was aber gerade die Idee des ganzen Abends ist: Dass man der Musik kaum in Ruhe lauschen konnte, weil Leute ständig kamen und gingen. Und sich auch nicht genierten, mehr oder minder laut zu reden, was dann manchmal doch ziemlich nervte. Aber diese Einschränkung muss man wohl auch bei den nächsten Nachtansichen in Kauf nehmen.

2008-04-06

Nieder mit der I.T.

Dieses Lied habe ich vor ein paar Wochen auf WDR5 gehört, jetzt hat es der CCC samt Video auf Chaos TV veröffentlicht. Das erschreckende daran ist, wie richtig die ganzen Vorwürfe sind. Ja, manchmal muss ich mich für meinen Beruf schämen...

2008-03-11

Freigänger

Oder Freischwimmer? Die bereits im Februar am Obersee gesichteten Singschwäne waren heute Morgen wieder da. Wie sich herausgestellt hat, gehören sie eigentlich zum Inventar des Tierparks Olderdissen. Vermutlich hat sie der Trubel um Max und Jule von dort vertrieben...

2008-03-08

Zugvögel im Naturpark Dümmer

Nachdem es gestern gleich zwei Meldungen über Kraniche im Blog "Sturmmöwe" gab, habe ich einen Besuch bei meinen Eltern genutzt, im Oppenweher Moor ebenfalls Ausschau zu halten. Und ich wurde nicht enttäuscht: Etwa 30 bis 40 Tiere machten zwischen Moor und Stemweder Berg Rast: Das war zwar nicht so beeindruckend wie im Herbst 2006, als dort mehrere Tausend Tiere auf dem Weg nach Süden pausierten (und teilweise sogar überwinterten), aber trotzdem ein toller Anblick. Außerdem gab es noch drei Silberreiher und jede Menge Kibitze zu sehen. Anschließend ging es weiter zum Dümmer, und auch dort war reichlich was los. Neben zahlreichen Graugänsen, die sich in kleinen Gruppen über die Wiesen verteilt hatten, drängte sich eine Schar Blässgänse in der Nähe der Hunte: Wirklich gelohnt hat sich die Fahrt aber durch diesen Weißstorch, dem ich, wie ich finde, ein paar richtig gute Fotos verdanke: Da kommen einem die Tiere am Obersee fast langweilig vor...