2005-11-09

Und das war das...

Dieses Blog wurde ja vor allem zu dem Zweck eingerichtet, meinen Werdegang als Referendar zu dokumentieren. Und somit gehört auch diese Nachricht hier hinein: Ich werde mein Referendariat zum 15.11. beenden. Wie konnte es soweit kommen? Ich bin öfters gefragt worden "Na, macht's noch Spass?" Die richtige Frage wäre eigentlich immer gewesen: "Na, macht's schon Spass?" Der Beruf des Lehrers hat seine schönen Seiten, ich habe eine tolle (wenn auch etwas weit entfernte) Schule bekommen, und durfte mit furchtbar netten Kollegen zusammenarbeiten (die ich hoffentlich nicht ganz aus den Augen verlieren werde). Aber wenn man merkt, dass Lehrer sein auch und vor allem heißt, anderer Leute Kinder zu erziehen, und man dafür kein Talent hat bzw. einem das einfach nicht liegt, dann sollte man diesen Beruf denjenigen überlassen, die das besser können (oder sich zumindest dazu berufen fühlen). Natürlich habe ich mich vom Moment des Entschlusses an gefragt, ob dieser Schritt denn nun der richtige ist (vor allem, weil er endgültig und unumkehrbar ist). Aber dann musste ich mir nur vorstellen, diesen Beruf für die nächsten 30 Jahre auszuüben, und ich war mir wieder sicher, dass ein Ende mit Schrecken das kleinere Übel ist. Ich denke aber nicht, dass das letzte Dreivierteljahr verlorene Zeit war. Die gemachten Erfahrungen und die gewonnenen Einsichten möchte ich nicht missen. Und letztendlich: Ich musste es einfach ausprobieren um herauszufinden, dass es nicht das richtige für mich ist. Noch kurz zu Chronologie (für alle, die Wetten abgeschlossen haben :). Ich stand ja schon mehrfach kurz davor, alles hinzuschmeissen (wie vermutlich viele Mit-Referendare auch, die aber nicht über den Luxus des Quereinstiegs verfügen). Ende Oktober war dann der Punkt erreicht, an dem ich mir nicht mehr einreden konnte, dass ich es noch packe. Nachdem ich meinen Schulleiter und die Seminarleitung informiert hatte, nahm die Entlassung ihren Lauf. Anschliessend wurden meine Hauptseminarleiterin und meine Fachseminarleiter informiert ("Der Unterricht, den ich gesehe habe, war doch ganz ordentlich." Na Danke, dass hätte man mir auch eher sagen können...). Das Hauptseminar wurde dann letzte Woche geschockt, vor allem weil sich gleich noch ein zweiter Kollege verabschiedete. Meine Schüler wollte ich eigentlich erst nächste Woche, in den letzten Stunden informieren. Dummerweise ist aber gestern was durchgesickert, so dass ich heute in den Kursen bestürmt wurde, ob das Gerücht stimmt. Lange konnte ich das Dementi nicht aufrechterhalten. Somit bin ich gespannt, wie die letzten Unterrichtsstunden vor diesem Hintergrund verlaufen werden. Was nun kommt weiss ich noch nicht. Falls jemand eine Stelle zu vergeben hat, die zu meinen Neigungen und Fähigkeiten passt (als Systemadministrator, IT-Ausbilder/Trainer oder Blöde-Sprüche-klopfer-und-alles-besser-Wisser): Bitte melden. Oder um es mal mit einem T-Shirt-Aufdruck zu sagen: "Will TeX for Food!"

Kommentare:

Henning M. hat gesagt…

Hi Joern !
Schade, dass Du aufhoerst.
Wenn ich jemanden zum Vorbild fuer Gute Lehre hab, dann Dich ! Deswegen ist es sicherlich ein Verlust fuer die Schueler.
Aber Erziehung ist wohl halt doch wichtig in der schulischen Ausbildung - das musstest Du in der Uni weniger, so ist dieses Risiko klar gewesen.
Hauptsache Du bist gluecklich - das ist letztendlich das einzige was zaehlt.

LG - Henning aus dem Westen ;-)

mudd1 hat gesagt…

Ich wünsch dir viel Glück, eine Arbeit zu finden, die dir Spaß macht. Ich fand deine Seminare auch super, aber Schüler sind keine Studenten, von daher muss es vielleicht was anderes sein. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass so ein TeX-Guru wie du nicht irgendwo unterkommen kann :)

Alles Gute,

Christian

Dirk Eismann hat gesagt…

Ich kann mich dem vorherigen Kommentaren nur anschließen! Vielleicht doch ein Buch schreiben!