2006-02-23

Ketten-Blog-Massaker

Nee, is' klar... Das musste ja irgendwann mal kommen: Kettenbriefe in Blogs. Unter dem Begriff "Medienstöckchen" kursiert derzeit anscheinend der Trend, von einem Blogger mit der Beantwortung von ein paar Fragen beauftragt zu werden, und diesen Auftrag dann an vier weitere, noch völlig ahnungslose Opfer weiterzugeben. Immerhin dürfte das noch eine Weile so weitergehen, solange das Moore'sche Gesetz für Blogs gilt. Und nun ist mir von Vella das Stöckchen zugeworfen worden. Es werden zwar keine Sanktionen angedroht, wenn man die Kette abreissen lässt, aber na gut... Here are the results of the Icelandic jury: Vier Jobs, die ich in meinem Leben hatte:
  1. Zivildienstleistender in einer Werkstatt für psychisch Behinderte
  2. Systemadministrator
  3. Referendar
  4. Arbeitsloser
Vier Filme, die ich immer wieder anschaue: (nicht nur Filme im engeren Sinne, und nicht ständig, aber doch hin und wieder)
  1. Findet Nemo
  2. Le Fabuleux destin d'Amélie Poulain
  3. The One Where No One's Ready (Friends Season 3, Folge 2)
  4. The Sting (Futurama Season 5, Folge 9)
Vier Orte, an denen ich gelebt habe:
  1. Oppenwehe
  2. Jöllenbeck
  3. Vilsendorf
  4. schauen wir mal ...
Vier TV-Sendungen, die ich gerne anschaue:
  1. Schillerstraße
  2. Sendung mit der Maus
  3. Tiere vor der Kamera
  4. Löwenzahn
Vier Plätze, an denen ich mal Urlaub gemacht habe: (die korrekte Antwort wäre eigentlich: im Garten, im Haus und auf dem Fahrradsattel, daher nenne ich Orte, wo ich schonmal "dienstlich" oder aus anderen Gründen war - und die ich mir vielleicht irgendwann mal wieder ansehen könnte)
  1. Barcelona
  2. Norderney
  3. Pokljuka (Slowenien)
  4. Morbach (Hunsrück)
Meine vier Lieblingsgerichte:
Hier verweigere ich einfach mal die Aussage ...
Vier Webseiten die ich täglich besuche:
  1. Google
  2. heise Newsticker
  3. Slashdot
  4. Google News (nachdem Yahoo News neulich umstrukturiert wurde)
Vier Orte, an denen ich in diesem Moment gerne wäre:
  1. kurz vor der ersten Million
  2. kurz nach der zweiten Million
  3. auf dem Mond
  4. woanders
Vier Blogger, denen ich dieses Stöckchen hinwerfe:
  1. Paul, aka mudd1
  2. Stulle
  3. -- zu vermieten --
  4. -- this space for rent --

2006-01-23

Reise Reise

Es gibt Sätze, da denkt man, die würde man nie im Leben sagen. Heute habe ich bei meinen Eltern angerufen und gesagt: "Ich bin in Mannheim - schon wieder!" Wie konnte es dazu kommen? Völlige Desorientierung? Landflucht? Oder ist Mannheim vielleicht der Nabel der Welt? Der gleichermaßen geneigte wie regelmäßige Leser wird sich erinnern, dass ich mich ja gerade beruflich umorientiere. Und dieses verlängerte Wochenende ging für zwei Vorstellungsgespräche drauf. Details werden an dieser Stelle aus taktischen Gründen natürlich nicht verraten, aber wen's interessiert kann mich gerne ausserhalb des Blogs fragen, und einige Kollegen werde ich sicherlich von mir aus damit behelligen. Freitag war ich in der Nähe von Frankfurt, und weil das Unternehmen dann doch etwas ausserhalb des Bereiches lag, der gut per ÖPN/FV zu erreichen ist, nahm ich das Auto. Und wenn man schonmal in der Nähe von Frankfurt ist, dann ist Mannheim auch nicht mehr wirklich weit weg (zumindest aus Sicht von Bielefeld). Vor allem war es aber schon Abend, als das Gespräch zu Ende war, und da ich Barbara (die ich Babsi nennen darf, und bei der ich bis heute nicht verstanden habe, ob sie bei SAP für IBM oder bei IBM für SAP arbeitet - nur, dass sie ganz viele Chefs hat, fast mehr als Kollegen :) schon seit Ewigkeiten mal besuchen wollte, habe ich mich quasi selber bei ihr eingeladen. Ich glaube, sie ist eine viel bessere Gastgeberin als ich ein Gast bin. Noch mal vielen Dank und schöne Grüße. Wir sind ein wenig durch die Mannheimer Quadrate geschlendert, eine wirklich faszinierende Gegend (der Artikel bei Wikipedia ist fast genauso lang wie der zum Thema Relativitätstheorie, und die versteht ja schon kaum jemand), und waren anschließend lecker essen. Am Samstag habe ich mich dann wieder auf den Rückweg gemacht. Am Montag hatte ich dann das nächste Gespräch, diesmal in Basel. (Bei genauerer Betrachtung hätte ich das vielleicht auch alles in einer Tour erledigen können, aber die gesparte Zeit wäre dann bestimmt für das Auseinandersortieren der Fahrtkostenabrechnungen draufgegangen...) Da das Gespräch am frühen Morgen veranschlagt war, bin ich am Sonntag gemütlich mit dem Zug gen Süden gefahren. Als ich am Abend ankam und mein Hotel gefunden hatte, bin ich noch ein wenig in der Nähe des Hotels herumgelaufen. Eigentlich dachte ich, ich hätte am nächsten Tag ein wenig Zeit für die Stadt. Vor allem, weil Basel über ein sehr dichtes Tram-Netz verfügt, und ich vom Hotel sogar ein mobility-Ticket bekam. Leider ... nein, "leider" ist das völlig falsche Wort ... auf alle Fälle hat das Gespräch deutlich länger gedauert, als ich erwartet hatte, und ich musste sogar meine Rückfahrt um eine Stunde nach hinten verschieben. So habe ich von Basel kaum etwas gesehen, und ich habe von meinen 100 SFr. (weniger wollte mir der Geldautomat nicht auszahlen) kaum etwas ausgegeben (obwohl, wenn ich das, was ich hier, nein hier, bezahlt habe, in Euro umrechne...). Zu guter Letzt hatte ich auf der Rückfahrt einen unerwarteten Zwischenstopp mehr - genau: in Mannheim, weil ich dort umsteigen musste. So kam es, dass ich innerhalb von 48 Stunden ziemlich viel von Deutschland, ziemlich wenig von Basel, und Mannheim gleich zweimal gesehen habe. Wie die Geschichte ausgeht, werde ich dann demnächst mal erzählen...

2006-01-02

Neues Jahr - Neues Glück - Alte Arbeit

Der medial gebildete Westeuropäer weiß: Der Verbrecher kehrt immer an den Tatort zurück. Und so bin ich nach fünf Jahren Abstinenz für ein kurzes Intermezzo an den Lehrstuhl für Genetik bzw. an's CeBiTec an der Universität Bielefeld zurückgekehrt. Allerdings ist der Spaß wirklich nur von begrenzter Dauer und ich hoffe, bis April/Mai anderweitig eine dauerhafte Tätigkeit gefunden zu haben. Wer also von einer netten Stelle hört... Und ich bin auch nicht unbedingt an Bielefeld gebunden. Anders ausgedrückt: "Have (Perl|XML|LaTeX|Love) - Will Travel"! Eine Diskussion im heise-Forum hat mich zwar leicht ernüchtert, auf der anderen Seite fand ich dann aber diese Stellenanzeige doch sehr ermutigend. Nein, nicht die Tatsache, dass dort mit MS-SQL gearbeitet wird, oder die etwas eigenwillige Schreibweise des Wortes "Entgeltabrechnung" (so einen Patzer sollte man sich mal in der Bewerbung leisten...). Nein, dass explizit jemand zwischen 35 und 45 Jahren gesucht wird. Gut, ist zwar auch eine Leitungsposition, aber es gibt anscheinend doch nicht nur Stellen für 22-Jährige mit 10 Jahren Berufserfahrung.

2005-11-30

Hilfe, EMail funktioniert nicht!

Nein, nein, keine Sorge: Meine EMail funktioniert ganz wunderbar. Aber vermutlich hat jeder Support-Kollege schon einmal eine EMail mit diesem oder einem vergleichbaren subject erhalten. Und jeder hat sich dann schon gefragt: "Und wie konntest Du dann diese EMail schreiben???" Wenn Juristen und Technik aufeinandertreffen, kann man das ganze sogar rechtlich bindend machen. In den AGB eines nicht näher genannten Schulbuchverlages (ich habe gerade versucht, meine digitale Spur etwas auszudünnen), habe ich diesen netten Passus gefunden:
  1. Der Anbieter [der Verlag, Anm.] sendet dem Kunden unmittelbar nach Abschluß des Vertrages eine E-Mail mit den Kundeninformationen an die bei der Registrierung vom Nutzer angegebene E-Mail-Adresse.
  2. Der Nutzer [huch, eben war's doch noch der Kunde, Anm.] verpflichtet sich, den Anbieter unverzüglich unter bestell@xyzzy.de [Adresse geändert, Anm.] zu informieren, wenn diese E-Mail ihn nicht innerhalb von 4 Stunden nach Abschluß des Vertrages erreicht hat.
Ist das nicht wunder-wunder-schön?

2005-11-27

Der Große Bruder und seine kleinen Geschwister

Es ist schon faszinierend, welche Maßnahmen neue Regierungen bei der Übernahme der Amtsgeschäfte als erstes einleiten. Die neue NRW-Regierung hat erstmal mit Volldampf alle Hürden für die Einführung von Studiengebühren aus dem Weg geräumt - auf die versprochenen 4000 Lehrer wartet man hingegen immer noch. Und nun hat unser neuer alter Innenminister Wolfang Schäuble nichts besseres zu tun, als zu fordern, dass die zur Berechnung der Autobahnmaut erfassten Daten auch von den Strafverfolgungsbehörden genutzt werden können. Genau das war ja immer der Kritikpunkt aller Gegner dieser technisch völlig überkandidelten Lösung eines doch an und für sich so einfachen Problems. Immerhin hatte der Gesetzgeber vor einiger Zeit auf die Kritik reagiert: Die Formulierungen in Paragraph 4, Absatz 2 und Paragraph 7, Absatz 2 des Autobahn-Maut-Gesetzes sind erst nachträglich hinzugefügt worden. Wer sein Recht auf Informationelle Selbstbestimmung bisher immer zu leichtfertig an der Garderobe abgegeben hat, weil wir ja schließlich in einem Rechtsstaat leben (da macht schon niemand Unsinn mit meinen Daten), der wird jetzt ganz plötzlich eines besseren belehrt. Witzigerweise wurde aber auch in dieser Woche demonstriert, wie man den Spieß umdrehen kann. Da sieht sich die CIA dem Vorwurf ausgesetzt, sie würde Gefangene per Flugzeug quer durch die ganze Welt transportieren. Wirklich überraschen sollte das niemanden, aber immerhin bequemen sich jetzt auch die europäischen Regierungen, mal ganz offiziell nachzufragen. Wann und wo Flüge stattgefunden haben, kann man aber mit Hilfe ganz vieler kleiner Großer Brüder wunderbar dokumentieren. Nimmt man die in den Nachrichten genannten Flugzeugkennungen, und sucht z.B. bei airliners.net danach, wird man ziemlich schnell fündig: Die Boeing 737 mit der Registrierung N313P wurde mehrfach auf Mallorca, in der Schweiz und Portugal gesichtet. Auch nachdem die Registrierung in N4476S geändert wurde, hat sie einmal Prag einen Besuch abgestattet. Der Gulfstream-Jet N379P war auch schon in Portugal zu sehen, nach seiner Umbenennung in N8068V hat auch er einen Stopp in der Schweiz eingelegt. Unter der aktuellen Bezeichnung N44982 ist er bisher nicht in der Datenbank zu finden, aber das ist sicherlich nur eine Frage der Zeit.

2005-11-17

Bong Schur die Tour

Die Tour kommt. Nein, nein, nicht Le Tour, sondern die Deutschland Tour 2006. Und nu' ratet mal, wo die erste Etappe am 2. August endet? In Pillefeld am Wackelpeter, der Stadt die es garnicht gibt. Das müssen SIE sich ausgedacht haben! Wer's nicht glaubt: Guckst Du hier (JPEG) oder hier (Real Media). Leider ist noch nicht ersichtlich, wie die Strecke genau verläuft und wo das Ziel sein wird. Vermutlich wird das erst kurz vor Eintreffen des Pelotons entschieden, je nach aktueller Baustellenlage.

2005-11-15

Been there - Done that - Got the T-Shirt

Erstmal herzlichen Dank für die vielen aufmunternden Worte, die mich in diesem Forum und auf anderem Wege erreicht haben. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Heute habe ich meine letzten Unterrichtsstunden gegeben, und das gibt mir nochmal Gelegenheit, das knappe letzte Jahr rückblickend zu betrachten. Zu den Motiven meines Ausstiegs habe ich ja schon was gesagt, das will ich hier nicht nochmal wiederholen. Aber vielleicht zu den Einblicken, die ich in dieser Zeit gewonnen habe. Spätestens seit der ersten PISA-Studie der OECD ist das Thema Bildung in Deutschland ja eines der heissen Eisen, fast auf einer Stufe mit den Problemen Arbeitslosigkeit und Konjunktur. Jedem ist eigentlich klar, dass dringend was getan werden muss, aber irgendwie scheint sich niemand zu trauen, oder es hat bisher niemand das Patentrezept gefunden, das uns aus der Misere führt. Neben vielen anderen Aspekten spielt natürlich die Kompetenz der Lehrer eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Kinder und Jugendliche auf das (Berufs-)Leben vorzubereiten. Und ich denke, da hapert es gewaltig, zumindest was die Aussichten für die Zukunft angeht. Der allgegenwärtige Sparzwang hat dazu geführt, dass es viel zu wenig Lehrer gibt, und dass diejenigen, die sich auf den Beruf des Lehrers einlassen, eine mehr als fragwürdige Ausbildung erhalten. Ich hatte im Referendariat 12 Wochenstunden Unterricht zu leisten - davon drei Stunden in Begleitung eines Ausbildungslehrers und neun Stunden eigenständigen Unterricht. Zwar gab es hin und wieder Unterrichtsbesuche (die von allen Referendaren gehasst werden, weil es letztendlich Prüfungen sind, die über die Abschlussnote entscheiden), aber sonst fand im Prinzip keine Kontrolle statt, was man in diesen neun Stunden trieb. In diesen "Bedarfsdeckenden Unterricht" wurde man bereits nach wenigen Wochen Referendariat geworfen, eine Zeit die kaum ausreicht, die gröbsten Fehler zu erkennen, geschweige denn zu beheben. Also (und ich spreche jetzt mal nur von mir) nimmt man etliche schlechte Angewohnheiten mit in den Unterricht, und diese schleifen sich dann durch stetige Wiederholung ein, ohne dass jemand da ist, der einen darauf aufmerksam machen könnte. Das Ergebnis kann sich jeder vorstellen... So wichtig und richtig ein früher Kontakt zur "Zielgruppe" und die eigene Unterrichtserfahrung ist - die Referendare dabei größtenteils alleine zu lassen ist eine unglaublich bescheuerte Idee. Natürlich hängt eine andere Art der Ausbildung letztendlich nur von einem Faktor ab: Geld. Die vorhandenen Lehrer müssen entlastet werden, damit sie sich vor Ort in der Ausbildungsschule intensiver um die Referendare kümmern können. Das bedeutet, dass der reguläre Unterricht auf mehr Kollegen verteilt werden muss. Was sowieso sinnvoll ist: Ich habe an den beiden letzten Wochenenden erfahren, was es heisst, zwei Korrekturfächer zu unterrichten (also Fächer, in denen Arbeiten/Klausuren geschrieben und korrigiert werden müssen). Wie das Kollegen mit dem doppelten Stundenpensum durchstehen ist mir ein absolutes Rätsel. Und ich habe keinen Kollegen getroffen, der nicht irgendwo von dem Beruf und den steigenden Belastungen angefressen ist. Das Burnout-Syndrom ist bestimmt keine Modekrankheit, sondern eine knallharte Realität. Vor diesem HIntergrund verwundert es also überhaupt nicht, wenn die Kultusministerkonferenz (Achtung: Web-Design wie vor 10 Jahren, hier ist die richtige Seite) beschließt, aus der OECD-Studie auszusteigen, die die Lehrer evaluieren soll. Das erschreckende Ergebnis wollte man sich wohl ersparen. Gute Ausbildung kostet, und solange der Staat (und damit letztendlich wir als Gesellschaft) nicht bereit sind, Geld zu investieren - viel Geld - wird sich an der Misere nichts ändern. Und so werden wir uns wohl alle drei Jahre wieder über die neuste PISA-Studie ärgern. Dann wird den vorhandenen Lehrern zur Kompensation der Probleme noch mehr Arbeit aufgenötigt, und wir sinken tiefer und tiefer in den Schlamassel, ohne Hoffnung auf Rettung. Aber wie gesagt: Das alles waren nicht die Gründe, warum ich das Handtuch geworfen habe. Allerdings: Gereicht hätten sie allemal...

2005-11-09

Und das war das...

Dieses Blog wurde ja vor allem zu dem Zweck eingerichtet, meinen Werdegang als Referendar zu dokumentieren. Und somit gehört auch diese Nachricht hier hinein: Ich werde mein Referendariat zum 15.11. beenden. Wie konnte es soweit kommen? Ich bin öfters gefragt worden "Na, macht's noch Spass?" Die richtige Frage wäre eigentlich immer gewesen: "Na, macht's schon Spass?" Der Beruf des Lehrers hat seine schönen Seiten, ich habe eine tolle (wenn auch etwas weit entfernte) Schule bekommen, und durfte mit furchtbar netten Kollegen zusammenarbeiten (die ich hoffentlich nicht ganz aus den Augen verlieren werde). Aber wenn man merkt, dass Lehrer sein auch und vor allem heißt, anderer Leute Kinder zu erziehen, und man dafür kein Talent hat bzw. einem das einfach nicht liegt, dann sollte man diesen Beruf denjenigen überlassen, die das besser können (oder sich zumindest dazu berufen fühlen). Natürlich habe ich mich vom Moment des Entschlusses an gefragt, ob dieser Schritt denn nun der richtige ist (vor allem, weil er endgültig und unumkehrbar ist). Aber dann musste ich mir nur vorstellen, diesen Beruf für die nächsten 30 Jahre auszuüben, und ich war mir wieder sicher, dass ein Ende mit Schrecken das kleinere Übel ist. Ich denke aber nicht, dass das letzte Dreivierteljahr verlorene Zeit war. Die gemachten Erfahrungen und die gewonnenen Einsichten möchte ich nicht missen. Und letztendlich: Ich musste es einfach ausprobieren um herauszufinden, dass es nicht das richtige für mich ist. Noch kurz zu Chronologie (für alle, die Wetten abgeschlossen haben :). Ich stand ja schon mehrfach kurz davor, alles hinzuschmeissen (wie vermutlich viele Mit-Referendare auch, die aber nicht über den Luxus des Quereinstiegs verfügen). Ende Oktober war dann der Punkt erreicht, an dem ich mir nicht mehr einreden konnte, dass ich es noch packe. Nachdem ich meinen Schulleiter und die Seminarleitung informiert hatte, nahm die Entlassung ihren Lauf. Anschliessend wurden meine Hauptseminarleiterin und meine Fachseminarleiter informiert ("Der Unterricht, den ich gesehe habe, war doch ganz ordentlich." Na Danke, dass hätte man mir auch eher sagen können...). Das Hauptseminar wurde dann letzte Woche geschockt, vor allem weil sich gleich noch ein zweiter Kollege verabschiedete. Meine Schüler wollte ich eigentlich erst nächste Woche, in den letzten Stunden informieren. Dummerweise ist aber gestern was durchgesickert, so dass ich heute in den Kursen bestürmt wurde, ob das Gerücht stimmt. Lange konnte ich das Dementi nicht aufrechterhalten. Somit bin ich gespannt, wie die letzten Unterrichtsstunden vor diesem Hintergrund verlaufen werden. Was nun kommt weiss ich noch nicht. Falls jemand eine Stelle zu vergeben hat, die zu meinen Neigungen und Fähigkeiten passt (als Systemadministrator, IT-Ausbilder/Trainer oder Blöde-Sprüche-klopfer-und-alles-besser-Wisser): Bitte melden. Oder um es mal mit einem T-Shirt-Aufdruck zu sagen: "Will TeX for Food!"

2005-10-16

neulich im Kino: "The Brothers Grimm"

Oder: Zuviel gewollt und zuwenig gekonnt. Durch diverse Filmkritiken vorgewarnt, bin ich mit nicht allzu großen Erwartungen in den Film gegangen. Das war wohl auch gut so. "The Brothers Grimm" ist ein Film, den man nicht unbedingt gesehen haben muss. An sich kann Terry Gilliam ja tolle Filme machen. "Brazil", "Twelve Monkeys" oder "The Fisher King" sind ja nun wirklich Aushängeschilder seines verschrobenen Humors - und das, obwohl es alles andere als Komödien sind. Und auch Brothers Grimm hätte ein solcher Film werden können. So hanebüchend der Plot auch ist - Jacob und Wilhelm Grimm als Kämpfer gegen Dämonen, Geister, Hexen und dergleichen mehr - er hätte funktionieren können. Diverse Schauspieler liefern wirklich witzige Vorstellungen ab, z.B. Peter Stormare (ein Schwede, der einen Italiener spielt), oder Jonathan Pryce (ein Brite, der einen Franzosen spielt, und neben Mackenzie Crook noch aus "Pirates of the Carribean" bekannt ist, und schon in diversen anderen Gilliam-Streifen mitgespielt hat). Das Hauptmanko sind aber die beiden Hauptdarsteller. Vielleicht ist es ja gerade der Erfolg von "Pirates" gewesen, der irgendjemanden auf die Idee gebracht hat, Matt Damon und Heath Ledger genauso nuschelig und unverständlich brabbeln zu lassen, wie Johnny Depp als Captain Sparrow. Aber vielleicht sind die beiden Schauspieler einfach nicht zu mehr fähig - dass Depp mehr kann, hatte ich ja bereits vor einiger Zeit berichtet. Selbst wenn der durchschnittliche amerikanische Zuschauer nicht weiss, dass die Gebrüder Grimm sich bestimmt besser artikulieren konnten, weil sie eben nicht nur ihre Märchen gesammelt haben - ein derartiges Herumgestammele, bei dem man die Dialoge nur sehr bruchstückhaft mitbekommt, ist einfach nur nervig. Leider bleibt aber auch das Drehbuch selbst hinter seinen Möglichkeiten zurück. Mit zwei oder drei richtig ekelhaften Szenen musste man natürlich rechnen, es ist halt immer noch Terry Gilliam. Was vielleicht etwas versöhnlich stimmen kann, ist die Ausstattung des Films. Na gut, ob Marbaden oder andere deutsche Städte wirklich so ausgesehen haben, sei mal dahingestellt, aber der Zauberwald ist schon recht nett. Und wer hat's gemacht? Die Tschechen haben's gemacht, der Film ist komplett in den Barrandov-Studios in Prag gedreht worden. Also dort, wo Pan Tau oder diverse andere Märchen verfilmt wurden. Aus technischer Sicht muss sich diese Produktion nicht hinter Filmen aus den USA oder Neuseeland verstecken. Tja, Fazit: Wem "Van Helsing" gefallen hat, der soll sich "Brothers Grimm" ruhig ansehen. Allen andern empfehle ich "7 Zwerge", denn da wird gezeigt, wie deutsche Märchen richtig durch den Kakao gezogen werden.

2005-10-11

Veranstaltungshinweis

Zum Glück findet auch in diesem Semester wieder das RBG-Seminar
http://www.techfak.uni-bielefeld.de/ags/rbg/lehre/2005wise-392192/
statt, das sich inzwischen zu einer festen Tradition entwickelt hat. Der Terminplan ist im Augenblick noch furchtbar leer, wird aber hoffentlich bald mit interessanten Vorträgen gefüllt werden. Einige Themen, die es in den letzten Semestern nicht geschafft haben, sind auf der obigen Seite zu finden. Weitere Dinge, zu denen ich gerne einmal einen Vortrag hören möchte, wären z.B. Um nur mal ein paar Beispiele zu nennen. Also, am 18.10.2005 geht's los, um 16 Uhr (c.t.) in M3-115. Sagt "Örn schickt mich", und Ihr bekommt freien Eintritt!

2005-10-08

Tue gutes ...

... und sprich darüber. Um die Arbeit der IETF etwas transparenter zu machen, gibt es ab jetzt das IETF Journal. Herausgegeben wird es von der ISOC, und es soll in Zukunft dreimal pro Jahr erscheinen. (Wilde Spekulation: Immer nach einem Meeting?) Die Erstausgabe teilt sich - für eine Erstausgabe nicht ganz unüblich - in zwei Hälften: Einer kurzen Beschreibung der IETF und aktuellen Informationen der angrenzenden Organisationen einerseits, und einer Nachbesprechung diverser WGs auf der IETF 63 in Paris andererseits. Positiv fällt auf, dass die Artikel kurz und knapp sind. Ich denke, mit etwas Geschick kann sich diese Zeitschrift zu einem schönen Gegenstück zu Ciscos Protocol Journal entwickeln, das ja eher längere und technisch detailierte Artikel bringt. Und schön ist, dass man einigen seit Jahren bekannten Namen jetzt endlich mal ein Gesicht zuordnen kann. Und dass man nachlesen kann, was Leute, mit denen man jahrelang Tür an Tür gearbeitet hat, denn heute so treiben :)

2005-09-27

Frechheiten

Auf diesen Tag habe ich gewartet. Irgendwie habe ich immer damit gerechnet, dass irgendjemand mal zugibt, dass wir Quereinsteiger eigentlich unerwünscht und vor allem ungeeignet sind, und heute ist es endlich passiert. Ich war heute auf der Jahrestagung des MNU-Landesverbandes Westfalen (ja, die Web-Seite sieht tatsächlich so krank aus), und musste mir von einem Herrn Psarski von der Bezirksregierung Arnsberg zum Thema Informatik-Referendare sinngemäß anhören: "In letzter Zeit sind ja Informatik-Quereinsteiger zu mir gekommen, die aus ihren ursprünglichen Berufen entlassen wurden, die dann aber gleich gesagt haben, dass sie Schule ja nur als Notlösung ansehen. Diese Leute können von ihren didaktischen Fähigkeiten mit echten Lehrern natürlich nicht mithalten. Und das bisschen Fachwissen, dass können sich echte Lehrer als Autodidakten sowieso viel besser aneignen." Am meisten ärgert mich im Nachhinein, dass ich nicht einfach aufgestanden und rausgegangen bin. Das beste war nämlich, dass wir am Vormittag ein wunderschönes Beispiel für die Kenntnisse und Fähigkeiten dieser Autodidakten bekommen haben. Thema eines anderen Vortrags war "Netzwerkgrundlagen und Client-Server-Applikationen". Das die Form mehr als zu wünschen übrig lies (48 zum Teil unleserliche Folien in einer knappen Stunde), kann ich als pädagogischer Laie natürlich nicht beurteilen (auch wenn eine solche Darbietung in einem meiner Uni-Seminare von mir passend kommentiert worden wäre). Viel spannender war für mich aber zu sehen, welche merkwürdigen Vorstellungen und urban legends entstehen, und viel schlimmer: unterrichtet werden, wenn solche Autodidakten sich damit befassen. Da wird z.B. "der Weg einer Mail" mit Hilfe von traceroute erläutert (schon mal was von A- und MX-Records gehört?). Da wird behauptet, der IP-Header enthielte die Adresse des nächsten Routers (gemeint ist wohl, dass die link-layer-Adresse des next hop im entsprechenden header steht). Und da wird die Kommunikation über sockets mit Hilfe von FTP erläutert, natürlich ohne auf die Besonderheit von control connection und data connection einzugehen, was dieses Protokoll so ziemlich zum schlechtesten Einstiegsbeispiel unter den "klassischen" TCP/IP-Protokollen macht. Von der üblichen Leichtgläubigkeit (da müssen wir einfach nur Verschlüsselung einsetzen, dann ist das sicher) will ich garnicht erst schreiben... Die Tatsache, dass ich mein im vorherigen Beruf erworbenes Wissen bisher nur sehr spärlich als Lehrer einsetzen konnte, ist mit ein Grund für die hin und wieder auftretenden Frust-Attacken. Erlebnisse wie das heutige können mir aber eigentlich nur die Hoffnung geben, dass dieses Wissen sinnvoll eingebracht werden kann, ja sogar dringend gebraucht wird.

2005-09-10

Die Tage werden kürzer, die Wochen werden länger

So kommt es mir zumindest vor. Nachdem alle meine Schüler wieder wohlbehalten nach Steinheim zurückgekehrt sind, ist heute die erste richtige Woche voll Unterricht zu Ende gegangen. Genau: Heute ist Samstag. Nach dem Seminar Erziehungswissenschaften am Vormittag war ich am Nachmittag noch in meiner Schule, die heute einen Sponsorenlauf veranstaltet hat. Und: So ein richtiges Ende der Woche gibt es eigentlich überhaupt nicht. Der Sonntag muss für die Planung der nächsten Stunden herhalten. Ich weiss auch nicht, eigentlich sollte es nach den Ferien ja ganz anders laufen. So mit langfristiger Planung, damit ich immer weiss, was ich in den nächsten Wochen machen will und wo ich bis zur nächsten Klausur hin muss. Aber jetzt bin ich schon wieder in dem Trott, mich von Stunde zu Stunde zu hangeln. Immerhin geht es nicht nur mir so, sondern auch dem einen oder anderen Referendarskollegen. Und ich habe die leichte Hoffnung, dass sich der Zustand demnächst bessern könnte. Entweder, weil ich langsam besser mit dem Stoff vertraut werde, oder weil ich merke, dass es so einfach nicht mehr weitergehen kann. Und dann bin ich unschlüssig, wie ich die aktuellen Meldungen über den Lehrermangel bewerten soll. Einerseits verbessert das natürlich die Aussicht, nach dem Referendariat übernommen zu werden. Andererseits drückt es aber die Motivation, dass man im Prinzip auch mit einem mieserablen Abschluss noch Chancen hat. Niemand wird gerne mit Nieten in einen Topf geworfen, völlig unabhängig davon, ob man selber eine ist oder nicht. Wenn man sich schon jetzt auf Sprüche wie "Sie haben Ihr Examen wohl im Lotto gewonnen!" einstellen kann, macht das nicht unbedingt Lust auf den Beruf. Im Prinzip hat die Politik zwei Möglichkeiten, auf die Situation zu reagieren: Entweder wird der Beruf des Lehrers "entstresst", um wieder mehr Bewerber zu gewinnen, oder den vorhandenen Lehrern wird noch mehr Arbeit aufgehalst. Sollen wir mal eine Prognose wagen???

2005-09-02

neulich im Kino: "Charlie and the Chocolate Factory"

Kino-Trailer gehören verboten! Entweder sie nehmen alle guten Szenen eines Films vorweg und man quält sich dann im Kino durch den Rest. Oder sie haben kaum etwas mit dem Film zu tun, und um ein Haar verpasst man zwei Stunden richtig gute Unterhaltung. "Charlie and the Chocolate Factory" und die zugehörige Werbung gehören zur letzten Kategorie. Die Geschichte von Roald Dahl, die schon öfters verfilmt und auch schon manches mal veralbert wurde, ist eigentlich recht einfach gestrickt. Der Schokoladenfabrikant Willy Wonka lädt fünf Kinder in seine Fabrik ein. Vier davon sind wahre Kotzbrocken, denen im Laufe des Films der eine oder andere Unfall passiert. Nur ein Kind ist gut, nett, wohlerzogen - und bettelarm. Soweit zum offensichtlich moralisch erhobenen Zeigefinger, der heute vielleicht etwas antiquiert wirkt (nicht unbedingt ist). Was den Film absolut sehenswert macht ist nicht die Geschichte, sondern wie sie erzählt wird. Hat Johnny Depp eigentlich schon mal eine halbwegs normale Rolle gespielt? Als exzentrischer Willy Wonka lebt er in seiner eigenen Welt und wirkt völlig durchgeknallt, lässt dann aber urplötzlich und ohne Vorwarnung die tollsten Sätze vom Stapel. Regisseur Tim Burton arbeitet nicht nur zum wiederholten Male mit Depp zusammen, sondern hat auch wieder seinen Stamm-Komponisten Danny Elfman für die Musik verpflichtet. Die meisten Liedtexte stammen von Dahl, werden aber auch schon mal mit moderner Musik unterlegt. Und gerade bei den Musiknummern tritt der heimliche Star des gesamten Films in den Vordergrund: Deep Roy. Obwohl dieser Schauspieler in den letzten 30 Jahren oft nur für Augenblicke in Nebenrollen zu sehen war (in einem der schlechteren "Pink Panther"-Film, oder als Besitzer der Rennschnecke in der Unendlichen Geschichte), fällt er durch seine Körpergröße von etwas mehr als 1,30 Meter auf. In diesem Film spielt Roy sämtliche Oompa-Loompas, die fleißigen Arbeiter der Schokoladenfabrik. Laut imdb.com waren es 165 Rollen, und kaum zwei sind wirklich identisch, jeder hat eine eigene Persönlichkeit. Es ist eine wahre Freude zu sehen, wie Burton diesem Schauspieler die Möglichkeit gibt, sich einmal richtig auszutoben und sein Können zu zeigen. Auch diesen Film kann ich nur empfehlen (ich glaube, über andere würde ich garnicht erst schreiben...). Wenn man sich nicht an der im Grunde simplen Story stört, sondern sich an einem wirklich super gemachten Film erfreuen will (der zudem bis in die kleinsten Rollen mit grandiosen Schauspielern besetzt ist), dann sollte man sich von dem Trailer nicht abschrecken lassen und sich für zwei Stunden in die Welt von Willy Wonka entführen lassen.

2005-08-27

Ich bin noch da...

Der eine oder die andere kennt das vielleicht: Man ist gespannt wie ein Flitzebogen, weil ein großes Ereignis bevorsteht, und dann kommt alles ganz anders. Und die Spannung entlädt sich dann in die merkwürdigsten Gedanken und Überlegungen. Aber der Reihe nach. Im kommenden Schuljahr habe ich das Vergnügen mit zwei parallelen Kursen Mathematik in der Stufe 11 und einem Differenzierungskurs Informatik/Mathematik der 10. Klassen. Dummerweise haben die 11er in den ersten beiden Wochen Berufs-Praktikum, und die 10er in der zweiten Woche Klassenfahrten. Mit anderen Worten: Ich werde in den ersten zwei Wochen genau drei Stunden Unterricht geben, bzw. habe diesen bereits erteilt. Damit habe ich viel mehr freie Zeit (nicht unbedingt Freizeit) als erwartet, und viel mehr Zeit für schräge Gedanken. Zum Beispiel: Was machst Du hier eigentlich? Willst Du wirklich Lehrer werden? Wirklich wirklich? Wie ziehst Du Deinen Unterricht auf? Was kommt dran? In welcher Reihenfolge? Was müssen die Schüler bis zur ersten Klausur unbedingt können? Nicht, dass ich mir diese letzten Gedanken nicht sowieso hätte machen müssen. Aber ohne weitere Ablenkung, mit immer mehr Abstand zum letzten eigenen Unterricht nahm der Selbstzweifel doch ziemlich bedrohliche Ausmaße an. Inzwischen scheint die erste Sinnkrise des neuen Schuljahrs überwunden. Es wird aber bestimmt nicht die letzte gewesen sein. Geholfen hat der erste Seminartag und die Erkenntnis, dass es vielen Kollegen ähnlich geht wie mir. Naja, sobald der Berufsalltag so richtig losgeht, verflüchtigen sich diese diffusen Zweifel endgültig und werden durch ganz handfeste Sorgen, Probleme und Stress ersetzt...

2005-08-12

Ein Scheibe geröstetes Weißbrot gefällig?

NetBSD ist vermutlich das am meisten unterschätzte Betriebssystem der Welt. Aber das wird sich jetzt ändern, denn nur NetBSD konnte diese letzte Hürde bei der Entwicklung des Menschen vom Affen zum Geek nehmen: NetBSD läuft jetzt auch auf einem Toaster! Damit wir uns richtig verstehen: Das ist nicht einfach ein Toaster-Gehäuse mit einem Rechner. Das kann jeder PC-Schrauber, der weiß, wo beim Lötkolben die spitze Seite ist. Es ist ein voll funktionsfähiger Toaster, der dazu dient, Brot in Holzkohle zu verwandeln. NetBSD wurde um Treiber erweitert, die die Temperatur messen und den Röstvorgang entsprechend dem vom Benutzer gewünschten Grad der Verkokelung steuern. Hergestellt wurde der Toaster von Technologic Systems. Der Öffentlichkeit präsentiert wurde er während der LinuxWorld (wie passend). Auf einem der Bilder steht der Toaster auf einem Amiga 2000. Das ist noch viel passender, bedenkt man doch, dass einer der am meisten unterschätzten Computer nicht zuletzt durch den Video Toaster der Firma NewTek sein Potential zeigen konnte. Dieser Verbindung verdanken wir Fernsehserien wie "Babylon 5" oder "SeaQuest DSV". Und so schließt sich der Kreis...

2005-08-06

klick klick klick

Alle neuen Trends kommen ja bekanntermaßen aus den Juuu-Essss-Ähhh (guckst Du hier: 6 MB oder 2,5 MB). Aber wie Vella richtig fragte: Muss man wirklich alles mitmachen? CNet (via slashdot) berichtet über "clicker". Das sind kleine Geräte, die frappierende Ähnlichkeit mit einer Fernbedienung haben. Sie können im Unterricht von Schülern oder Studenten eingesetzt werden, um vom Lehrer gestellte Fragen zu beantworten oder Meinungsbilder einzuholen. Hersteller solcher Geräte gibt es inzwischen eine ganze Menge, nur anscheinend konnte man sich noch nicht auf eine einheitliche Bezeichnug einigen: Personal Response System (PRS), Classroom Performance System (CPS), oder auch Audience Response System (kein Akronym? Seltsam, seltsam... :). Nach Meinung der Hersteller ist es mit Hilfe dieser Technologie möglich, sich unmittelbar einen Überblick über den Wissensstand und den Lernerfolg aller Schüler zu verschaffen, siehe dazu das Video (Windows only ...) beim ersten der oben genannten Anbieter. Die Frage ist, ob das eine gute Idee ist. Einerseits kann ich die Motivation verstehen. Man weiß nie genau, ob das bei den Schülern (oder Studenten) angekommen ist, was man wollte. Vor allem, ob nur einzelne mitgekommen sind, die meisten oder alle, ist (zumindest für mich im Augenblick) immer sehr schwer einzuschätzen. Andererseits scheint diese Art der Lernkontrolle nur gut in Kombination mit einer Unterrichtsform zu funktionieren: Frontalunterricht. Und den sollte man in der Schule nur an einigen wenigen, wohlbegründeten Stellen einsetzen und sonst möglichst vermeiden (so zumindest die allgemeine Ansicht, soweit ich das bisher mitbekommen habe). Und die Fragen sind fast unweigerlich Multiple-Choice-Tests, was eine noch viel größere Sünde ist als Frontalunterricht. Außerdem weist der slashdot-Artikel zu Recht darauf hin, dass stille Schüler noch darin bestärkt werden, lieber den Mund zu halten. Und die ohnehin schon spärlichen verbalen Kompetenzen bei etlichen Jugendlichen werden durch so ein System sicherlich auch nicht gerade gefördert. Also, ich bin da sehr skeptisch... Zu diesem Thema würde mich wirklich die Meinung meiner kleinen (zahlenmäßig, natürlich :) aber elitären Leserschaft interessieren. Schreibt doch mal einen Kommentar, was Ihr von solchen Geräten haltet, und ob Ihr sie gerne in der Schule oder der Uni gehabt hättet.

2005-07-31

Achtung Werbung!

Statt einem richtigen Artikel gibt's heute etwas Werbung. Am letzten Freitag war System Adminstrator Appreciation Day, und wer seinen Sysadmin bei Laune halten will, lässt ihm oder ihr hin und wieder eine Aufmerksamkeit zukommen. ThinkGeek hat jede Menge Zeug, dass niemand wirklich braucht, aber um das einen jeder beneiden wird: Den Schweizer-Armee-USB-Stick, einen nichtlizensierten grünen Laserpointer, für den man eigentlich einen Waffenschein bräuchte, oder ein Aquarium mit USB-Anschluss. Doch was würde man einem Mathematiker schenken? (Die Antwort auf die Frage, warum es keinen Mathematician Appreciation Day gibt, sei dem Leser als einfache Übung überlassen.) Wie wäre es mit einer Kleinschen Flasche, einem Gegenstand mit nur einer Seite, d.h. keiner ausgezeichneten Aussen- oder Innenseite? Erhältlich sind sie in verschiedenen Formen, Farben und Größen bei ACME Klein Bottles, der Firma von Clifford Stoll (dem Autor von "The Cuckoo's Egg", deutsch "Kuckucksei", und meinem absoluten Lieblingszitat: " 'Wir beobachten jemanden, der noch nie Berkeley-Unix verwendet hat.' Dann hielt er den Atem an und flüsterte: 'Ein Heide.' "). Die Kaffeetasse sieht doch richtig praktisch aus... Ach ja: Unbedingt die Stellenausschreibungen der Firma lesen!

2005-07-14

Le Tour à trois dimensions

Bonjour le Tour! Nachdem Google nicht nur das Programm "Google Earth" freigegeben hat, sondern netterweise auch gleich noch die Spezifikation für die Keyhole Markup Language, kann man nun beliebige Punkte der Welt genauer in Augenschein nehmen und sogar mit eigenen Informationen überlagern. Und wenn dann noch die ARD gemeinsam mit MagicMaps die Etappen der Tour de France 2005 als GPS-Koordinaten zur Verfügung stellt, dann sind die folgenden Bilder nur noch ein paar Zeilen Perl entfernt: Die 8. Etappe von Pforzheim nach Gérardmer verlief durch den Schwarzwald. Die 14. Etappe führt die Fahrer in die Pyrenäen. Die 15. Etappe geht über mehrere schwere Gipfel der Pyrenäen, wie man sehen kann, wenn man der Route folgt: Etappe 15, Übersicht Mit der Animationsfunktion von Google Earth kann man die Routen abfliegen, so wie es die Fernsehsender in ihren Sendungen machen. Zum Selberausprobieren stelle ich die 21 Etappen als KML-Dateien zur Verfügung. Einfach in Google Earth mit "Open..." laden.

2005-07-12

APUE2e

Wie gerade auf slashdot berichtet wurde, gibt es eine neue Auflage von "Advanced Programming in the UNIX Environment". Da Richard Stevens bekanntermaßen keine Bücher mehr schreiben kann, wurde dieses Standardwerk von Stephen Rago überarbeitet. Ich weiß nicht, aber irgendwie finde ich den Dilbert auf dem Cover einfach nur genial...