2009-01-25

Natur vor der Haustür

So langsam lerne ich einige Tugenden der Naturfotografie kennen: Geduld, Ausdauer - und eine gehörige Portion Glück. Am Samstag hatte ich das Vergnügen, mit einer Ex-Bielefelderin mit Heimweh einen Spaziergang durch den Tierpark Olderdissen zu machen. Leider zeigte sich OWL wettertechnisch mal wieder von seiner üblichen Seite: Nass und grau. Dementsprechend sind die Fotos geworden. Die Wölfe waren diesmal alle in dem kleinen Gehege, und kamen extrem nahe an die Besucher heran. Den erkrankten Rüden "Ringo" konnte ich nicht sehen. Ich hoffe, dass er sich nur vor so viel weiblicher Übermacht zurückgezogen hatte. Und ganz offensichtlich fangen die Damen an, ihre Hackordnung festzulegen.
Aber genauso schnell, wie die Auseinandersetzung begonnen hatte, war sie auch wieder vorbei.
Der Sonntag hingegen begrüßte einen gleich am Morgen mit einem strahlend blauen Himmel und Sonnenschein. Also habe ich meine inzwischen übliche Runde über Hücker Moor und Enger Bruch gemacht. Und dort tastet sich offensichtlich schon ganz langsam der Frühling heran: Auf einer Wiese rasteten insgesamt 24 Graugänse: Letzte Woche hatte ich dort bereits 9 Stück gezählt. Ob sie allerdings sehr spät mit der Reise in den Süden oder sehr früh mit der Reise in den Norden sind, kann ich nicht sagen. Eventuell überwintern sie auch hier und ziehen nun ein wenig umher. Gegen Mittag bin ich dann nochmal 'raus zum Obersee. Wie ich bereits befürchtet hatte, war der Weg um den See brechend voll mit Leuten. Ein Glück, dass ich mich trotzdem mit in's Gewühl gewagt habe. Am Steg auf der Südseite hatten sich zwei Singschwäne unter die ständigen See-Bewohner gemischt. Ich glaube nicht, dass das wieder die Olderdissen-Schwäne waren, auch wenn ich diese am Vortag dort schon vermisst hatte: Einerseits waren diese beiden Tiere nicht beringt, andererseits hatten sie keinen Nachwuchs dabei. So richtig gelohnt hatte sich die Runde um den See aber, als ich endlich einen Eisvogel vor die Kamera bekam: Wie auch in diesem Artikel bemerkt wurde, gingen dutzende Leute an der Stelle vorbei, und gerade mal zwei haben das Tier wahrgenommen. Anscheinend reicht es nicht einmal aus, wenn jemand mit einem riesigen Teleobjektiv fotografiert, um Interesse zu wecken. Und zum Schluss kam mir dann noch ein Buntspecht vor die Linse, was mir auch nicht alle Tage passiert: Was soll das erst geben, wenn der Frühling so richtig anfängt??

Kommentare:

Sebastian hat gesagt…

Wow...

Ich kenn Eisvögel nur aus der Werbung, hätte nie im Leben gedacht, dass es die hier gibt.

Ich freu mich ja schon, wenn mir mal ein Reh links oder rechts am Straßenrand über den Weg läuft, alles andere erkenne ich einfach nicht weil ich keine Ahnung habe. Oder ein Fuchs beim Fahrrad fahren :-)

Hoffentlich wird's bald Frühling, ich will endlich wieder raus und fahren. Wenn Du weiter so fleißig Tiere bebilderst werd ich vielleicht doch mal was erkennen.

Hoffe Du hast noch lange Spaß an Deinem Teleobjektiv, kommt wirklich eine Menge Tolles dabei heraus. Ich guck in der Zwischenzeit mit dem alten Feldstecher meines Vaters in den Winternächten nach Galaxien am Himmel. Hab leider keine Beweisfotos für die Dinge, die ich meine schon gesehen zu haben - vielleicht wär das ja auch noch was für Dich, die Luft ist im Moment wirklich ideal und es muss ja nicht beim Mond bleiben :-)

bernd hat gesagt…

ein paar Tage später war ja auch in der NW ein Artikel über die Eisvögel am Obersee. Hast du denen einen Insidertip gegeben?

Örn hat gesagt…

Ich war's nicht :) Aber es gibt da die richtigen Profis, die bestimmt die guten Verbindungen zu den Medien haben - und zugegebenermaßen auch die besseren Fotos schießen.