2006-11-18

New Kid on the Block

Da sich die letzten Artikel immer nur um das Thema Google Maps gedreht haben, heute mal was ganz anderes: Yahoo Maps. Yahoo bietet zwar auch schon länger einen eigenen Kartendienst an, und wohl auch schon länger eine Schnittstelle, um diese Karten auf eigenen Web-Seiten einzubinden. Aber erst ein Artikel im Heise-Newsticker, bzw. die größtenteils völlig unqualifizierten Forumsbeiträge, haben mich dazu bewogen, mir Yahoo näher anzusehen und die beiden Konkurenten miteinander zu vergleichen. Und um einen wirklich direkten Vergleich zu ermöglichen, habe ich kurzerhand eine Seite mit einem "Google and Yahoo Maps Bakeoff" erstellt. Es wird der gleiche Kartenausschnitt einfach zweimal dargestellt, einmal von Google und einmal von Yahoo. Beide Karten sind miteinander synchronisiert, d.h. wenn man in der einen den Ausschnitt oder die Vergrößerung ändert, wird dieser Vorgang in der anderen Karte nachvollzogen. Nur der Wechsel zwischen den verschiedenen Kartendarstellungen (gezeichnet, Satellitenaufnahme oder hybrid) läßt sich nicht ohne weiteres erkennen und auf die andere Karte übertragen. Die Unterschiede sind recht interessant. In der Regel hat Google die besseren Karten, im wahrsten Sinne des Wortes. Der Anteil an hochauflösend dargestellten Bereichen Deutschlands ist sehr viel größer. Auf der anderen Seite kann Yahoo aber in bestimmten Regionen auftrumpfen, und eine davon ist zufälligerweise der Großraum Bielefeld. Während dieser bei Google ja nach wie vor nur in schlechter Qualität vorhanden ist (und ausserdem um einige Kilometer verschoben ist), kann man sich bei Yahoo die Bielefelder Innenstadt oder den Obersee bildschirmfüllend ansehen. Die Aufnahmen wurden zwar augenscheinlich im Winter und bei verhältnismäßig tief stehender Sonne gemacht, aber man ist ja bescheiden geworden. Die APIs der beiden Dienste sind erstaunlich ähnlich, was sicherlich auch daran liegt, dass beide im Prinzip die gleiche Funktionalität bieten. Die relevanten Events auf einer der beiden Karten zu erkennen und auf die jeweils andere Karte zu übertragen ist ein Kinderspiel. Lediglich der Zoomlevel ist in beiden Applikationen anders: Während bei Google größere Werte in die Karte hineinzoomen, bewirken sie bei Yahoo den gegenteiligen Effekt. Trotzdem sind die zugrundeliegenden Zoom-Stufen aber die gleichen, die beiden Vergleichskarten zeigen im Prinzip immer pixelgenau den gleichen Ausschnitt an. Das Yahoo-API erlaubt genauso wie Google, eigene Informationen einzublenden und verfügt auch über einen Geocoder. Ich weiss noch nicht genau, mit welchem der beiden Systeme ich in Zukunft arbeiten werde. Da die APIs aber so ähnlich sind, könnte man vermutlich auch eine zusätzliche Abstraktionsschicht zwischen Anwendung und Karten-API legen, so dass man beliebig zwischen den beiden Diensten wechseln kann. Es würde mich nicht wundern, wenn schon bald entsprechende Lösungen angeboten würden. Update: Falls man schöne oder interessante Beispiele findet, wo sich die beiden Karten unterscheiden, kann man diese nun verlinken und bookmarken. So ist z.B. die A33 bei Google bereits fertig ausgebaut, während Yahoo den derzeit aktuellen Stand zeigt. Dieser am Meer gelegenen Parkplatz bei Athen ist entweder irgendwann einmal Opfer einer Überflutung geworden, oder der Anbau ist dem Wasser abgetrotzt werden. Und der Flughafen "El Prat" bei Barcelona ist vor und nach seiner Erweiterung zu sehen. Weitere Beispiele dürfen gerne per Kommentar an diesen Artikel angefügt werden.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

http://www.joern.loc/gmaps/gymaps.html?lat=37.96....
Oerm - da passt wohl was mit den Links noch nicht ;-)

Gruss - Henning

Örn hat gesagt…

Mist! Wenn man das auch zu Hause ausprobiert und da funktioniert's dann...

Jetzt zeigen die links auf den richtigen Rechner. Danke!

Sebastian Peitsch hat gesagt…

Ich hab den Blog-Eintrag heute das erste Mal gesehen und bei mir werden im Moment nur verquere Kartendaten angezeigt... bekomme immer die Aufforderung, weiter raus zu zoomen und bei der A33-Karte bekomme ich bei Yahoo einen Punkt im Wasser nahe Afrika.

Sebastian Peitsch hat gesagt…

Na vielleicht lag es an der Uni und dem dortigen Netscape. Hier zu Hause funktioniert alles.

Was mich interessieren würde:

Flickr oder Zooomr? Den Pro-Account bekommt man bei Zooomr im Moment hinterhergeworfen als Blogger, mich stört aber extremst, dass man dort keine Alben anlegen kann und die Fotos so immer total ungeordnet abgelegt werden müssen. Darüber hinaus kann man keine Fotos elegant Geotaggen (jedes Foto muss einzeln angeklickt werden selbst wenn es mehrere sind) und man kann Fotos nur einzeln löschen.

Ist Flickr für 25 Dollar im Jahr trotz Yahoo Maps eventuell doch eine Alternative?

Örn hat gesagt…

Kann ich nicht sagen. Ich habe die Limitierung auf drei Sets von Flickr erst gemerkt, als ich ein viertes anlegen wollte. Unmittelbar danach ist die Zahl der hochgeladenen (und überhaupt von mir gemachten) Fotos dramatisch gegen Null gegangen. Ungeordnet wollte ich die nämlich auch nicht haben.

So nett diese Dienste ja alle sind, aber Geld wollte ich eigentlich nicht dafür ausgeben. Irgendwann suche ich mir eine simple Fotoalbum-Lösung (oder bastle mir was eigenes mit der Technologie, die ich dann gerade lernen will) und packe meine Fotos auf meinen eigenen Server. Das ganze "social networking"-Gedöns brauche ich sowieso nicht...

Sebastian Peitsch hat gesagt…

Ich hab mir auf funpic.de eine Coppermine-Version installiert. Es gibt auch eine Scripterweiterung von einer Programmiererin aus San Francisco, welches das Geotagging in Google-Maps in Coppermine unterstützt - den Einbau von YouTube-Videos hab ich schon eingebaut.

Das ist eigentlich die netteste Lösung, aber die maximale Speichergröße bei Funpic sind 2GB, auf meinem eigenen Server 1GB... und bei Zooomr könnte ich ja jeden Monat 4GB hochladen. Ich weiss - es ist eigentlich verrückt, die eigenen Fotos in Ursprüngsgröße hochladen zu wollen aber irgendwie diese Art der Verfügbarkeit bei Flickr ist doch wirklich nett - die Bilder werden automatisch in der Größe verändert, das Ursprungsbild ist vorhanden, und man kann so viele Dateien hochladen wie man will, und ist nicht auf DVD-Grenzen beschränkt (die Bilder meines letzten Urlaubs belegen nur von mir knapp 12GB und meine Mitreisenden haben nochmal 4GB dazugebracht. Plus Videos, die ich ja jetzt auf YouTube packen könnte).

Bilder ins Netz stellen wäre eine Art Backup, mit der ich mich anfreunden könnte, vor allen Dingen weil ich diese Daten nicht immer mitsichern wollen würde... und wenn dann mal die einzige Kopie zerstört würde...

Ich warte mal darauf, dass Zooomr besser wird. Hab mir nen Blog zusammengebaut und einfach ein Bild eingebunden, dafür hab ich nen Pro Account dort für umsonst bekommen... 25$ im Jahr ist mir das Backup im Netz dann nämlich auch nicht wert bei Flickr...

Hartmut hat gesagt…

Hallo,

FYI:
ich habe gerade bemerkt, daß OWL jetzt in hoher Auflösung bei Google verfügbar ist.

Gruß
Hartmut

Örn hat gesagt…

Danke für den Hinweis. Ich konnte mich bisher irgendwie nicht dazu durchringen, einen Artikel darüber zu schreiben...

Die deutlich besseren Bilder tauchten zuerst als "Thanksgiving-Geschenk" am 23.11. in Google Earth auf, genau eine Woche später waren sie dann auch in Google Maps. Allerdings sind die Aufnahmen eindeutig älter als die von Yahoo, wie man gut am Ausbau des (inzwischen fertiggestellten) Bahnhofsviertels in Bielefeld erkennen kann. Trotzdem ist es natürlich genial, dass "wir" jetzt endlich auch in voller Auflösung dabei sind.