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2009-01-07
Vortrag "VMware Virtual Infrastructure"
Gestern hatte ich das Vergnügen, endlich mal wieder im Seminar "Arbeitsgemeinschaft Rechnerbetrieb" vortragen zu dürfen. Und da ich mich, wie hier ja bereits kurz erwähnt, seit einigen Monaten mit der Virtualisierungs-Lösung der Firma VMware beschäftigte, lag es nahe, diese vorzustellen.
In der Erwartung, noch viele weitere Vorträge halten zu können, habe ich eine entsprechende Seite auf meinem Web-Server angefangen, auf der die Folien zu dem Vortrag zu finden sind.
2008-07-16
Stellungswechsel
Irgendwie scheine ich bisher noch nicht den Job gefunden zu haben, in dem ich es längere Zeit aushalte. Wie schon durch ein paar Kommentare angedeutet wurde, bin ich nicht mehr bei Telefónica. Letzte Woche hatte ich meinen letzten Arbeitstag, und seitdem habe ich mir überlegt, wie und was ich hier schreibe. Die gute Nachricht vorweg: Ich muss demnächst nicht von Hartz IV leben, sondern habe heute meinen neuen Arbeitsvertrag unterschrieben. Aber der Reihe nach.
Ursprünglich habe ich in diesem Blog ja mein Arbeitsleben als angehender Lehrer und das jähe Ende dieser kurzen Karriere recht ausführlich beschrieben. Über meine Arbeit bei Telefónica habe ich mich aber geflissentlich ausgeschwiegen, wenn man mal von einem Beitrag zum Arbeitsantritt absieht. Das liegt zum einen daran, dass ich natürlich nicht wirklich gut über irgendwelche Interna schreiben konnte, zum anderen aber auch, dass es einfach nichts spannendes zu erzählen gab. Jenseits dieses Forums habe ich vermutlich jedem, ob er es nun hören wollte oder nicht, schon längere Zeit mein Leid geklagt, dass mir meine Arbeit nicht wirklich Spass gemacht hat.
Seit einigen Jahren stellt Telefónica entbündelte DSL-Anschlüsse zur Verfügung. Das bedeutet, die "letzte Meile" zum Kunden wird vom magenta Ex-Monopolisten bereitgestellt (nicht ganz freiwillig, dafür gibt's die Bundesnetzagentur), den Rest machen "wir". Allerdings relativ unsichtbar für die Öffentlichkeit, weil diese Dienstleistung an klassische DSL-Reseller verkauft wird, die das ganze dann unter ihrem Namen an den Mann und die Frau bringen. Ich war gemeinsam mit einigen Kollegen für die Software zuständig, die die ganzen Abläufe zwischen den beteiligten Parteien koordiniert, wenn Joe Surfer bei Provider XYZ einen DSL-Anschluss bestellt. Leider deckte sich das nur sporadisch mit dem, was ich mir gemeinhin unter einer "sinnvollen Arbeit" vorstelle, oder gar "wofür ich studiert habe". Irgendwie waren immer wieder die gleichen Probleme in immer neuen Ausprägungen zu lösen, was auf die Dauer ziemlich frustrierend wurde. Immerhin habe ich auf diese Weise erfahren, wie "in der freien Wirtschaft gearbeitet wird" - und ich bin reichlich unterwältigt. Da wird auch nur mit Wasser gekocht, und das wird dann sogar noch von zu vielen Köchen verdorben, um mal zwei Redewendungen hemmungslos zu vermengen.
So traf es sich ganz gut, dass ich auf eine Stellenausschreibung aufmerksam gemacht wurde - im Hochschulrechenzentrum der Universität Bielefeld. Um's kurz zu machen: Ab August bin ich dort für Active Directory und VMware zuständig. Mit anderen Worten: Ich bin wieder zu Hause. Wahrscheinlich dürfte ich damit der einzige sein, der in allen drei großen (verbliebenen) Rechnerbetrieben der Uni gearbeitet hat: TechFak, Genetik/CeBiTec und jetzt eben HRZ. Mathematik und Physik ignoriere ich mal einfach, vor allem haben die AFAIK schon bessere Zeiten gesehen.
Um noch die versteckten Botschaften in den Kommentaren aufzulösen: Die Kollegen haben mich mit ein paar Abschiedsgeschenken überrascht, damit hatte ich echt nicht gerechnet. Zum einen gab es ein paar Kino-Gutscheine, die alle schon verplant sind. Zum anderen scheint es zu einer Tradition zu werden, dass ich ein Revell-Modell bekomme, wenn ich gehe:
Natürlich nicht ohne die obligatorischen Frotzeleien "Du bist ja jetzt im Öffentlichen Dienst, da hast Du dann ja ganz viel Zeit!" Ich kann absolut nichts garantieren. Vor allem, weil ich ja immer noch nicht die andere Bringschuld beglichen habe.
An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei den Kollegen vom SPCI-Team bedanken. An Euch hat es bestimmt nicht gelegen, dass ich gegangen bin. Ich wünsche Euch alles Gute für die Zukunft.
Natürlich nicht ohne die obligatorischen Frotzeleien "Du bist ja jetzt im Öffentlichen Dienst, da hast Du dann ja ganz viel Zeit!" Ich kann absolut nichts garantieren. Vor allem, weil ich ja immer noch nicht die andere Bringschuld beglichen habe.
An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei den Kollegen vom SPCI-Team bedanken. An Euch hat es bestimmt nicht gelegen, dass ich gegangen bin. Ich wünsche Euch alles Gute für die Zukunft.
2006-04-07
¡Mi nuevo trabajo!
Es war ja von Anfang an klar, dass mein Gastspiel in der Genetik nur von kurzer Dauer sein würde. Die Suche nach Projekten, die ich einerseits in der Zeit gut abschließen konnte, mit denen ich aber andererseits keinen größeren Schaden anrichten würde, führte schließlich dazu, dass ich mich mit dem Thema "Content Management Systeme" auseinandergesetzt habe. Der von mir am Ende präferierte Kandidat (der im eigentlichen Sinne überhaupt kein CMS ist), war dann Zope. Mir persönlich gefiel diese Lösung deutlich besser als all die anderen Systeme, die derzeit hip und en-vogue sind. Wenn ich irgendwann mal dazu komme, werde ich definitiv Python lernen und mich weiter damit beschäftigen. Ob die Genetik jemals ein CMS auf dieser Basis erhalten wird, das ist ein ganz anderes Thema...
Von der parallel stattfindenden Job-Suche hatte ich ja schon etwas erzählt. Um's kurz zu machen: Der Job bei Frankfurt war nix (beide Seiten haben sich eine Woche später gegenseitig bestätigt, dass sie den jeweils anderen zwar ganz toll fänden, beruflich aber keine gemeinse Zukunft sehen). Dafür hätte ich in Basel nach einem zweiten Besuch Anfang März sofort anfangen können. Habe ich dann aber doch nicht.
Etwa genau zu der Zeit fragte nämlich ein Bekannter (tststs, wenn Martin jetzt eine Web-Seite hätte, könnte ich ja einen link setzen) nach, ob mich ein Kollege von ihm wegen eines Stellenangebots kontaktieren könne. Klar, warum nicht. Das Ende vom Lied ist, dass ich jetzt seit einer Woche bei Telefónica in Verl arbeite, in der Abteilung von Peter Dräxler. Und mit Jens-Olaf im gegenüberliegenden Büro ist noch ein weiterer Ex-UniBi-ler und NWIler dabei. Aber das war's dann auch schon an "bekannten" oder "gewohnten" Dingen. Bisher war DSL für mich einfach ein Kabel, das aus der Telefondose kommt. So gaaaaanz langsam beginne ich zu verstehen, was am anderen Ende der Leitung passiert. Diese Woche war dermaßen voll mit neuen TLAs, ETLAs und XETLAs, dass mir ziemlich der Schädel brummt. Und wenn dann noch Telco-Englisch und Telekom- bzw. Bundespost-Deutsch aufeinanderprallen...
Zum Schluss der Woche wurde es dann insofern nochmal spannend, als sich der neue Partner (hmm, ich lass den Begriff erstmal so stehen) von Telefónica vorstellte: O2 (can do, ganz genau). Mal schauen, wie sich das Unternehmen in den nächsten Monaten weiterentwickelt. Genug Arbeit scheint es auf alle Fälle zu geben.
2006-01-23
Reise Reise
Es gibt Sätze, da denkt man, die würde man nie im Leben sagen. Heute habe ich bei meinen Eltern angerufen und gesagt: "Ich bin in Mannheim - schon wieder!" Wie konnte es dazu kommen? Völlige Desorientierung? Landflucht? Oder ist Mannheim vielleicht der Nabel der Welt?
Der gleichermaßen geneigte wie regelmäßige Leser wird sich erinnern, dass ich mich ja gerade beruflich umorientiere. Und dieses verlängerte Wochenende ging für zwei Vorstellungsgespräche drauf. Details werden an dieser Stelle aus taktischen Gründen natürlich nicht verraten, aber wen's interessiert kann mich gerne ausserhalb des Blogs fragen, und einige Kollegen werde ich sicherlich von mir aus damit behelligen.
Freitag war ich in der Nähe von Frankfurt, und weil das Unternehmen dann doch etwas ausserhalb des Bereiches lag, der gut per ÖPN/FV zu erreichen ist, nahm ich das Auto. Und wenn man schonmal in der Nähe von Frankfurt ist, dann ist Mannheim auch nicht mehr wirklich weit weg (zumindest aus Sicht von Bielefeld). Vor allem war es aber schon Abend, als das Gespräch zu Ende war, und da ich Barbara (die ich Babsi nennen darf, und bei der ich bis heute nicht verstanden habe, ob sie bei SAP für IBM oder bei IBM für SAP arbeitet - nur, dass sie ganz viele Chefs hat, fast mehr als Kollegen :) schon seit Ewigkeiten mal besuchen wollte, habe ich mich quasi selber bei ihr eingeladen. Ich glaube, sie ist eine viel bessere Gastgeberin als ich ein Gast bin. Noch mal vielen Dank und schöne Grüße. Wir sind ein wenig durch die Mannheimer Quadrate geschlendert, eine wirklich faszinierende Gegend (der Artikel bei Wikipedia ist fast genauso lang wie der zum Thema Relativitätstheorie, und die versteht ja schon kaum jemand), und waren anschließend lecker essen. Am Samstag habe ich mich dann wieder auf den Rückweg gemacht.
Am Montag hatte ich dann das nächste Gespräch, diesmal in Basel. (Bei genauerer Betrachtung hätte ich das vielleicht auch alles in einer Tour erledigen können, aber die gesparte Zeit wäre dann bestimmt für das Auseinandersortieren der Fahrtkostenabrechnungen draufgegangen...) Da das Gespräch am frühen Morgen veranschlagt war, bin ich am Sonntag gemütlich mit dem Zug gen Süden gefahren. Als ich am Abend ankam und mein Hotel gefunden hatte, bin ich noch ein wenig in der Nähe des Hotels herumgelaufen. Eigentlich dachte ich, ich hätte am nächsten Tag ein wenig Zeit für die Stadt. Vor allem, weil Basel über ein sehr dichtes Tram-Netz verfügt, und ich vom Hotel sogar ein mobility-Ticket bekam. Leider ... nein, "leider" ist das völlig falsche Wort ... auf alle Fälle hat das Gespräch deutlich länger gedauert, als ich erwartet hatte, und ich musste sogar meine Rückfahrt um eine Stunde nach hinten verschieben. So habe ich von Basel kaum etwas gesehen, und ich habe von meinen 100 SFr. (weniger wollte mir der Geldautomat nicht auszahlen) kaum etwas ausgegeben (obwohl, wenn ich das, was ich hier, nein hier, bezahlt habe, in Euro umrechne...). Zu guter Letzt hatte ich auf der Rückfahrt einen unerwarteten Zwischenstopp mehr - genau: in Mannheim, weil ich dort umsteigen musste.
So kam es, dass ich innerhalb von 48 Stunden ziemlich viel von Deutschland, ziemlich wenig von Basel, und Mannheim gleich zweimal gesehen habe. Wie die Geschichte ausgeht, werde ich dann demnächst mal erzählen...
2006-01-02
Neues Jahr - Neues Glück - Alte Arbeit
Der medial gebildete Westeuropäer weiß: Der Verbrecher kehrt immer an den Tatort zurück. Und so bin ich nach fünf Jahren Abstinenz für ein kurzes Intermezzo an den Lehrstuhl für Genetik bzw. an's CeBiTec an der Universität Bielefeld zurückgekehrt. Allerdings ist der Spaß wirklich nur von begrenzter Dauer und ich hoffe, bis April/Mai anderweitig eine dauerhafte Tätigkeit gefunden zu haben. Wer also von einer netten Stelle hört... Und ich bin auch nicht unbedingt an Bielefeld gebunden. Anders ausgedrückt: "Have (Perl|XML|LaTeX|Love) - Will Travel"!
Eine Diskussion im heise-Forum hat mich zwar leicht ernüchtert, auf der anderen Seite fand ich dann aber diese Stellenanzeige doch sehr ermutigend. Nein, nicht die Tatsache, dass dort mit MS-SQL gearbeitet wird, oder die etwas eigenwillige Schreibweise des Wortes "Entgeltabrechnung" (so einen Patzer sollte man sich mal in der Bewerbung leisten...). Nein, dass explizit jemand zwischen 35 und 45 Jahren gesucht wird. Gut, ist zwar auch eine Leitungsposition, aber es gibt anscheinend doch nicht nur Stellen für 22-Jährige mit 10 Jahren Berufserfahrung.
2005-11-15
Been there - Done that - Got the T-Shirt
Erstmal herzlichen Dank für die vielen aufmunternden Worte, die mich in diesem Forum und auf anderem Wege erreicht haben. Darüber habe ich mich sehr gefreut.
Heute habe ich meine letzten Unterrichtsstunden gegeben, und das gibt mir nochmal Gelegenheit, das knappe letzte Jahr rückblickend zu betrachten. Zu den Motiven meines Ausstiegs habe ich ja schon was gesagt, das will ich hier nicht nochmal wiederholen. Aber vielleicht zu den Einblicken, die ich in dieser Zeit gewonnen habe.
Spätestens seit der ersten PISA-Studie der OECD ist das Thema Bildung in Deutschland ja eines der heissen Eisen, fast auf einer Stufe mit den Problemen Arbeitslosigkeit und Konjunktur. Jedem ist eigentlich klar, dass dringend was getan werden muss, aber irgendwie scheint sich niemand zu trauen, oder es hat bisher niemand das Patentrezept gefunden, das uns aus der Misere führt. Neben vielen anderen Aspekten spielt natürlich die Kompetenz der Lehrer eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, Kinder und Jugendliche auf das (Berufs-)Leben vorzubereiten. Und ich denke, da hapert es gewaltig, zumindest was die Aussichten für die Zukunft angeht.
Der allgegenwärtige Sparzwang hat dazu geführt, dass es viel zu wenig Lehrer gibt, und dass diejenigen, die sich auf den Beruf des Lehrers einlassen, eine mehr als fragwürdige Ausbildung erhalten. Ich hatte im Referendariat 12 Wochenstunden Unterricht zu leisten - davon drei Stunden in Begleitung eines Ausbildungslehrers und neun Stunden eigenständigen Unterricht. Zwar gab es hin und wieder Unterrichtsbesuche (die von allen Referendaren gehasst werden, weil es letztendlich Prüfungen sind, die über die Abschlussnote entscheiden), aber sonst fand im Prinzip keine Kontrolle statt, was man in diesen neun Stunden trieb. In diesen "Bedarfsdeckenden Unterricht" wurde man bereits nach wenigen Wochen Referendariat geworfen, eine Zeit die kaum ausreicht, die gröbsten Fehler zu erkennen, geschweige denn zu beheben. Also (und ich spreche jetzt mal nur von mir) nimmt man etliche schlechte Angewohnheiten mit in den Unterricht, und diese schleifen sich dann durch stetige Wiederholung ein, ohne dass jemand da ist, der einen darauf aufmerksam machen könnte. Das Ergebnis kann sich jeder vorstellen... So wichtig und richtig ein früher Kontakt zur "Zielgruppe" und die eigene Unterrichtserfahrung ist - die Referendare dabei größtenteils alleine zu lassen ist eine unglaublich bescheuerte Idee.
Natürlich hängt eine andere Art der Ausbildung letztendlich nur von einem Faktor ab: Geld. Die vorhandenen Lehrer müssen entlastet werden, damit sie sich vor Ort in der Ausbildungsschule intensiver um die Referendare kümmern können. Das bedeutet, dass der reguläre Unterricht auf mehr Kollegen verteilt werden muss. Was sowieso sinnvoll ist: Ich habe an den beiden letzten Wochenenden erfahren, was es heisst, zwei Korrekturfächer zu unterrichten (also Fächer, in denen Arbeiten/Klausuren geschrieben und korrigiert werden müssen). Wie das Kollegen mit dem doppelten Stundenpensum durchstehen ist mir ein absolutes Rätsel. Und ich habe keinen Kollegen getroffen, der nicht irgendwo von dem Beruf und den steigenden Belastungen angefressen ist. Das Burnout-Syndrom ist bestimmt keine Modekrankheit, sondern eine knallharte Realität.
Vor diesem HIntergrund verwundert es also überhaupt nicht, wenn die Kultusministerkonferenz (Achtung: Web-Design wie vor 10 Jahren, hier ist die richtige Seite) beschließt, aus der OECD-Studie auszusteigen, die die Lehrer evaluieren soll. Das erschreckende Ergebnis wollte man sich wohl ersparen.
Gute Ausbildung kostet, und solange der Staat (und damit letztendlich wir als Gesellschaft) nicht bereit sind, Geld zu investieren - viel Geld - wird sich an der Misere nichts ändern. Und so werden wir uns wohl alle drei Jahre wieder über die neuste PISA-Studie ärgern. Dann wird den vorhandenen Lehrern zur Kompensation der Probleme noch mehr Arbeit aufgenötigt, und wir sinken tiefer und tiefer in den Schlamassel, ohne Hoffnung auf Rettung.
Aber wie gesagt: Das alles waren nicht die Gründe, warum ich das Handtuch geworfen habe. Allerdings: Gereicht hätten sie allemal...
2005-11-09
Und das war das...
Dieses Blog wurde ja vor allem zu dem Zweck eingerichtet, meinen Werdegang als Referendar zu dokumentieren. Und somit gehört auch diese Nachricht hier hinein: Ich werde mein Referendariat zum 15.11. beenden.
Wie konnte es soweit kommen? Ich bin öfters gefragt worden "Na, macht's noch Spass?" Die richtige Frage wäre eigentlich immer gewesen: "Na, macht's schon Spass?" Der Beruf des Lehrers hat seine schönen Seiten, ich habe eine tolle (wenn auch etwas weit entfernte) Schule bekommen, und durfte mit furchtbar netten Kollegen zusammenarbeiten (die ich hoffentlich nicht ganz aus den Augen verlieren werde). Aber wenn man merkt, dass Lehrer sein auch und vor allem heißt, anderer Leute Kinder zu erziehen, und man dafür kein Talent hat bzw. einem das einfach nicht liegt, dann sollte man diesen Beruf denjenigen überlassen, die das besser können (oder sich zumindest dazu berufen fühlen).
Natürlich habe ich mich vom Moment des Entschlusses an gefragt, ob dieser Schritt denn nun der richtige ist (vor allem, weil er endgültig und unumkehrbar ist). Aber dann musste ich mir nur vorstellen, diesen Beruf für die nächsten 30 Jahre auszuüben, und ich war mir wieder sicher, dass ein Ende mit Schrecken das kleinere Übel ist. Ich denke aber nicht, dass das letzte Dreivierteljahr verlorene Zeit war. Die gemachten Erfahrungen und die gewonnenen Einsichten möchte ich nicht missen. Und letztendlich: Ich musste es einfach ausprobieren um herauszufinden, dass es nicht das richtige für mich ist.
Noch kurz zu Chronologie (für alle, die Wetten abgeschlossen haben :). Ich stand ja schon mehrfach kurz davor, alles hinzuschmeissen (wie vermutlich viele Mit-Referendare auch, die aber nicht über den Luxus des Quereinstiegs verfügen). Ende Oktober war dann der Punkt erreicht, an dem ich mir nicht mehr einreden konnte, dass ich es noch packe. Nachdem ich meinen Schulleiter und die Seminarleitung informiert hatte, nahm die Entlassung ihren Lauf. Anschliessend wurden meine Hauptseminarleiterin und meine Fachseminarleiter informiert ("Der Unterricht, den ich gesehe habe, war doch ganz ordentlich." Na Danke, dass hätte man mir auch eher sagen können...). Das Hauptseminar wurde dann letzte Woche geschockt, vor allem weil sich gleich noch ein zweiter Kollege verabschiedete. Meine Schüler wollte ich eigentlich erst nächste Woche, in den letzten Stunden informieren. Dummerweise ist aber gestern was durchgesickert, so dass ich heute in den Kursen bestürmt wurde, ob das Gerücht stimmt. Lange konnte ich das Dementi nicht aufrechterhalten. Somit bin ich gespannt, wie die letzten Unterrichtsstunden vor diesem Hintergrund verlaufen werden.
Was nun kommt weiss ich noch nicht. Falls jemand eine Stelle zu vergeben hat, die zu meinen Neigungen und Fähigkeiten passt (als Systemadministrator, IT-Ausbilder/Trainer oder Blöde-Sprüche-klopfer-und-alles-besser-Wisser): Bitte melden. Oder um es mal mit einem T-Shirt-Aufdruck zu sagen: "Will TeX for Food!"
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