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2008-10-07
Idioten auf zwei Rädern
Das war's. Hiermit stelle ich mein ab jetzt geltendes Desinteresse am "professionellen Radsport" fest. Man beachte die Anführungszeichen, denn abgesehen von den drei Buchstaben "Rad" kann man diese Bezeichnung wohl nicht mehr ernst nehmen. Das ist (jetzt auch für mich) kein Sport mehr, und es gibt anscheinend noch immer genügend Berufstätige in diesem Umfeld, die blöd genug sind, sich ihren eigenen Arbeitsplatz kaputt zu machen.
Ich wollte ja schon einen Kommentar zum Comeback von Lance Armstrong schreiben, hab mir das aber mal verkniffen. Ich denke, das Team Astana hat etwas zu viele potentielle Häuptlinge: Alberto Contador, Andreas Klöden und nun Lance Armstrong. Und hatte Alexander Winokurow sich nicht nochmal gemeldet? So viele parallel laufende Rennen gibt es garnicht, dass die sich nicht in die Quere kommen und selbst zerfleischen.
Aber dass die beiden Etappen-Gewinne von Stefan Schumacher auch nur erschwindelt waren, dass hat mich ehrlich gesagt ziemlich überrascht. Denn schließlich ist er als Sieger ja noch am selben Tag getestet worden. Und wenn der Ausschluss von Riccardo Riccò aufgrund des exakt gleichen Vergehens noch während der Tour erfolgen konnte, wieso brauchte man nun mehrere Wochen? Ganz abgesehen davon, dass bei diesen Tests jetzt wieder die UCI am Ball war. Ich finde das reichlich merkwürdig, das ist für mich ein Indiz, dass da hinter den Kulissen noch ganz viel gemauschelt wurde. Aber dafür können wir noch ein paar Tage wetten, wer die noch folgenden Doping-Sünder sein werden. Ganz hoch im Kurs stehen ja wohl die Schleck-Brüder.
Aber letztendlich sind die Hintergründe ja auch völlig egal. Fakt ist, dass es immer noch Fahrer gibt, die den Schuss nicht gehört haben, und dass es immer noch Organisationen gibt, die nicht durchgreifen wollen oder können. Bleiben also nur noch die Zuschauer und Fans. Und mir als angehörigem der letzten Gruppe können die beiden ersten von nun an gestohlen bleiben. Versucht es in ein paar Jahren noch mal, wenn sich wirklich was verändert hat. Dieses Blog wird sich bis auf weiteres diesem Thema nicht mehr widmen.
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Deutschland-Tour,
Radfahren,
Tour de France
2008-08-29
Die letzte Schleife
Beinahe hätte ich's verpasst: Heute hat die Deutschlandtour 2008 begonnen. Weiter unten gibt's auch wieder den üblichen Service mit Strecken für Google Maps und Google Earth. Aber das verkommt dieses Jahr irgendwie zur Nebensache. Ich finde, der Abgang des Teams Gerolsteiner und seines Chefs Hans-Michael Holczer ist eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. Da gibt es ein Team, das seit Jahren glaubwürdig gegen Doping kämpft, einen Team-Leiter, der vor allen anderen auf schärfere Kontrollen drängt, und dann werden ausgerechnet diese Leute die Opfer der miesen Stimmung, die die potentiellen Sponsoren vergrault hat.
Dabei war die Bilanz in diesem Jahr alleine bei der Tour de France doch wirklich überragend: Zwei Etappensiege und ein Tag im gelben Trikot durch Stefan Schumacher, das Bergtrikot und der dritte Platz in der Gesamtwertung durch Bernhard Kohl. Was will man eigentlich mehr? Und ich denke schon, dass die diesjährige Tour die Wende eingeläutet hat. Das Bergsprintwunder (und Berufsgroßmaul) Riccardo Ricco wurde schon nach wenigen Tagen überführt, und die häufigen Führungswechsel waren ein Indiz dafür, dass ziemlich viele Fahrer unter den gleichen Bedingungen fuhren. Wenn ich das mit diversen Schwimmwettbewerben oder den Sprint-Läufen bei den Olympischen Spielen in Peking vergleiche, dann habe ich so eine Ahnung, wo mehr mit Drogen nachgeholfen wurde. Ein Usain Bolt, der für die 100 Meter 9.69 Sekunden braucht und dabei die letzten zwanzig Meter in's Joggen gerät? Wer's glaubt... (Nebenbei: Ich habe gerade versucht, per Google ein Bild davon zu finden: Gibt's nicht. Ist das die Macht des IOC, das ja nicht gerade glücklich über die arrogante Pose war? Haben die es tatsächlich geschafft, alle Beweise im Web dafür zu verbannen?)
Ich wünsche den Fahrern, den Technikern und der Team-Leitung von Gerolsteiner, dass sie woanders gut unterkommen. Bonne Chance et Bonne Route.
So, nun noch das Pflichtprogramm: Alle Etappen der Deutschlandtour 2008 zusammen für Google Earth, oder die Einzel-Etappen in Google Maps:
- Prolog (29.8.2008): Kitzbühel
- 1. Etappe (30.8.2008): Kitzbühel - Hochfügen
- 2. Etappe (31.8.2008): München - Region Hesselberg
- 3. Etappe (1.9.2008): Herrieden - Wiesloch
- 4. Etappe (2.9.2008): Wiesloch - Mainz
- 5. Etappe (3.9.2008): Mainz - Winterberg
- 6. Etappe (4.9.2008): Bad Fredeburg - Neuss
- 7. Etappe (5.9.2008): Neuss - Georgsmarienhütte
- Einzelzeitfahren (6.9.2008): Bremen
2008-06-29
La même procédure que l'an dernier
Während sich die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft gerade in Wien im Finale abmüht, startet in knapp einer Woche schon das nächste sportliche Großereigniss. Und wer weiß, vielleicht geht es ja bei der Tour de France 2008 zur Abwechslung mal wieder mehr um Sport als um irgendwas anderes. Es ist zumindest erstaunlich ruhig bisher: Keine Enthüllungen, keine Geständnisse, keine Razzien. Mal abgesehen davon, dass sich die A.S.O. als Organisator der Tour mit der UCI überworfen hat. Was, so mein Eindruck als Aussenstehender, kein schlechtes Zeichen sein muss...
Im Prinzip könnte ich auf meinen üblichen Service verzichten, die 21 Etappen für Google Maps und Google Earth aufzubereiten, weil entsprechende Dateien z.B. bei der ARD zu finden sind. Da diese allerdings bei mir nicht funktionieren, stelle ich aber wieder die von mir aufbereiteten Daten bereit. Wie schon in den Jahren zuvor kann man sich entweder alle Etappen für Google Earth herunterladen, oder sich einzelne Etappen per Google Maps ansehen:
- 1. Etappe (5.7.2008): Brest - Plumelec
- 2. Etappe (6.7.2008): Auray - Saint-Brieuc
- 3. Etappe (7.7.2008): Saint-Malo - Nantes
- 4. Etappe (8.7.2008): Cholet - Cholet (EZF)
- 5. Etappe (9.7.2008): Cholet - Châteauroux
- 6. Etappe (10.7.2008): Aigurande - Super-Besse
- 7. Etappe (11.7.2008): Brioude - Aurillac
- 8. Etappe (12.7.2008): Figeac - Toulouse
- 9. Etappe (13.7.2008): Toulouse - Bagnères-de-Bigorre
- 10. Etappe (14.7.2008): Pau - Hautacam
- 11. Etappe (16.7.2008): Lannemezan - Foix
- 12. Etappe (17.7.2008): Lavelanet - Narbonne
- 13. Etappe (18.7.2008): Narbonne - Nîmes
- 14. Etappe (19.7.2008): Nîmes - Digne-les-Bains
- 15. Etappe (20.7.2008): Embrun - Prato Nevoso
- 16. Etappe (22.7.2008): Cuneo - Jausiers
- 17. Etappe (23.7.2008): Embrun - L'Alpe d'Huez
- 18. Etappe (24.7.2008): Bourg d'Oisans - Saint-Étienne
- 19. Etappe (25.7.2008): Roanne - Montluçon
- 20. Etappe (26.7.2008): Cérilly - Saint-Amand-Montrond (EZF)
- 21. Etappe (27.7.2008): Étampes - Paris Champs-Élysées
2007-08-19
Garmin Training Center to Google Earth Converter
I have enhanced my "Garmin Training Center to KML converter", which I mentioned some time ago for the first time. If you have a GPS appliance and use Training Center to manage your activities and courses, you can view them in Google Earth.
The converter is based on XSLT, as both the input and the output format are XML. You can either download the XSLT script or upload your .tcx files on my website. As a preview, download some of my rides of the last weeks.
2007-08-10
Deutschlandtour 2007 in Google Maps und Google Earth
Eigentlich wollte ich zur Deutschlandtour 2007 wenig bis garnichts schreiben. Zum einen wegen der radfahrerischen Gesamtsituation, zum anderen, weil sie dieses Jahr - abgesehen von der letzten Etappe nach Hannover - eine rein süddeutsche Angelegenheit ist.
Aber da Google in den letzten Tagen diverse Suchende zu meinem Artikel vom letzten Jahr geführt hat, und die von der ARD angebotene KMZ-Datei für Google Earth sowas von bescheiden gemacht ist, gibt's die üblichen geodätischen Handreichungen von mir: Entweder alles zusammen in einer KMZ-Datei, oder die einzelnen Etappen via Google Maps:
- 1. Etappe (10.8.2007): Saarbrücken - Saarbrücken
- 2. Etappe (11.8.2007): MZF: Bretten
- 3. Etappe (12.8.2007): Pforzheim - Offenburg
- 4. Etappe (13.8.2007): Singen - Sonthofen
- 5. Etappe (14.8.2007): Sonthofen - Sölden
- 6. Etappe (15.8.2007): Längenfeld - Kufstein
- 7. Etappe (16.8.2007): Kufstein - Regensburg
- 8. Etappe (17.8.2007): EZF: Fürth
- 9. Etappe (18.8.2007): Einbeck - Hannover
2007-07-20
Neues Spielzeug
Ich weiß nicht, ob ich es schon mal erwähnt habe, aber ich fahre gerne mit dem Rad. Bisher habe ich das mit einem recht konventionellen Tourenrad gemacht, aber ich hatte schon länger den Wunsch, auf etwas sportlicheres umzusteigen. Aber ein echtes Rennrad sollte es eigentlich auch nicht sein, also schaute ich einfach mal beim Fahrradladen meines Vertrauens vorbei, und gleich das erste Modell, das mir präsentiert wurde, war genau das richtige:

Ein "Roadster" der in Leopoldshöhe ansässigen Firma Patria, von der auch schon mein vorheriges Rad stammte. Das besondere ist, dass der Rahmen dort noch selber hergestellt wird, und zwar ganz klassisch aus gemufften Stahlrohren anstatt verschweißtem Aluminium. Da ich auf einen Gepäckträger und Schutzbleche verzichtet habe, ist es erheblich leichter als sein Vorgänger, und sieht dank der schmaleren Reifen trotzdem ziemlich sportlich aus. Genaugenommen war mir das Rad schon vor ein paar Jahren im Laden aufgefallen, daher musste ich jetzt nicht wirklich lange überlegen.
Der Umstieg von der bisherigen 7-Gang-Nabenschaltung auf eine 27-Gang-Kettenschaltung ging recht schnell. Auch die etwas andere Sitzposition gefällt mir deutlich besser (wobei ich noch gespannt bin, welche "Sitzfläche sich im Laufe der Zeit anpasst", die des Brooks-Sattels, oder doch eher meine...). Als nach zwei Wochen und 200 gefahrenen Kilometern die Erstinspektion fällig war, bin ich fast von meinem alten Rad gefallen, als ich es ersatzweise wieder benutzt habe. Da habe ich mich gefragt, wie ich all die Jahre bloß mit dem Teil fahren konnte.
Und wenn ich mit dem Rad unterwegs bin, ist auch immer GPS dabei. Leider hat das alte Gerät im Laufe der Jahre etwas gelitten, und da Garmin gerade ein neues Spielzeug speziell für Radfahrer herausgebracht hatte, habe ich einfach mal zugegriffen:

Links das alte Geko 201, rechts das neue Edge 305. Bei mehr Funktionen und größerem Display ist das Gerät nochmal etwas kleiner geworden. Vor allem habe ich mich dann mal nicht lumpen lassen und gleich die Ausführung mit Pulsmesser und Trittfrequenz-Zähler genommen.
Leider ist das Gerät anscheinend so neu, dass es von der bisher von mir verwendeten Software "Touratech QV" nur unzureichend unterstützt wird. Bisher war ich es gewohnt, mir am Rechner Routen zusammenzuklicken, an das Gerät zu übertragen und dann abzufahren. Das Edge ist für diese Art der Benutzung eigentlich garnicht gedacht, sondern es soll ein Trainingsgerät sein, um seine Leistung auf gleichbleibenden (und vor allem bereits bekannten) Strecken zu kontrollieren und zu verbessern. So kann man eine einmal gefahrene Route wiederholen und quasi "gegen sich selbst" als virtuellen Gegner antreten.
Zentrale Software dabei ist das Garmin Training Center:

Damit kann man sich gefahrene Strecken ansehen und diverse Parameter analysieren. Netterweise werden vor allem Herz- und Trittfrequenz vom Edge kontinuierlich aufgezeichnet, so dass man sich diese auch im Nachhinein ansehen kann. Es sind sogar komplette Trainingsprogramme enthalten. Ob ich die allerdings wirklich mal ernsthaft absolviere, weiß ich noch nicht.
Leider ist es aber eben nicht mit diesem Programm möglich, Routen im voraus zu erstellen. Das geht zwar im Prinzip mit dem Programm "MapSource" von Garmin, aber es gibt keine Möglichkeit, Routen vom einen in das andere Programm zu übertragen. Da muss Garmin meiner Meinung nach noch gaaaaanz kräftig nachbessern. Erst mit Hilfe von zusätzlicher (und zum Glück freier) Software ist es möglich, mit MapSource oder TTQV erstellte Routen in ein Format zu konvertieren, das vom Training Center verstanden wird.
Leider kann man im Training Center aber nicht mehrere Aufzeichnungen gleichzeitig darstellen, und die getrennte Sicht auf Strecke und Leistungsdaten erleichtert die Analyse auch nicht unbedingt. Netterweise kann man aber die gesamten Daten in einer XML-Datei ablegen, und damit sind es nur noch ein paar Zeilen XSLT, das ganze in Google Earth darzustellen. In dieser KML-Datei sind meine "erfahrenen" Strecken der ersten zwei Wochen dargestellt. Auf Wunsch kann man sich den Puls und/oder die Trittfrequenz mit anzeigen lassen. Und nun kann man auf einmal sehr schön erkennen, an welchen Steigungen der Puls nach oben ging ...

... (und ich erstmal ein paar Minuten pausieren musste, um wieder zu Atem zu kommen) und in welchen (mir unbekannten) Kurven ich mich nicht getraut habe, voll durchzutreten ...

Das ganze läßt sich bestimmt noch weiterentwickeln, nicht zuletzt, weil im Training Center und der XML-Datei noch eine ganze Reihe mehr an Informationen stecken. Alles in allem haben sich die Anschaffungen gelohnt und das Radfahren hat nochmal einen ganz neuen Reiz bekommen.
Ein "Roadster" der in Leopoldshöhe ansässigen Firma Patria, von der auch schon mein vorheriges Rad stammte. Das besondere ist, dass der Rahmen dort noch selber hergestellt wird, und zwar ganz klassisch aus gemufften Stahlrohren anstatt verschweißtem Aluminium. Da ich auf einen Gepäckträger und Schutzbleche verzichtet habe, ist es erheblich leichter als sein Vorgänger, und sieht dank der schmaleren Reifen trotzdem ziemlich sportlich aus. Genaugenommen war mir das Rad schon vor ein paar Jahren im Laden aufgefallen, daher musste ich jetzt nicht wirklich lange überlegen.
Der Umstieg von der bisherigen 7-Gang-Nabenschaltung auf eine 27-Gang-Kettenschaltung ging recht schnell. Auch die etwas andere Sitzposition gefällt mir deutlich besser (wobei ich noch gespannt bin, welche "Sitzfläche sich im Laufe der Zeit anpasst", die des Brooks-Sattels, oder doch eher meine...). Als nach zwei Wochen und 200 gefahrenen Kilometern die Erstinspektion fällig war, bin ich fast von meinem alten Rad gefallen, als ich es ersatzweise wieder benutzt habe. Da habe ich mich gefragt, wie ich all die Jahre bloß mit dem Teil fahren konnte.
Und wenn ich mit dem Rad unterwegs bin, ist auch immer GPS dabei. Leider hat das alte Gerät im Laufe der Jahre etwas gelitten, und da Garmin gerade ein neues Spielzeug speziell für Radfahrer herausgebracht hatte, habe ich einfach mal zugegriffen:
Links das alte Geko 201, rechts das neue Edge 305. Bei mehr Funktionen und größerem Display ist das Gerät nochmal etwas kleiner geworden. Vor allem habe ich mich dann mal nicht lumpen lassen und gleich die Ausführung mit Pulsmesser und Trittfrequenz-Zähler genommen.
Leider ist das Gerät anscheinend so neu, dass es von der bisher von mir verwendeten Software "Touratech QV" nur unzureichend unterstützt wird. Bisher war ich es gewohnt, mir am Rechner Routen zusammenzuklicken, an das Gerät zu übertragen und dann abzufahren. Das Edge ist für diese Art der Benutzung eigentlich garnicht gedacht, sondern es soll ein Trainingsgerät sein, um seine Leistung auf gleichbleibenden (und vor allem bereits bekannten) Strecken zu kontrollieren und zu verbessern. So kann man eine einmal gefahrene Route wiederholen und quasi "gegen sich selbst" als virtuellen Gegner antreten.
Zentrale Software dabei ist das Garmin Training Center:

Damit kann man sich gefahrene Strecken ansehen und diverse Parameter analysieren. Netterweise werden vor allem Herz- und Trittfrequenz vom Edge kontinuierlich aufgezeichnet, so dass man sich diese auch im Nachhinein ansehen kann. Es sind sogar komplette Trainingsprogramme enthalten. Ob ich die allerdings wirklich mal ernsthaft absolviere, weiß ich noch nicht.
Leider ist es aber eben nicht mit diesem Programm möglich, Routen im voraus zu erstellen. Das geht zwar im Prinzip mit dem Programm "MapSource" von Garmin, aber es gibt keine Möglichkeit, Routen vom einen in das andere Programm zu übertragen. Da muss Garmin meiner Meinung nach noch gaaaaanz kräftig nachbessern. Erst mit Hilfe von zusätzlicher (und zum Glück freier) Software ist es möglich, mit MapSource oder TTQV erstellte Routen in ein Format zu konvertieren, das vom Training Center verstanden wird.
Leider kann man im Training Center aber nicht mehrere Aufzeichnungen gleichzeitig darstellen, und die getrennte Sicht auf Strecke und Leistungsdaten erleichtert die Analyse auch nicht unbedingt. Netterweise kann man aber die gesamten Daten in einer XML-Datei ablegen, und damit sind es nur noch ein paar Zeilen XSLT, das ganze in Google Earth darzustellen. In dieser KML-Datei sind meine "erfahrenen" Strecken der ersten zwei Wochen dargestellt. Auf Wunsch kann man sich den Puls und/oder die Trittfrequenz mit anzeigen lassen. Und nun kann man auf einmal sehr schön erkennen, an welchen Steigungen der Puls nach oben ging ...

... (und ich erstmal ein paar Minuten pausieren musste, um wieder zu Atem zu kommen) und in welchen (mir unbekannten) Kurven ich mich nicht getraut habe, voll durchzutreten ...

Das ganze läßt sich bestimmt noch weiterentwickeln, nicht zuletzt, weil im Training Center und der XML-Datei noch eine ganze Reihe mehr an Informationen stecken. Alles in allem haben sich die Anschaffungen gelohnt und das Radfahren hat nochmal einen ganz neuen Reiz bekommen.
2007-07-05
Le Tour de la dernière Chance
Wie blöd muss man eigentlich sein, sich in diesem Jahr noch für professionellen Radsport im allgemeinen und die Tour de France im speziellen zu interessieren? Da outen sich alle paar Tage ehemalige oder fast ehemalige Fahrer und Betreuer und beichten, was wir alle irgendwie immer schon geahnt haben. Da wird zugegeben, dass man vor langer Zeit mal mit EPO experimentiert hat - aber vor genau fünf Jahren war Schluss damit. Ein Schelm, wer böses dabei denkt (siehe Abschnitt 8.5.(3)).
Man darf gespannt sein, ob ARD und ZDF wirklich die Reissleine ziehen und die Berichterstattung beenden, falls es bei der diesjährigen Tour zu Unregelmäßigkeiten kommt. Aber vielleicht ist das der einzige Weg zur Heilung des Systems: Die Sponsoren wenden sich ab, es gibt nicht mehr das große Geld zu holen, und es lohnt sich einfach nicht mehr, auf Teufel komm 'raus gewinnen zu müssen. Fairerweise sollten dann aber die gleichen Maßstäbe auch in anderen Sportarten angelegt werden, z.B. in der Leichtathletik.
Oder aber man verschließt (ein wenig) die Augen, sieht die Tour wieder als großes Happening, bei dem mal viel schöne Gegend präsentiert bekommt, und erfreut sich der technischen Spielereien, die möglich sind. So bietet auch dieses Jahr wieder Ubilabs einen Liveticker an, und von mir gibt es den gewohnten Service: Die Etappen für Google Maps und Google Earth. Die Rohdaten stammen wieder von der ARD.
Entweder kann man sich die ganze Tour für Google Earth in einer KMZ-Datei herunterladen, oder man sieht sich die einzelnen Etappen mit Google Maps an:
- Prolog (7.7.2007): London
- 1. Etappe (8.7.2007): London - Canterbury
- 2. Etappe (9.7.2007): Dünkirchen - Gent
- 3. Etappe (10.7.2007): Waregem - Compiègne
- 4. Etappe (11.7.2007): Villers-Cotterêts - Joigny
- 5. Etappe (12.7.2007): Chablis - Autun
- 6. Etappe (13.7.2007): Semur-en-Auxois - Bourg-en-Bresse
- 7. Etappe (14.7.2007): Bourg-en-Bresse - Le Grand-Bornand
- 8. Etappe (15.7.2007): Le Grand-Bornand - Tignes
- 9. Etappe (17.7.2007): Val d'Isère - Briançon
- 10. Etappe (18.7.2007): Tallar - Marseille
- 11. Etappe (19.7.2007): Marseille - Montpellier
- 12. Etappe (20.7.2007): Montpellier - Castres
- 13. Etappe (21.7.2007): Albi - Albi (EZF)
- 14. Etappe (22.7.2007): Mazamet - Plateau-de-Beille
- 15. Etappe (23.7.2007): Foix - Loudenvielle-de Louron
- 16. Etappe (25.7.2007): Orthez - Gourette (Col d'Aubisque)
- 17. Etappe (26.7.2007): Pau - Castelsarrasin
- 18. Etappe (27.7.2007): Cahors - Angoulême
- 19. Etappe (28.7.2007): Cognac - Angoulême (EZF)
- 20. Etappe (29.7.2007): Marcoussis - Paris (Champs-Élysées)
Zunächst über fast 160 Kilometer ein ziemliches Einerlei im lockeren Ausdauertempo von 33 - 35 km/h ...
Im Feld wird Promenadentempo gefahren, .... Wirklich ein ungewöhnlich langsamer Etappenverlauf im Grundlagenausdauerbereich.
Es herrscht fröhliche Eintracht im Feld, das ganze heute über weite Strecken zu einer halbwegs erholsamen Ausfahrt zu gestalten.Natürlich war das Tempo nicht so niedrig, weil heute kein einziger Fahrer unter Drogen stand, und selbst ein nicht-gedopter Spitzenfahrer könnte sicherlich schneller fahren. Aber ich denke es verdeutlicht die Erwartungshaltung, die nicht zuletzt von den Medien ausgeht. Ich will hier jetzt auf keinen Fall den Eindruck erwecken, ich würde Doping befürworten, aber wenn die Medien die Sportler so auf fairen und unmanipulierten Sport drängen, dann sollten sie auch bereit sein, mit den Konsequenzen zu leben. Alles unterhalb einer absoluten Spitzenleistung ist schon schlecht. Wie Erik Zabel (lange vor seiner Beichte) mehrfach mit Blick auf die Berichterstattung beklagte: "Der zweite Sieger ist schon der erste Verlierer."
2006-09-04
Google Maps - Work in Progress
Bevor ich wieder einen ganzen Monat lang nichts schreibe, erzähle ich einfach mal, wohin mich meine Experimente mit Google Maps geführt haben...
Ich hatte ja bereits vor einiger Zeit erste Versuche unternommen, meine per GPS-Gerät aufgezeichneten Rad-Touren mit Google Maps darzustellen. Außerdem habe ich in meiner Firma (ja, noch ist es die gleiche) ein wenig mit der Visualisierung von Adressdaten herumgespielt. Während ich dabei war, eine professionelle GIS-Software zum Laufen zu bekommen, habe ich mir nebenbei mit Hilfe von GM "mal eben" eine Anwendung zusammengebastelt. Die professionelle Software tut immer noch nicht, meine Lösung war nach einem Tag fertig.
Ermutigt durch diese Erfahrung habe ich an meinem Tour Book weitergebastelt. Die Daten kommen jetzt nicht mehr aus XML-Dateien, die im Dateisystem liegen, sondern werden per CGI-Skript aus einer Datenbank gelesen. Derzeit sind meine Radtouren von diesem Jahr abgelegt (ja ja, ich bin heuer kaum besondere Strecken gefahren, das meiste sind meine üblichen Runden über Werther).
Vor allem war ich zwischenzeitlich auf einen netten Dienst gestoßen, den ich unbedingt nutzen wollte: "Reverse Geocoding". Geocoding weist einer Adresse ja ihre geographischen Koordinaten zu. Beim Reverse Geocoding geht es eben in die andere Richtung. Geonames hält diverse Geo-Daten bereit und bietet vor allem Geokodierungs-Webservices für verschiedene Arten von Anfragen an - und das alles kostenlos. Man kann also ganz leicht herausfinden, welcher Ort sich an den Koordinaten 52d 4m 21s Nord, 8d 28m 3s Ost befindet. Meine Idee war, die Orte entlang einer Strecke automatisch zu bestimmen, damit ich z.B. alle Touren auswählen kann, bei denen ich durch Borgholzhausen gefahren bin. Für die Fahrten im August ist diese Information in der Datenbank hinterlegt und wird automatisch mit angezeigt.
Es stellte sich leider heraus, dass dieses Verfahren noch nicht optimal ist. Wie man z.B. an der Tour vom 6. August gut erkennen kann, liegen die gefundenen Orte nur auf fest vorgegebenen Längen- und Breitengraden, Orte dazwischen werden nicht gefunden. In der derzeitigen Form sind die Daten also relativ ungeeignet.
Soweit ich es aber bisher sehen kann, ist die eigentliche Datenbasis sehr viel genauer, d.h. die Orte "dazwischen" sind im Prinzip auch geokodierbar. Da man sich die kompletten Rohdaten von Geonames herunterladen kann, werde ich wohl für den nächsten Versuch das reverse geocoding selber machen.
2006-08-04
Deutschlandtour 2006 in Google Maps und Google Earth
Auch wenn die Tour schon wieder halb 'rum ist, hier noch der übliche Service: Die Etappen-Daten vom Web-Server der ARD als KMZ-Datei für Google Earth aufbereitet, und die einzelnen Etappen in Google Maps:
Übrigens, wem es noch nicht aufgefallen ist: Google Maps reagiert jetzt auch auf Doppelklick der linken und rechten Maustaste zum herein- und herauszoomen, und ganz neu ist, dass man dazu auch das Scroll-Rad einer Wheel Mouse benutzen kann.
2006-08-02
Le Tour de Pluie
Eigentlich müsste einem der Spaß am Radsport ja inzwischen gründlich vergangen sein. Ich hatte noch die stille Hoffnung, dass im Fall Landis irgendeine Begründung für den erhöhten Testosteron-Wert gefunden wird, die nicht auf einen Betrugsversuch durch den Fahrer selber zurückzuführen ist. Doch danach sieht es nun nicht mehr aus. Somit muss man sich schon fragen lassen, warum man als Zuschauer und Fan immer noch Radrennen ansieht. Vielleicht weil man hofft, dass unter 200 Fahrern nicht alle mit Medikamenten vollgepumpt sind, und es genügend gibt, die sich ganz ehrlich quälen.
Und dazu hatten die Teilnehmer der heutigen Etappe der Deutschlandtour reichlich Gelegenheit.
Fuhren sie gerade noch bei weit mehr als 30 Grad Celsius durch die brütende Sonne der Provence, durften sie heute bei weniger als 20 Grad den strömenden Ostwestfälischen Regen genießen. Gegen zwei Uhr sah es bei mir vor der Haustür etwa so aus. Da hätte ich mich nicht freiwillig auf den Sattel geschwungen. Die erste Etappe führte die 22 Manschaften über fast 200 Kilometer von Düsseldorf nach Bielefeld.
Aber anderen Leuten bei der Arbeit zusehen, die Gelegenheit wollte ich mir nicht entgehen lassen. Dank eines inzwischen genügend großen Überstundenkontos habe ich mir den Tag einfach mal freigenommen, um die Ankunft hautnah miterleben zu können.
Das Ziel lag zwischen Jahnplatz und Willi-Brandt-Platz, und der ganze Bereich war natürlich für den regulären Verkehr weiträumig gesperrt. Um den Jahnplatz herum hatten sich die Sponsoren und Ausrüster der diversen Teams aufgebaut. Insbesondere konnte man reichlich Winkelemente erhaschen, die u.a. sprichwörtlich von der Laderampe eines LKWs verteilt wurden.
Da es in diesem Bereich bereits lange vor Ankunft des Feldes brechend voll war, habe ich mich etwas in Richtung Flamme Rouge begeben, die in der Nähe der Kunsthalle hing. Kurz danach verfluchte ich meine Kamera (nicht zum ersten mal überhaupt, und nicht zum letzten mal an diesem Tag), dass es immer eine halbe Ewigkeit dauert, bis man nach dem Einschalten ein Foto schießen kann. So kann ich leider nicht dokumentieren, wie Ernie in seiner üblichen Dienstkleidung vorbeiradelte. Ein anscheinend ortsfremder Organisationshelfer hielt ganz aufgeregt einen gerade vorbeifahrenden Polizeiwagen an: "Wir haben einen Flitzer auf der Strecke!" Ich habe leider die Antwort der Beamten nicht mitbekommen, hatte aber nicht den Eindruck, dass sie in übermäßigen Aktionismus ausbrachen.
Nachdem es dann kurz nach vier ein weiteres mal richtig zu schütten angefangen hatte, kam die Werbe-Karawane vorbei, die allerlei Devotionalien unter das Volk warf. Leider kam genau auf meiner Höhe der Wagen eines Sponsors zu stehen, von dem ich nicht unbedingt irgendwelche Kostproben haben wollte. Dann passierte erstmal nichts, und dann ging alles rasend schnell.
Vorgewarnt durch diverse Tour-Fahrzeuge und Polizei-Motorräder, preschte mit einem mal das Feld vorbei. Den ersten Fahrer habe ich schon garnicht mehr erwischt, und die nächsten waren für meine Kamera auch noch zu schnell. Immerhin kann man mehr erkennen als auf diesem Bild von der Tour de France. Vor allem war ich hin- und hergerissen, ob ich mir das Ereignis nun direkt ansehen sollte, oder durch den Sucher (bzw. auf dem LCD-Display) des Fotoapparates. Von den Fahrern konnte ich übrigens keinen erkennen. Wie ich erst später im Fernsehen und auf den Presse-Fotos gesehen habe, wäre das aber auch bei halber Geschwindigkeit nur schwer möglich gewesen.
Nach den unmittelbar um den Tagessieg kämpfenden Fahrern kamen weitere kleinere Gruppen an, die es nicht mehr ganz so eilig hatten. Anscheinend hatte die Bergwertung "Peter Auf'm Berge" das Feld doch etwas auseinandergerissen. Ich habe dann zwar noch versucht, mich wieder in Richtung Ziel durchzuschlagen, aber durch die Absperrungen, die diversen Aufbauten und die Unmengen von Leuten war das kaum möglich, und ich habe daher meinen ersten Tour-Tag beendet.
Als Fazit muss ich sagen: Wer die Volksfest-Atmosphäre so eines Ereignisses mag, der hat sich bestimmt gut amüsiert. Ich persönlich werde beim nächsten Mal vermutlich doch wieder vor dem Fernseher sitzen, da man dort einfach mehr vom Sport mitbekommt. Alternativ würde ich mir vielleicht einen anderen Beobachtungsort aussuchen, wie z.B. die Bergwertung. Klar im Vorteil sind natürlich die Zuschauer bei Rennen wie der Nacht von Hannover oder den Hamburger Cyclassics (oder natürlich der Schluß-Etappe der Tour de France), wo aufgrund der Streckenführung die Fahrer mehrfach an einer Stelle vorbeikommen.
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2006-07-18
Karten zum selberfalten
Normalerweise erfährt man ja bei MarcTV immer von den neusten Entwicklungen aus dem Hause Google. Aber Google Maps wurde dort bisher nicht erwähnt. Völlig zu unrecht, wie ich finde.
Ich hatte ja bereits in den letzten beiden Beiträgen Google Maps in Anspruch genommen, um Tour-de-France-Etappen zu zeigen oder von meiner letzten Radtour zu berichten. Für letzteres hatte ich schon kurz auf die Google Maps API zurückgegriffen. Aber man kann damit noch viel mehr machen. Tour-Etappen "Deluxe" gibt's bei UBILabs, inklusive einem Live-Tracker einiger ausgewählter Fahrer. Und ich habe mir ein persönliches Roadbook zusammengestellt, um mir verschiedene Radtouren ansehen zu können, die ich in den letzten Jahren gemacht habe. Wie auch schon bei meinen anderen Experimenten könnte noch am Styling gearbeitet werden, aber als proof-of-concept finde ich das Ergebnis schon ganz brauchbar.
Wirklich interessant ist eine relativ neue Funktion der API: Geocoding. Also Adresse 'rein, Koordinaten 'raus. Für irgendwelche privaten Zwecke wüsste ich zwar so spontan keine Anwendung, aber beruflich beschäftigt (um nicht zu sagen: quält) mich das Thema gerade. Deswegen hatte ich als erste Fingerübung auch dafür eine Applikation gebastelt - die nun wirklich keine usability aufweist, sondern ausschliesslich zum Kennenlernen der API und zur Evaluation der Geocodierung taugen sollte. Ich finde es schon recht erstaunlich, wie schnell man sich auch als Anfänger zumindest rudimentäre Anwendungen zusammenbasteln kann.
Leider kommt man bei der ganzen Sache nicht an dem Thema "JavaScript" vorbei. Abgesehen von den (sicherlich berechtigten) Warnungen vor Sicherheitsrisiken, scheint die Kompatibiltät unter den Browsern hier nicht wirklich gut zu sein. Mehr oder weniger garantieren kann ich die Funktion meiner Beispiele nur bei Verwendung des Firefox. Und selbst das ist nicht sicher...
2006-07-17
neulich mitten im Nirgendwo
Die moderne Technik hat es der Menschheit ermöglicht, die ungewöhnlichsten Orte zu erreichen: Den Mond, die Tiefsee - oder ein abgelegenes Feld mitten im Lipperland.
Ich bin seit einigen Jahren begeisterter Nutzer eines GPS-Empfängers, der mich auf allen meinen Radtouren begleitet, und mir bei neuen Strecken zuverlässig den Weg weist. Seit GPS ein erschwingliches Hobby geworden ist, das nicht mehr allein Geologen/-graphen/-däten oder Militärangehörigen vorbehalten ist, hat sich eine regelrechte Subkultur entwickelt. Der Trend des Geocaching konnte mich noch sie so recht begeistern, aber als ich vor einigen Jahren über die Website des Degree Confluence Projects gestolpert bin war mir klar: Das machst Du auch mal.
Konfluenzpunkte sind die Schnittpunkte der (ganzzahligen) Längen- und Breitengrade, von denen 33 Stück in Deutschland liegen. Bielefeld befindet sich zwar ziemlich genau auf dem 52. Grad nördlicher Breite, aber dummerweise mindestens so genau zwischen dem 8. und dem 9. Grad östlicher Länge. Der "Halbkonfluenzpunkt" innerhalb Bielefelds dürfte übrigens täglich von mehreren tausend Autos überquert werden. Also hat man als Bielefelder die freie Wahl, entweder den westlichen K-Punkt bei Warendorf oder den östlichen hinter Lemgo zu besuchen. Ich habe mich am Wochenende für letzteren entschieden.
Nach ziemlich genau zwei Stunden gemütlichen Radfahrens (ich war extra früh gestartet, um der Mittagshitze zu entgehen) hatte ich den Ort Hagendonop erreicht. Die erste Frage war dann: Wo liegt jetzt der Konfluenzpunkt genau?
Die Antwort ist schwerer, als man vielleicht zunächst denkt, trotz oder gerade wegen GPS. Denn die exakte Lage des Schnittpunkts hängt davon ab, welches Koordinatensystem man zugrunde legt. Geht man nach dem amtlichen deutschen System ("Potsdam-Datum" genannt), dann ist der Punkt netterweise durch einen kleinen Findling mit einer Plakette markiert.Zumindest so in etwa, mein GPS-Gerät war der Meinung, dass der Stein ein paar Meter vom richtigen Ort entfernt ist - ich hab' in aber trotzdem mal dort liegen lassen...
Das in der GPS-Welt übliche Koordinatensystem nennt sich WGS84, und wenn man danach geht, wird der Konfluenzpunkt 52N/9E durch keinerlei Stein oder sonstiges markiert, sondern liegt mitten in einem Klee-Feld, rund 180 Meter von dem Findling entfernt. Auch sonst kommt der Ort einem nicht irgendwie besonders vor, und doch scheint er auch für andere Leute eine magische Anziehungskraft zu haben. Wenigstens einen weiteren Trampelpfad
konnte ich erkennen (auf dem letzten Foto links zu sehen), ich war also anscheinend nicht der erste an diesem Tag, der erleben wollte, wie sämtliche Nachkommastellen auf dem GPS-Gerät auf Null springen. Während ich gerade so mittem im Klee stand, wurden zwei der Strohballen vom benachbarten Feld abgeholt, und ich
rechnete schon mit einen Anpfiff, weil ich schliesslich Privatgrundstück betreten hatte. Aber vermutlich kannten die Besitzer das schon und hatten sich damit abgefunden, dass öfters irgendwelche Verrückten auftauchen, die aber im Grunde harmlos sind.
Mal schauen, ob ich mir den anderen Konfluenzpunkt auch noch vornehme, oder ob das genug Aufregung für einen Sommer war. Auf alle Fälle werde ich noch ein wenig weiter mit Google Maps und der zugehörigen API experimentieren. Ich habe den Eindruck, dass man damit wirklich nette Sachen machen kann.
Nach ziemlich genau zwei Stunden gemütlichen Radfahrens (ich war extra früh gestartet, um der Mittagshitze zu entgehen) hatte ich den Ort Hagendonop erreicht. Die erste Frage war dann: Wo liegt jetzt der Konfluenzpunkt genau?
Die Antwort ist schwerer, als man vielleicht zunächst denkt, trotz oder gerade wegen GPS. Denn die exakte Lage des Schnittpunkts hängt davon ab, welches Koordinatensystem man zugrunde legt. Geht man nach dem amtlichen deutschen System ("Potsdam-Datum" genannt), dann ist der Punkt netterweise durch einen kleinen Findling mit einer Plakette markiert.Zumindest so in etwa, mein GPS-Gerät war der Meinung, dass der Stein ein paar Meter vom richtigen Ort entfernt ist - ich hab' in aber trotzdem mal dort liegen lassen...
Das in der GPS-Welt übliche Koordinatensystem nennt sich WGS84, und wenn man danach geht, wird der Konfluenzpunkt 52N/9E durch keinerlei Stein oder sonstiges markiert, sondern liegt mitten in einem Klee-Feld, rund 180 Meter von dem Findling entfernt. Auch sonst kommt der Ort einem nicht irgendwie besonders vor, und doch scheint er auch für andere Leute eine magische Anziehungskraft zu haben. Wenigstens einen weiteren Trampelpfad
konnte ich erkennen (auf dem letzten Foto links zu sehen), ich war also anscheinend nicht der erste an diesem Tag, der erleben wollte, wie sämtliche Nachkommastellen auf dem GPS-Gerät auf Null springen. Während ich gerade so mittem im Klee stand, wurden zwei der Strohballen vom benachbarten Feld abgeholt, und ich
rechnete schon mit einen Anpfiff, weil ich schliesslich Privatgrundstück betreten hatte. Aber vermutlich kannten die Besitzer das schon und hatten sich damit abgefunden, dass öfters irgendwelche Verrückten auftauchen, die aber im Grunde harmlos sind.
Mal schauen, ob ich mir den anderen Konfluenzpunkt auch noch vornehme, oder ob das genug Aufregung für einen Sommer war. Auf alle Fälle werde ich noch ein wenig weiter mit Google Maps und der zugehörigen API experimentieren. Ich habe den Eindruck, dass man damit wirklich nette Sachen machen kann.
2006-07-08
Le Tour sans des drogues
Wer's glaubt wird seelig...
Während heute in Stuttgart und morgen in Berlin zum letzten mal der Lederball über das Feld gescheucht wird, ist erst ein Drittel der Tour de France 2006 um. Und obwohl das Fahrerfeld bereits vor dem Start reichlich dezimiert wurde, dürfte es eine der interessantesten Schleifen seit Jahren werden - oder vielleicht gerade deswegen. Weil die (vermeintlichen) Favoriten fehlen, können sich jetzt plötzlich ganz andere Fahrer zeigen, die sonst nur Wasserträger gewesen wären. Und obwohl (endlich) einmal recht konsequent gegen Doping vorgegangen wurde: Wer glaubt, dass die Tour dieses Jahr damit sauber wäre, dürfte sich einer Illusion hingeben. Andererseits: Eine gewisse partielle Blindheit muss man wohl haben, sonst braucht man sich für (Profi-)Radsport garnicht erst zu interessieren. Was nicht heisst, dass man den Kampf gegen das Doping aufgeben darf - gerade auch als Fan sollte man den Wunsch nach einem sauberen Sport artikulieren. Daher verweise ich mal auf folgende Initiative:
Weswegen ich aber eigentlich schreibe: Ich hatte je bereits auf die Etappen-Beschreibung für Google Earth hingewiesen (die ich nochmal etwas nachgebessert habe). Mehr durch Zufall habe ich erfahren, dass man KML-Dateien auch mit Google Maps darstellen kann (jaja, ein Blick in die Doku hätte bestimmt weitergeholfen). Also das ganze nochmal für alle, die nicht jedesmal Google Earth starten wollen, wenn sie sich schnell mal die Strecken der Tour ansehen wollen:
- Prolog in Straßburg
- Straßburg - Straßburg
- Obernai - Esch-sur-Alzette
- Esch-sur-Alzette - Valkenburg
- Huy - Saint-Quentin
- Beauvais - Caen
- Lisieux - Vitré
- Saint-Grégoire - Rennes (c.l.m. individuel)
- Saint-Méen-le-Grand - Lorient
- Bordeaux - Dax
- Cambo-les-Bains - Pau
- Tarbes - Val d'Aran, Pla-de-Beret
- Luchon - Carcassone
- Béziers - Montélimar
- Montélimar - Gap
- Gap - l'Alpe d'Huez
- le Bourg-d'Oisans - la Toussuire
- Saint-Jean-de-Maurienne - Morzine
- Morzine - Mâcon
- le Creusot - Montceau-les-Mines (c.l.m. individuel)
- Sceaux-Antony - Paris, Champs-Elysées
2006-06-25
Au cas où le football ne t'intéresse pas ...
Wir fahren nach Paris! Wir fahren nach Paris!
Nein, nein, niemand ist im falschen Film. Nur während hier in Deutschland das WM-Fieber ungeahnte Ausmaße annimmt, läuft bereits der Countdown für das nächste sportliche Großereignis: Die Tour de France 2006. Und wer sich (vielleicht zu Recht) über den neuerwachten Patriotismus in unserem Land wundert, der müsste doch beruhigt feststellen, dass, abgesehen von der Hymne für den Gesamtsieger am letzten Tag, die Tour weitestgehend frei von nationaler Symbolik ist. Es gibt eben kein "Team Deutschland", das man bejubeln könnte, und das dem Rest der Welt zeigen muss, dass es besser ist.
Am 1.7. geht es in Straßburg los, drei Wochen später geht es in Paris über die Ziellinie. Ich erwarte natürliche eine ausführliche Berichterstattung durch unseren Lokalreporter vor Ort! Und nachdem Lance Armstrong die Tour zu dem gemacht hat, was sie in den letzten sechs Jahren war (nämlich ziemlich langweilig), dürfen wir im Jahr 1 nach L.A. wirklich gespannt sein. So viele Anwärter auf die Titelnachfolge gab's schon lange nicht mehr.
Und, bar jeglicher patriotischer Gründe, fände ich einen erneuten Sieg von Jan Ullrich natürlich nicht schlecht. Er scheint dieses Jahr in einer guten Form zu sein, wenn man den Gewinn des Einzelzeitfahrens beim Giro d'Italia und den Gesamtsieg der Tour de Suisse betrachtet. Aber wie eine alte Tour-Weisheit sagt: "Das Classement wird in Paris gemacht."
Und auch in diesem Jahr kann man sich die Tour der Leiden wieder wunderbar mit Hilfe von Google Earth näher ansehen. Wie schon im letzten Jahr habe ich die Etappen-Daten, die die ARD netterweise bereitstellt, mit ein paar (mehr) Zeilen Perl in KML konvertiert. Das Ergebnis kann man als handliche KMZ-Datei herunterladen. Auf den Bildern sind die Brecher der diesjährigen Schleife zu sehen: Der Col de Sourdet und der Col de Tourmalet in den Pyrenäen, und der Col d'Izoard in den Alpen.
Wer all das hinter sich gelassen hat, kann dann noch ein paar gemütliche Runden in Paris drehen, immer über den Champs-Élysées, den Place de la Concorde um und die Jardins des Tuileries herum.
Bei Google Earth hat sich übrigens erneut einiges getan. Zum einen gibt es eine Beta-Fassung der nächsten Version, diesmal auch für Linux. Und nachdem Deutschland (naja, fast ganz Deutschland) hochauflösend betrachtet werden kann, sind nun nochmal etliche Gebiete weltweit hinzugekommen, in denen man nun auf Entdeckungsreise gehen kann. Und wenn man weiss, wo man suchen muss...
Auf dem einen Bild sieht man eine Errungenschaft der Sowjetunion der 1960er Jahre, ein Ekranoplan, ein Bodeneffektfahrzeug. Von westlichen Spionen wurde es liebevoll "Caspian Sea Monster" getauft, da sich zunächst niemand vorstellen konnte, was ein derartig riesiges Flugzeug mit lächerlich kurzen Stummelflügeln darstellen sollte. Nun wartet es in Kaspiysk auf bessere Zeiten.
Das andere Bild stammt auch aus der ehemaligen Sowjetunion, und zeigt den "Kampf gegen den Terrorismus" nach russischer Lesart. Die Aufnahme zeigt Häuser in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny, die vermutlich im ersten Krieg 1995 zerstört wurden.
Aber auch viele andere Orte kann man nun erkunden, sei es das Radioteleskop von Arecibo auf Puerto Rico, das Kosmodrom von Baikonur oder die Europäische Südsternwarte. Übrigens kann man sich von vielen Wikipedia-Artikeln mit Ortsbezug sehr bequem entweder zu Google Maps durchklicken, oder einen passenden placemark für Google Earth on-the-fly erzeugen lassen.
Am 1.7. geht es in Straßburg los, drei Wochen später geht es in Paris über die Ziellinie. Ich erwarte natürliche eine ausführliche Berichterstattung durch unseren Lokalreporter vor Ort! Und nachdem Lance Armstrong die Tour zu dem gemacht hat, was sie in den letzten sechs Jahren war (nämlich ziemlich langweilig), dürfen wir im Jahr 1 nach L.A. wirklich gespannt sein. So viele Anwärter auf die Titelnachfolge gab's schon lange nicht mehr.
Und, bar jeglicher patriotischer Gründe, fände ich einen erneuten Sieg von Jan Ullrich natürlich nicht schlecht. Er scheint dieses Jahr in einer guten Form zu sein, wenn man den Gewinn des Einzelzeitfahrens beim Giro d'Italia und den Gesamtsieg der Tour de Suisse betrachtet. Aber wie eine alte Tour-Weisheit sagt: "Das Classement wird in Paris gemacht."
Und auch in diesem Jahr kann man sich die Tour der Leiden wieder wunderbar mit Hilfe von Google Earth näher ansehen. Wie schon im letzten Jahr habe ich die Etappen-Daten, die die ARD netterweise bereitstellt, mit ein paar (mehr) Zeilen Perl in KML konvertiert. Das Ergebnis kann man als handliche KMZ-Datei herunterladen. Auf den Bildern sind die Brecher der diesjährigen Schleife zu sehen: Der Col de Sourdet und der Col de Tourmalet in den Pyrenäen, und der Col d'Izoard in den Alpen.
Wer all das hinter sich gelassen hat, kann dann noch ein paar gemütliche Runden in Paris drehen, immer über den Champs-Élysées, den Place de la Concorde um und die Jardins des Tuileries herum.
Bei Google Earth hat sich übrigens erneut einiges getan. Zum einen gibt es eine Beta-Fassung der nächsten Version, diesmal auch für Linux. Und nachdem Deutschland (naja, fast ganz Deutschland) hochauflösend betrachtet werden kann, sind nun nochmal etliche Gebiete weltweit hinzugekommen, in denen man nun auf Entdeckungsreise gehen kann. Und wenn man weiss, wo man suchen muss...
Auf dem einen Bild sieht man eine Errungenschaft der Sowjetunion der 1960er Jahre, ein Ekranoplan, ein Bodeneffektfahrzeug. Von westlichen Spionen wurde es liebevoll "Caspian Sea Monster" getauft, da sich zunächst niemand vorstellen konnte, was ein derartig riesiges Flugzeug mit lächerlich kurzen Stummelflügeln darstellen sollte. Nun wartet es in Kaspiysk auf bessere Zeiten.
Das andere Bild stammt auch aus der ehemaligen Sowjetunion, und zeigt den "Kampf gegen den Terrorismus" nach russischer Lesart. Die Aufnahme zeigt Häuser in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny, die vermutlich im ersten Krieg 1995 zerstört wurden.
Aber auch viele andere Orte kann man nun erkunden, sei es das Radioteleskop von Arecibo auf Puerto Rico, das Kosmodrom von Baikonur oder die Europäische Südsternwarte. Übrigens kann man sich von vielen Wikipedia-Artikeln mit Ortsbezug sehr bequem entweder zu Google Maps durchklicken, oder einen passenden placemark für Google Earth on-the-fly erzeugen lassen.
2005-11-17
Bong Schur die Tour
Die Tour kommt. Nein, nein, nicht Le Tour, sondern die Deutschland Tour 2006. Und nu' ratet mal, wo die erste Etappe am 2. August endet? In Pillefeld am Wackelpeter, der Stadt die es garnicht gibt. Das müssen SIE sich ausgedacht haben!
Wer's nicht glaubt: Guckst Du hier (JPEG) oder hier (Real Media). Leider ist noch nicht ersichtlich, wie die Strecke genau verläuft und wo das Ziel sein wird. Vermutlich wird das erst kurz vor Eintreffen des Pelotons entschieden, je nach aktueller Baustellenlage.
2005-07-14
Le Tour à trois dimensions
Bonjour le Tour!
Nachdem Google nicht nur das Programm "Google Earth" freigegeben hat, sondern netterweise auch gleich noch die Spezifikation für die Keyhole Markup Language, kann man nun beliebige Punkte der Welt genauer in Augenschein nehmen und sogar mit eigenen Informationen überlagern. Und wenn dann noch die ARD gemeinsam mit MagicMaps die Etappen der Tour de France 2005 als GPS-Koordinaten zur Verfügung stellt, dann sind die folgenden Bilder nur noch ein paar Zeilen Perl entfernt:
Die 8. Etappe von Pforzheim nach Gérardmer verlief durch den Schwarzwald.
Die 14. Etappe führt die Fahrer in die Pyrenäen.
Die 15. Etappe geht über mehrere schwere Gipfel der Pyrenäen, wie man sehen kann, wenn man der Route folgt:
Etappe 15, Übersicht
Mit der Animationsfunktion von Google Earth kann man die Routen abfliegen, so wie es die Fernsehsender in ihren Sendungen machen. Zum Selberausprobieren stelle ich die 21 Etappen als KML-Dateien zur Verfügung. Einfach in Google Earth mit "Open..." laden.
Die 8. Etappe von Pforzheim nach Gérardmer verlief durch den Schwarzwald.
Die 14. Etappe führt die Fahrer in die Pyrenäen.
Die 15. Etappe geht über mehrere schwere Gipfel der Pyrenäen, wie man sehen kann, wenn man der Route folgt:
Etappe 15, Übersicht
Mit der Animationsfunktion von Google Earth kann man die Routen abfliegen, so wie es die Fernsehsender in ihren Sendungen machen. Zum Selberausprobieren stelle ich die 21 Etappen als KML-Dateien zur Verfügung. Einfach in Google Earth mit "Open..." laden.
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