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2010-06-10

Viva Africa!

Morgen fängt in Südafrika die Fussballweltmeisterschaft an, und gerade läuft im Fernsehen ein Eröffnungskonzert aus Johannesburg. Blöderweise haben die Veranstalter wohl nicht den Mut gehabt, tolle Musiker aus dem Gastgeberland selbst zu verpflichten, sondern haben "Weltstars" eingeflogen, die den üblichen Chart-Schrott runterleiern. Sehr schade...

Also habe ich mal auf YouTube geschaut, ob ich nicht ein paar Lieder und Videos finde mit Musik aus Südafrika, die mich in den letzten 25 Jahren begeistert hat. Johnny Clegg & Savuka waren die erste Gruppe aus der Region, die mir Mitte der 1980er Jahre auffielen. Auch wenn es eigentlich ziemlich normale Rock- oder gar Pop-Musik ist...





Auf einem der etwas späteren Alben fand sich dieses Lied, das von seiner traditionellen Zulu-Hochzeit erzählt (die Übersetzung wurde mitgeliefert):



Richtig bekannt wurde südafrikanische Musik aber natürlich durch Paul Simons grandioses Album "Graceland" und das ebenso geniale Konzert in Harare. Hier ein Stück mit Ladysmith Black Mambazo:



Ein Star des Konzerts war Miriam Makeba, die bereits in den 1960er Jahren mit dem Lied "Pata Pata" in den USA und Europa bekannt wurde:



Hier aber "Soweto Blues", das den Schüleraufstand von 1976 thematisiert:



Geschrieben wurde das Lied von ihrem früheren Ehemann Hugh Masekela, der ebenfalls an dem Konzert teilnahm. Auch er wurde bereits in den 60er Jahren als Jazz-Musiker bekannt, so trat er z.B. beim Monterey Pop Festival von 1967 auf. Ein richtig schönes Lied aus der Zeit ist "Grazing in the Grass":



Beim Paul-Simon-Konzert trug er seine Hymne an Nelson Mandela vor:



Natürlich ist die Erwähnung von Winnie Mandela inzwischen "problematisch", aber es ist trotzdem ein schönes Lied. Und wer hätte damals gedacht, dass es nur noch drei Jahre dauern würde, dass Mandela aus dem Gefängnis kommt, und dass er weitere vier Jahre später Präsident seines Landes würde.

2010-05-06

Flashback

And now for something completely different... Zur Besänftigung der Kollegen, die sich schon über die geringe thematische Variation in diesem Blog beschwert haben, hier mal was ganz anderes: Ein Fundstück auf YouTube.



Vermutlich werden nur die älteren Leser das Lied wiedererkennen. Kleiner Tipp: Es stammt aus der Zeit, als man nur drei oder vier Fernsehprogramme empfangen konnte und es noch Dinge wie ein "Testbild" oder den "Sendeschluss" gab.

2009-09-24

Ausgespäht

Interessant, was da heute am heimischen Himmel zu sehen war: Blöd nur, dass ich gerade samt Fotoausrüstung vom Obersee wiederkam, und das größere Teleobjektiv dabei hatte: Bei diesem witzigen Gefährt handelt es sich um einen Tragschrauber (auch Autogyro genannt). Dank des Kennzeichens lies sich ziemlich schnell herausfinden, dass dieses Exemplar schon mal in Oerlinghausen gesichtet wurde und eventuell dort stationiert ist. Ich frage mich allerdings, was der Sozius zu fotografieren hatte. Der Pilot drehte eine Runde fast direkt über mir, und flog dann wieder nach Süden ab. Kann man etwa Rundflüge in dem Ding mieten? Um dann sein eigenes Haus von oben zu sehen? Oder späht der Ziele für den nächsten Bruch aus?? Oder war das Wolfgang S. im Fronteinsatz???

2009-05-25

Kaboom

There is this urban legend: If all Chinese would jump off a table at the same time, the resulting earthquake would hit the USA. Actually it would strike Argentina. And of course this is just a legend, it wouldn't work, as shown on TV. But it is actually possible to induce earthquakes, or at least let all seismic sensors around the world think so: North Korea's recent test of a nuclear bomb was recorded as an earthquake of magnitude 4.7. It's always nice to know a country is setting its priorities right. Who cares about starving people, if you can make so much noise...

2008-12-25

Frohe Weihnachten

Auch wenn er etwas älter ist, auf diesen Film wollte ich schon längst mal hingewiesen haben:
Es ist wohl der Weitsicht und dem Verständnis der Macher der Scrubs-DVDs zu verdanken, dass er dort nie als Bonus veröffentlicht wurde. Ach, jetzt ist die ganze Weihnachtsstimmung futsch...

2008-04-06

Nieder mit der I.T.

Dieses Lied habe ich vor ein paar Wochen auf WDR5 gehört, jetzt hat es der CCC samt Video auf Chaos TV veröffentlicht. Das erschreckende daran ist, wie richtig die ganzen Vorwürfe sind. Ja, manchmal muss ich mich für meinen Beruf schämen...

2008-02-14

Ja wenn's was besonderes ist...

Ich lese gerade in der (neuen?) Postwurfvariante der NW einen Artikel über Singschwäne am Obersee, und dass sie dort so selten wären. Na, dann protze ich doch auch mal mit den Bildern, die ich am letzten Sonntag dort gemacht habe: Ich hatte allerdings den Eindruck, dass sie auf dem letzten Bild Richtung Heepen weiterzogen und nicht vorhatten, in der Nähe zu bleiben. Aber ich werde natürlich die Augen und das Kameraobjektiv offenhalten. Was inzwischen deutlich mehr Spass macht, da ich mir kürzlich eine Nikon D40 zugelegt habe, und zwar gleich das Set mit Normal- und Tele-Objektiv. Hätte ich neulich im Oppenweher Moor nur meine alte Kamera dabei gehabt, dann wären diese übermütigen Hasen schon längst weg gewesen, bevor ich auch nur einmal den Auslöser hätte drücken können. Update: Anscheinend sind die beiden Singschwäne doch geblieben. Am Sonntag kamen sie etwa zeitgleich mit mir am See an. Sie haben dabei allerdings deutlich mehr Lärm gemacht als ich. Und offensichtlich mögen sie keine Gesellschaft. Dieser Höckerschwan (ebenfalls ein Neuzugang) wurde erstmal an's andere Ende des Sees geschickt: Mindestens so interessant ist aber dieses Paar Blässgänse. Das erste Foto ist vom Samstag, das andere vom Sonntag, kurz nach dem Wachwerden. Und ja: Ich brauche für solche Motive ein besseres Teleobjektiv... Und um die Exkursion abzuschliessen: Normalerweise sitzen die Kormorane am Obersee entweder in den Bäumen auf einer der Inseln oder in der nördlichen "Bucht", also weit weg von den begehbaren Wegen. Ihre Schlafplätze scheinen aber östlich des Sees zu sein, so dass man sie auch mal von Nahem erwischen kann:

2008-02-06

... Music is the Best

Ich wollte schon lange auf zwei Musik-Quellen im Netz hinweisen, und ich nehme mal den "Super Tuesday" zum Anlass, um das mit einem dazu passenden Stück zu tun. Quasi der Hymne der diesjährigen Präsidentschaftswahlen in den USA. Bei Deezer gibt's jede Menge aktuelle und ältere Musik, und zwar kostenlos. In der Beschreibung steht zwar, die Betreiber hätten Verträge mit allen großen Plattenfirmen, aber irgendwie wird man den Eindruck nicht los, dass die Sache einen Haken hat. Aber das kann einem natürlich egal sein, und man sollte nehmen, was man kriegen kann. Bis die Site das Schicksal von Pandora teilt oder komplett verschwindet. Und vor allem kann man einzelne Stücke z.B. in seinem Blog einbinden:
free music
Zwischen klavierspielenden Katzen und untalentierten Selbstdarstellern auf Google Video und YouTube findet man hin und wieder Leute, die richtig gut sind. Ein Engländer namens babyshambler hat fast 100 Videos veröffentlicht, auf denen er Schlagzeug spielt. Größtenteils zu Stücken von "The Who", er hat sich also keinen geringeren als Keith Moon als Vorlage ausgesucht. Und wie auch die Bewertungen und Kommentare zeigen, macht er seine Sache ziemlich gut. Daher nochmal: Wem das gefällt, der sollte sich auch unbedingt "Slipkid", "My Generation", "5.15" oder "Behind Blue Eyes" ansehen und -hören - und einfach all die anderen genialen Videos. Ich war auf der Suche nach der Who-Version von "Baby Don't You Do It" auf babyshambler gestoßen. Das Lied hatte ich erst vor kurzem "entdeckt" und konnte garnicht glauben, dass da The Who spielen. Die Erklärung für den etwas untypischen Sound war, dass das Lied von Holland/Dozier/Holland geschrieben wurde, ich fand das Original von 1964 auf einer von mir viel zu selten gehörten CD von Marvin Gaye wieder. Zum Vergleich nochmal The Who ohne Begleitung bei Deezer. Ach ja: Die Überschrift dieses Artikels ist natürlich dem Zitat von Frank Zappa entnommen.

2007-10-21

Das ist aber schön

Anfang des Jahres hatte ich mich darüber beschwert, dass der deutsche Ableger von Comedy Central das Flagschiff des amerikanischen Originals nicht übernommen hat, "The Daily Show with Jon Stewart". Bisher war man hierzulande entweder auf die Zusammenfassung am Wochenende auf CNN International angewiesen, oder musste mit den letzten zwei bis drei Episoden vorlieb nehmen, die auf der Website angeboten wurden. Doch nun hat sich Viacom dazu entschlossen, das komplette Archiv seit 1999 zugänglich zu machen. Nebenbei wurde die Site überarbeitet und sieht nun deutlich aufgeräumter aus - auch wenn immer noch viel Werbung auf die Seiten gequetscht ist. Abgesehen davon, dass die Episode in meinem letzten Artikel nun wieder angezeigt wird, kann man nun nach Herzenslust Videos einbinden und muss sich keine Sorge machen, dass sie nach ein paar Wochen nicht mehr funktionieren. Fangen wir also gleich damit an: Jon erklärt, wie die USA dafür sorgen, dass das labile Gleichgewicht im mittleren Osten aufrecht erhalten wird: Bildung ist wichtig. Wie wichtig, demonstriert der erste Mann im Staat: Einer der ersten Beiträge, als ich auf die Daily Show aufmerksam wurde, ist dieser hier: Und wenn man etwas im Archiv stöbert (was dank einer guten Suchfunktion und Tags sehr effektiv geht), dann findet man alles mögliche weitere. Z.B. die Beiträge von John Hodgman (der auch in einer recht witzigen Serie von Werbespots von Apple auftritt), oder die Besuche diverser Friends-Schauspieler. Wenn man sich von Zeit zu Zeit davon überzeugen möchte, dass zumindest einige Leute in den USA noch über die nötige Bodenhaftung verfügen und nicht wie ihr Präsident ständig zwischen den Extremen "alles ist OK" und "das Ende ist nahe" hin und herschwanken, dann sollte man hier mal vorbeischauen.

2007-03-21

Toll TED

Elitäre Vereinigungen sind mir ja eigentlich immer suspekt, vor allem wenn eines der abgrenzenden Kriterien "Geld" ist. Die Abgeschlossenheit des W3-Konsortiums, in das man sich durch einen Jahresbeitrag einkaufen muss, empfinde ich als riesigen Nachteil gegenüber der Offenheit der IETF. Anders sind die Irrungen und Wirrungen kaum zu erklären, die in den letzten Jahren vom W3C fabriziert wurden. Im Zusammenhang mit dem Video von Hans Rosling in meinem letzten Beitrag über das Programm Gapminder bin ich aber auf die Konferenz "TED" gestoßen. TED steht für "Technology Entertainment Design" und ist ein jährlich stattfindendes Treffen von führenden Leuten aus den drei genannten Bereichen (und darüber hinaus). Man muss zu der Veranstaltung eingeladen werden (man darf sich zwar selber vorschlagen, aber über die Teilnahme entscheidet dann die Konferenzleitung) und muss eine Gebühr von 4000 USD hinblättern. Das macht den Kreis der Teilnehmer schon ziemlich elitär. Aber zum Glück ist Geld nicht das einzige Kriterium, sondern die Leute müssen auch wirklich was zu erzählen haben. Netterweise finden sich auf der Website Videos von derzeit mehr als 60 Vorträgen, und es sollen ständig mehr werden. Ich habe mir in den letzten Tagen vermutlich die Hälfte davon angesehen, und es waren wahnsinig interessante, spannende, aufrüttelnde und kontroverse Vorträge, die ein enormes Spektrum an Themen abdecken. Und das wichtigste: Es waren durchweg unterhaltsame Vorträge. Ich kann jedem nur empfehlen, selber einmal in der Liste zu stöbern. Meine persönlichen Favoriten:
  • Hans Rosling und sein Programm Gapminder hatte ich ja schon vorgestellt. Er macht das aber so toll (und erhält zu Recht Szenenapplaus), dass ich ihn gerne nochmal nenne.
  • Auch über Al Gore hatte ich ja kürzlich geschrieben, und schon auf sein kommödiantisches Talent hingewiesen. Nachdem er am Vortag seine Diashow gezeigt hatte, bekommt er einen weiteren Auftritt, um die Frage "Was kann jeder einzelne gegen die Globale Erwärmung tun" zu beantworten. Interessant ist, das Bjørn Lomborg in der Vorstellung der Ergebnisse des Copenhagen Consensus zu dem Schluss kommt, das unter den großen Problemen der Gegenwart und nahen Zukunft Globale Erwärmung das am wenigsten dringenste sei, sondern sich die Menschheit zuerst anderen Aufgaben zuwenden sollte, deren Lösung in kürzerer Zeit mehr Erfolg bringen würde. David Deutsch geht sogar noch einen Schritt weiter und sagt (in einem Vortrag, der eigentlich ein ganz anderes Thema hat), dass es sowieso schon zu spät ist, und wir uns nicht um die Verhinderung bemühen sollten, sondern darum, mit den Folgen zu leben. Die provokante Analogie ist: Wir stecken ja auch nicht alles Geld in die Verhinderung von Krankheiten und entlassen alle Ärzte.
  • Jeff Han stellt sein Multitouch-Display vor, auf das ich in einem anderen Blog schonmal verwiesen hatte. Wirklich schade, dass Apple die Technologie in seinem iPhone nutzt, und damit durch Patente vermutlich für andere Anwendungen blockiert.
  • Sir Ken Robinson spricht über das Thema Bildung und Erziehung, und fragt, warum das Fach "Mathematik" in sämtlichen Schulformen der Welt einen so hohen Stellenwert hat, aber das Fach "Tanz" fast garkeinen. Schule, in ihrer weltweit praktizierten Form, ist eine effektive Methode, Kreativität zu unterdrücken.
  • Nicholas Negroponte stellt nicht nur die technischen sondern auch die ökonomischen Ideen hinter seinem Projekt "One Laptop per Child" vor. Auch wenn ich sämtliche hiesigen Projekte der Form "Verteilen wir erstmal Laptops an Schüler/Studenten und sehen dann weiter" für ziemlichen Blödsinn halte, der 100$-Laptop könnte funktionieren - zumindest technisch und ökonomisch.
  • Michael Shermer (Skeptic Magazine) und Peter Donelly zeigen mit beeindruckenden Beispielen die Gefahren von zu grosser Technik- und Wissenschaftsgläubigkeit, oder eigentlich Expertengläubigkeit.
Wie gesagt, das ist nur eine Auswahl. Schön ist, dass man sich mit Themen auseinandersetzen kann, die man vielleicht sonst ignoriert. Auf eine derartig interessante Art bekommt man sie sonst kaum präsentiert. Ach ja, eine Sache stimmt mich ja ausserordentlich versöhnlich: Anscheinend ist es kein Ausschlussgrund für diese Elite, wenn man in T-Shirt, Turnschuhen und sogar Bermuda-Shorts auftritt. Nicht, dass ich irgendwann mal diesem Club angehören will...

2007-03-18

Soziologie für alle

"Ich glaube nur der Statistik, die ich selber gefälscht habe." So wird oft und gerne Winston Churchill zitiert - dummwerweise hat er das wohl so nie gesagt. Trotzdem kommt man immer wieder zu dem Eindruck, dass sich mit Statistiken alles und nichts beweisen läßt, und oft genug auch das genaue Gegenteil. Einerseits kann man falsche Zahlen veröffentlichen oder verwenden, oder man kann mit ungenauen, windigen oder schlichtweg falschen Schlussfolgerungen alles mögliche in die Zahlen hineininterpretieren. Für das eine wie für das andere Vorgehen lassen sich immer wieder Beispiele finden. Wenn man den Daten glaubt, aber seine eigenen Schlüsse aus ihnen ziehen will, dann geht das mit dem Programm "Gapminder World" von Gapminder und Google jetzt etwas einfacher. Dabei handelt es sich um eine Flash-Anwendung, in der man verschiedene Daten miteinander verknüpfen und auf ansprechende Weise darstellen kann.
Als Beispiel sind 17 Werte (Bevölkerungszahl, Geburten- und Sterblichkeitsrate, Pro-Kopf-Einkommen, Militärausgaben, CO2-Austoß, usw.) teilweise seit 1960 für alle Länder der Welt zusammengetragen. Man kann jeweils zwei dieser Werte miteinander korrelieren und sich den zeitlichen Verlauf ansehen. Auf diese Weise kann man selber versuchen, Zusammenhänge ausfindig zu machen und unterschiedliche Entwicklungen in verschiedenen Regionen der Welt zu entdecken. Hier einige Beispiele:
  • Vergleicht man die Geburtenrate mit der Sterblichkeitsrate, erkennt man einen starken Unterschied zwischen der Dritten Welt (insbesondere Afrika) und der technisierten Welt. Vor allem im zeitlichen Verlauf sieht man, wie ein ganzer Kontinent regelrecht abgehängt wurde.
  • Eigentlich sollte man annehmen, dass die Kindersterblichkeit umso stärker sinkt, je mehr Ärzte zur Verfügung stehen. Vergleicht man die Entwicklung in Eritrea mit der in der Elfenbeinküste, dann scheint sich diese Theorie nur teilweise zu bestätigen.
  • Die zunehmende Urbanisierung im Laufe der Zeit kann man ebenfalls sehr schön verfolgen. Interessant ist dabei der Vergleich zwischen Ländern wie Deutschland und Mexiko.
  • Das Internet hat inzwischen fast jeden Winkel der Welt erreicht. Technische Voraussetzung war und ist häufig das Telefon. Vergleicht man die Nutzung dieser beiden Medien im Laufe der Zeit, erkennt man sehr schön, wie zunächst die eine, dann schlagartig die andere Technologie Einzug hält. Selbst Nordkorea konnte dann irgendwann der Einführung des Internets nicht mehr widerstehen.
Häufig lassen sich schon durch den zeitlichen Verlauf eines einzelnen Parameters große Umwälzungen und Ereignisse erkennen. Kriege, Bürgerkriege, Diktaturen, aber auch AIDS hinterlassen immer wieder ihre Spuren. Aber natürlich verleitet die Anwendung auch zu unsinnigen Schlussfolgerungen, oder man sieht Zusammenhänge, die bestenfalls indirekt sind. Das Werkzeug ersetzt also keinesfalls eine fundierte Ausbildung, wie z.B. die eine oder andere Vorlesung in Statistik. Aber es kann Ideen liefern, sich mit bestimmten Fragen auseinanderzusetzen und nachzuforschen. Es kann neugierig machen. Und das können viel zu oft nur die wenigsten Vorlesungen - egal ob über Statistik oder andere Dinge.

2007-01-15

Es hätte so schön sein können...

Ich geb's ja zu: Diesen Artikel schreibe ich nur, weil ich auch mal ein Video einbinden will. Der Preis dafür: Man muß das Flash-Plugin von Adobe installiert haben... Heute hat sich der Fernsehsender Viva Plus verabschiedet (wo soll ich jetzt bloß all die Klingeltöne für mein Handy herbekommen? Ach richtig: ick 'abe ja ga' kein 'andy) und wurde durch Comedy Central ersetzt. Und es bestätigt sich der vor vielen Jahren von Dieter Hallervorden getane Ausspruch: "Die Aufgabe eines Programmdirektors besteht darin, die Spreu vom Weizen zu trennen - und dann die Spreu zu senden." Neben Wiederholungen von eher mittelmäßigen Sitcoms fiel mir heute nur positiv Creature Comforts von Nick Park (Aardman) auf. Was aber echt eine Todsünde ist: Wenn man schon das CD und das Programm vom echten Comedy Central übernimmt, warum dann nicht auch die beste Show, die es dort zu sehen gibt? The Daily Show with Jon Stewart. Sie müsste noch nicht einmal synchronisiert werden. Wer schon mal am Wochenende CNN gesehen hat, könnte über den wöchentlichen Zusammenschnitt dieser Sendung gestolpert sein. Und das ist wie Michael Moore, nur öfters: Das gibt einem immer wieder Hoffnung, dass nicht alle in Amerika total verblödet sind. Das ist wie "Der Schwarze Kanal", nur genau andersrum. Daher meine Forderung an Comedy Central Deutschland: Zeigt die Daily Show - und zwar täglich!

2006-09-17

Shiver Me Timbers: It's Talk Like A Pirate Day

Wenn es von einer Sache mehr als genug gibt, dann sind es wohl Gedenktage. Vermutlich, damit sich niemand übergangen fühlt, und auch wirklich an jeden gedacht wird. Auf einen Gedenktag warte ich übrigens immer noch... Der Gedenktag kommenden Dienstag (das ist der 19. September) ist aber wirklich wichtig, und ich möchte alle Leser bitten, sich an diesem Tag entsprechend zu verhalten. Es ist nämlich der International Talk Like A Pirate Day! Und wer auch nach ausgiebigem Studium von Pirates of The Caribbean (und der Fortsetzung) noch Nachhilfe braucht, sollte sich unbedingt diesen sehr gut gemachten Lehrfilm ansehen. Oder mal wieder eine Runde Pirates! oder Monkey Island spielen. Also: I gunna be seeing ya, yee scurvy dogs!

2005-11-27

Der Große Bruder und seine kleinen Geschwister

Es ist schon faszinierend, welche Maßnahmen neue Regierungen bei der Übernahme der Amtsgeschäfte als erstes einleiten. Die neue NRW-Regierung hat erstmal mit Volldampf alle Hürden für die Einführung von Studiengebühren aus dem Weg geräumt - auf die versprochenen 4000 Lehrer wartet man hingegen immer noch. Und nun hat unser neuer alter Innenminister Wolfang Schäuble nichts besseres zu tun, als zu fordern, dass die zur Berechnung der Autobahnmaut erfassten Daten auch von den Strafverfolgungsbehörden genutzt werden können. Genau das war ja immer der Kritikpunkt aller Gegner dieser technisch völlig überkandidelten Lösung eines doch an und für sich so einfachen Problems. Immerhin hatte der Gesetzgeber vor einiger Zeit auf die Kritik reagiert: Die Formulierungen in Paragraph 4, Absatz 2 und Paragraph 7, Absatz 2 des Autobahn-Maut-Gesetzes sind erst nachträglich hinzugefügt worden. Wer sein Recht auf Informationelle Selbstbestimmung bisher immer zu leichtfertig an der Garderobe abgegeben hat, weil wir ja schließlich in einem Rechtsstaat leben (da macht schon niemand Unsinn mit meinen Daten), der wird jetzt ganz plötzlich eines besseren belehrt. Witzigerweise wurde aber auch in dieser Woche demonstriert, wie man den Spieß umdrehen kann. Da sieht sich die CIA dem Vorwurf ausgesetzt, sie würde Gefangene per Flugzeug quer durch die ganze Welt transportieren. Wirklich überraschen sollte das niemanden, aber immerhin bequemen sich jetzt auch die europäischen Regierungen, mal ganz offiziell nachzufragen. Wann und wo Flüge stattgefunden haben, kann man aber mit Hilfe ganz vieler kleiner Großer Brüder wunderbar dokumentieren. Nimmt man die in den Nachrichten genannten Flugzeugkennungen, und sucht z.B. bei airliners.net danach, wird man ziemlich schnell fündig: Die Boeing 737 mit der Registrierung N313P wurde mehrfach auf Mallorca, in der Schweiz und Portugal gesichtet. Auch nachdem die Registrierung in N4476S geändert wurde, hat sie einmal Prag einen Besuch abgestattet. Der Gulfstream-Jet N379P war auch schon in Portugal zu sehen, nach seiner Umbenennung in N8068V hat auch er einen Stopp in der Schweiz eingelegt. Unter der aktuellen Bezeichnung N44982 ist er bisher nicht in der Datenbank zu finden, aber das ist sicherlich nur eine Frage der Zeit.

2005-04-04

Alles Käse

Ha, jetzt habe ich endlich einen Grund! Der Käsefinder der CMA kennt 446 verschiedene Käsesorten - aber keinen, der herzhaft im Geschmack ist, einen aromatischen Geruch besitzt, einen weißen Schimmelrasen hat und von weicher Konsistenz ist. Ich brech zwar gleich in die Tastatur, aber das wäre er gewesen, der Käse, dem ich eine Chance gegeben hätte. Tja, Pech. Ist das nicht eine tolle Ausrede für meine Käseabstinenz? Wenn es jetzt noch sowas für Pilze gäbe...

2005-03-31

Und nächstes Jahr fahre ich hin...

Wer schon immer mal eine vollkommen nutzlose Sprache lernen wollte, der kann jetzt sogar den doppelten Spass für's gleiche Geld bekommen. Helmut W. Pesch bietet in seinen beiden Büchern "Elbisch - Grammatik, Schrift und Wörterbuch" und "Elbisch - Lern- und Übungsbuch" eine Einführung in Quenya und Sindarin. das erste Buch das zweite Buch Dass die beiden Bücher im nicht gerade als Fachverlag für linguistische Literatur bekannten Bastei-Lübbe-Verlag erschienen sind, sollte einen nicht abschrecken. Als Ausgleich sind sie extrem preiswert. Weitere Informationen gibt es auf der Web-Seite zu den Büchern. Das erste Buch ist sehr theoretisch. Die beiden Sprachen werden nacheinander vorgestellt. Man erfährt, wie Nomen dekliniert und Verben konjugiert werden. Wer Spass an Latein hatte, wird dieses Buch mit Freude lesen. Frage an die diesbezüglich vorgebildete Leserschaft: Im Quenya gibt es den Dual (spezielle Mehrzahl, die verwendet wird, wenn es um zwei zusammengehörige Dinge geht: beide Hände, die zwei Bäume von Valinor, usw.). Gibt es sowas auch im Lateinischen, oder hatte sich die Veranstaltung "Deutsch als Muttersprache" genau hier die Idee geholt (vgl. die Diskussion in unibi.techfak)? Das zweite Buch enthält Übungen, und muss noch von mir gelesen werden. Ich bin ja mal gespannt, ob man danach Elbisch reden kann. Oder zumindest Viggo Mortensen und Liv Tyler auch ohne Untertitel versteht. Wer weiss, vielleicht reden die beiden in Wirklichkeit ja über was ganz anderes... In diesem Sinne: Namárië!