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2008-10-07

Idioten auf zwei Rädern

Das war's. Hiermit stelle ich mein ab jetzt geltendes Desinteresse am "professionellen Radsport" fest. Man beachte die Anführungszeichen, denn abgesehen von den drei Buchstaben "Rad" kann man diese Bezeichnung wohl nicht mehr ernst nehmen. Das ist (jetzt auch für mich) kein Sport mehr, und es gibt anscheinend noch immer genügend Berufstätige in diesem Umfeld, die blöd genug sind, sich ihren eigenen Arbeitsplatz kaputt zu machen. Ich wollte ja schon einen Kommentar zum Comeback von Lance Armstrong schreiben, hab mir das aber mal verkniffen. Ich denke, das Team Astana hat etwas zu viele potentielle Häuptlinge: Alberto Contador, Andreas Klöden und nun Lance Armstrong. Und hatte Alexander Winokurow sich nicht nochmal gemeldet? So viele parallel laufende Rennen gibt es garnicht, dass die sich nicht in die Quere kommen und selbst zerfleischen. Aber dass die beiden Etappen-Gewinne von Stefan Schumacher auch nur erschwindelt waren, dass hat mich ehrlich gesagt ziemlich überrascht. Denn schließlich ist er als Sieger ja noch am selben Tag getestet worden. Und wenn der Ausschluss von Riccardo Riccò aufgrund des exakt gleichen Vergehens noch während der Tour erfolgen konnte, wieso brauchte man nun mehrere Wochen? Ganz abgesehen davon, dass bei diesen Tests jetzt wieder die UCI am Ball war. Ich finde das reichlich merkwürdig, das ist für mich ein Indiz, dass da hinter den Kulissen noch ganz viel gemauschelt wurde. Aber dafür können wir noch ein paar Tage wetten, wer die noch folgenden Doping-Sünder sein werden. Ganz hoch im Kurs stehen ja wohl die Schleck-Brüder. Aber letztendlich sind die Hintergründe ja auch völlig egal. Fakt ist, dass es immer noch Fahrer gibt, die den Schuss nicht gehört haben, und dass es immer noch Organisationen gibt, die nicht durchgreifen wollen oder können. Bleiben also nur noch die Zuschauer und Fans. Und mir als angehörigem der letzten Gruppe können die beiden ersten von nun an gestohlen bleiben. Versucht es in ein paar Jahren noch mal, wenn sich wirklich was verändert hat. Dieses Blog wird sich bis auf weiteres diesem Thema nicht mehr widmen.

2008-06-29

La même procédure que l'an dernier

Während sich die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft gerade in Wien im Finale abmüht, startet in knapp einer Woche schon das nächste sportliche Großereigniss. Und wer weiß, vielleicht geht es ja bei der Tour de France 2008 zur Abwechslung mal wieder mehr um Sport als um irgendwas anderes. Es ist zumindest erstaunlich ruhig bisher: Keine Enthüllungen, keine Geständnisse, keine Razzien. Mal abgesehen davon, dass sich die A.S.O. als Organisator der Tour mit der UCI überworfen hat. Was, so mein Eindruck als Aussenstehender, kein schlechtes Zeichen sein muss... Im Prinzip könnte ich auf meinen üblichen Service verzichten, die 21 Etappen für Google Maps und Google Earth aufzubereiten, weil entsprechende Dateien z.B. bei der ARD zu finden sind. Da diese allerdings bei mir nicht funktionieren, stelle ich aber wieder die von mir aufbereiteten Daten bereit. Wie schon in den Jahren zuvor kann man sich entweder alle Etappen für Google Earth herunterladen, oder sich einzelne Etappen per Google Maps ansehen: Erstaunlicherweise gibt es dieses Jahr keinen Prolog, und auf die Zeit-Bonifikationen bei Sprints und im Ziel wurde verzichtet. Hmm, vielleicht erhöht das die Chancen für Erik Zabel auf's Grüne Trikot, weil die Konkurenz etwas kleiner wird. Update: Wie im Google LatLong Blog berichtet wird, hat Google die Etappen mit seinen Street-View-Fahrzeugen abgefahren, so dass man sich die Strecken direkt aus der Perspektive der Fahrer ansehen kann. Wie bei Google üblich funktioniert das "einfach so". Man schaut sich also über einen der obigen links eine Etappe in Google Maps an, und schon erscheint ein Button "Straßenansicht" (oder "Street View"), und es geht los. Für Google Earth sollte man übrigens noch http://www.glooton.fr/tdf.kml als "Netzwerk-Link" einbinden (bei "Aktualisieren" unbedingt "Regelmäßig" und als Frequenz alle paar Sekunden angeben). Über ihn werden Positionen und Fahrdaten diverser Fahrer übermittelt, so dass man das Rennen auch in GE live verfolgen kann. Also ganz ähnlich, wie man es auch wieder bei den Ubilabs machen kann, wo alle diese Technologien auf einmal zu bewundern sind. Auf diesem Wege hat sich übrigens auch herausgestellt, dass die von der ARD bereitgestellten Etappen-Daten nicht 100%ig passen.

2007-07-05

Le Tour de la dernière Chance

Wie blöd muss man eigentlich sein, sich in diesem Jahr noch für professionellen Radsport im allgemeinen und die Tour de France im speziellen zu interessieren? Da outen sich alle paar Tage ehemalige oder fast ehemalige Fahrer und Betreuer und beichten, was wir alle irgendwie immer schon geahnt haben. Da wird zugegeben, dass man vor langer Zeit mal mit EPO experimentiert hat - aber vor genau fünf Jahren war Schluss damit. Ein Schelm, wer böses dabei denkt (siehe Abschnitt 8.5.(3)). Man darf gespannt sein, ob ARD und ZDF wirklich die Reissleine ziehen und die Berichterstattung beenden, falls es bei der diesjährigen Tour zu Unregelmäßigkeiten kommt. Aber vielleicht ist das der einzige Weg zur Heilung des Systems: Die Sponsoren wenden sich ab, es gibt nicht mehr das große Geld zu holen, und es lohnt sich einfach nicht mehr, auf Teufel komm 'raus gewinnen zu müssen. Fairerweise sollten dann aber die gleichen Maßstäbe auch in anderen Sportarten angelegt werden, z.B. in der Leichtathletik. Oder aber man verschließt (ein wenig) die Augen, sieht die Tour wieder als großes Happening, bei dem mal viel schöne Gegend präsentiert bekommt, und erfreut sich der technischen Spielereien, die möglich sind. So bietet auch dieses Jahr wieder Ubilabs einen Liveticker an, und von mir gibt es den gewohnten Service: Die Etappen für Google Maps und Google Earth. Die Rohdaten stammen wieder von der ARD. Entweder kann man sich die ganze Tour für Google Earth in einer KMZ-Datei herunterladen, oder man sieht sich die einzelnen Etappen mit Google Maps an: Die Strecke ist keineswegs einfacher geworden, wie es manchmal gefordert wurde. Wie sagte ein Hobby-Fahrer in einem Fernseh-Interview so schön: "Über diese Berge kommt man nicht mit 'ner Tafel Schokolade drüber." Update: Na toll, da machen die Medienvertreter erst die große Welle, dass sie bei Dopingfällen die Berichterstattung einstellen, und dann muß man heute bei der dritten Etappe im Live-Ticker der ARD solche Sprüche lesen:
Zunächst über fast 160 Kilometer ein ziemliches Einerlei im lockeren Ausdauertempo von 33 - 35 km/h ...
Im Feld wird Promenadentempo gefahren, .... Wirklich ein ungewöhnlich langsamer Etappenverlauf im Grundlagenausdauerbereich.
Es herrscht fröhliche Eintracht im Feld, das ganze heute über weite Strecken zu einer halbwegs erholsamen Ausfahrt zu gestalten.
Natürlich war das Tempo nicht so niedrig, weil heute kein einziger Fahrer unter Drogen stand, und selbst ein nicht-gedopter Spitzenfahrer könnte sicherlich schneller fahren. Aber ich denke es verdeutlicht die Erwartungshaltung, die nicht zuletzt von den Medien ausgeht. Ich will hier jetzt auf keinen Fall den Eindruck erwecken, ich würde Doping befürworten, aber wenn die Medien die Sportler so auf fairen und unmanipulierten Sport drängen, dann sollten sie auch bereit sein, mit den Konsequenzen zu leben. Alles unterhalb einer absoluten Spitzenleistung ist schon schlecht. Wie Erik Zabel (lange vor seiner Beichte) mehrfach mit Blick auf die Berichterstattung beklagte: "Der zweite Sieger ist schon der erste Verlierer."

2006-07-08

Le Tour sans des drogues

Wer's glaubt wird seelig... Während heute in Stuttgart und morgen in Berlin zum letzten mal der Lederball über das Feld gescheucht wird, ist erst ein Drittel der Tour de France 2006 um. Und obwohl das Fahrerfeld bereits vor dem Start reichlich dezimiert wurde, dürfte es eine der interessantesten Schleifen seit Jahren werden - oder vielleicht gerade deswegen. Weil die (vermeintlichen) Favoriten fehlen, können sich jetzt plötzlich ganz andere Fahrer zeigen, die sonst nur Wasserträger gewesen wären. Und obwohl (endlich) einmal recht konsequent gegen Doping vorgegangen wurde: Wer glaubt, dass die Tour dieses Jahr damit sauber wäre, dürfte sich einer Illusion hingeben. Andererseits: Eine gewisse partielle Blindheit muss man wohl haben, sonst braucht man sich für (Profi-)Radsport garnicht erst zu interessieren. Was nicht heisst, dass man den Kampf gegen das Doping aufgeben darf - gerade auch als Fan sollte man den Wunsch nach einem sauberen Sport artikulieren. Daher verweise ich mal auf folgende Initiative: Fans gegen Doping - eine Initiative von Radsportfans Weswegen ich aber eigentlich schreibe: Ich hatte je bereits auf die Etappen-Beschreibung für Google Earth hingewiesen (die ich nochmal etwas nachgebessert habe). Mehr durch Zufall habe ich erfahren, dass man KML-Dateien auch mit Google Maps darstellen kann (jaja, ein Blick in die Doku hätte bestimmt weitergeholfen). Also das ganze nochmal für alle, die nicht jedesmal Google Earth starten wollen, wenn sie sich schnell mal die Strecken der Tour ansehen wollen: Hoffen wir auf eine spannende Rest-Tour ohne weitere Skandale. Und für alle, die dem Radsport nichts abgewinnen können und ab Montag unter Entzug leiden: Am 11. August geht die Bundesliga wieder los.

2006-06-25

Au cas où le football ne t'intéresse pas ...

Wir fahren nach Paris! Wir fahren nach Paris! Nein, nein, niemand ist im falschen Film. Nur während hier in Deutschland das WM-Fieber ungeahnte Ausmaße annimmt, läuft bereits der Countdown für das nächste sportliche Großereignis: Die Tour de France 2006. Und wer sich (vielleicht zu Recht) über den neuerwachten Patriotismus in unserem Land wundert, der müsste doch beruhigt feststellen, dass, abgesehen von der Hymne für den Gesamtsieger am letzten Tag, die Tour weitestgehend frei von nationaler Symbolik ist. Es gibt eben kein "Team Deutschland", das man bejubeln könnte, und das dem Rest der Welt zeigen muss, dass es besser ist. Am 1.7. geht es in Straßburg los, drei Wochen später geht es in Paris über die Ziellinie. Ich erwarte natürliche eine ausführliche Berichterstattung durch unseren Lokalreporter vor Ort! Und nachdem Lance Armstrong die Tour zu dem gemacht hat, was sie in den letzten sechs Jahren war (nämlich ziemlich langweilig), dürfen wir im Jahr 1 nach L.A. wirklich gespannt sein. So viele Anwärter auf die Titelnachfolge gab's schon lange nicht mehr. Und, bar jeglicher patriotischer Gründe, fände ich einen erneuten Sieg von Jan Ullrich natürlich nicht schlecht. Er scheint dieses Jahr in einer guten Form zu sein, wenn man den Gewinn des Einzelzeitfahrens beim Giro d'Italia und den Gesamtsieg der Tour de Suisse betrachtet. Aber wie eine alte Tour-Weisheit sagt: "Das Classement wird in Paris gemacht." Und auch in diesem Jahr kann man sich die Tour der Leiden wieder wunderbar mit Hilfe von Google Earth näher ansehen. Wie schon im letzten Jahr habe ich die Etappen-Daten, die die ARD netterweise bereitstellt, mit ein paar (mehr) Zeilen Perl in KML konvertiert. Das Ergebnis kann man als handliche KMZ-Datei herunterladen. Auf den Bildern sind die Brecher der diesjährigen Schleife zu sehen: Der Col de Sourdet und der Col de Tourmalet in den Pyrenäen, und der Col d'Izoard in den Alpen. Wer all das hinter sich gelassen hat, kann dann noch ein paar gemütliche Runden in Paris drehen, immer über den Champs-Élysées, den Place de la Concorde um und die Jardins des Tuileries herum. Bei Google Earth hat sich übrigens erneut einiges getan. Zum einen gibt es eine Beta-Fassung der nächsten Version, diesmal auch für Linux. Und nachdem Deutschland (naja, fast ganz Deutschland) hochauflösend betrachtet werden kann, sind nun nochmal etliche Gebiete weltweit hinzugekommen, in denen man nun auf Entdeckungsreise gehen kann. Und wenn man weiss, wo man suchen muss... Auf dem einen Bild sieht man eine Errungenschaft der Sowjetunion der 1960er Jahre, ein Ekranoplan, ein Bodeneffektfahrzeug. Von westlichen Spionen wurde es liebevoll "Caspian Sea Monster" getauft, da sich zunächst niemand vorstellen konnte, was ein derartig riesiges Flugzeug mit lächerlich kurzen Stummelflügeln darstellen sollte. Nun wartet es in Kaspiysk auf bessere Zeiten. Das andere Bild stammt auch aus der ehemaligen Sowjetunion, und zeigt den "Kampf gegen den Terrorismus" nach russischer Lesart. Die Aufnahme zeigt Häuser in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny, die vermutlich im ersten Krieg 1995 zerstört wurden. Aber auch viele andere Orte kann man nun erkunden, sei es das Radioteleskop von Arecibo auf Puerto Rico, das Kosmodrom von Baikonur oder die Europäische Südsternwarte. Übrigens kann man sich von vielen Wikipedia-Artikeln mit Ortsbezug sehr bequem entweder zu Google Maps durchklicken, oder einen passenden placemark für Google Earth on-the-fly erzeugen lassen.

2005-07-14

Le Tour à trois dimensions

Bonjour le Tour! Nachdem Google nicht nur das Programm "Google Earth" freigegeben hat, sondern netterweise auch gleich noch die Spezifikation für die Keyhole Markup Language, kann man nun beliebige Punkte der Welt genauer in Augenschein nehmen und sogar mit eigenen Informationen überlagern. Und wenn dann noch die ARD gemeinsam mit MagicMaps die Etappen der Tour de France 2005 als GPS-Koordinaten zur Verfügung stellt, dann sind die folgenden Bilder nur noch ein paar Zeilen Perl entfernt: Die 8. Etappe von Pforzheim nach Gérardmer verlief durch den Schwarzwald. Die 14. Etappe führt die Fahrer in die Pyrenäen. Die 15. Etappe geht über mehrere schwere Gipfel der Pyrenäen, wie man sehen kann, wenn man der Route folgt: Etappe 15, Übersicht Mit der Animationsfunktion von Google Earth kann man die Routen abfliegen, so wie es die Fernsehsender in ihren Sendungen machen. Zum Selberausprobieren stelle ich die 21 Etappen als KML-Dateien zur Verfügung. Einfach in Google Earth mit "Open..." laden.