2011-09-26

Querbeet II

Die im letzten Artikel erwähnten Silberreiher habe ich in den nächsten Tagen dann doch noch vor die Kamera bekommen:



Vor allem befand sich in der Gruppe ein Exemplar der Unterart "Modesta", die sich durch einen schwarzen Schnabel und rote Beine auszeichnet. Auf dem oberen Bild ist es der Kollege ganz links, hier noch mal etwas größer:



Aufgrund des tollen Wetters bin ich heute Abend einfach nochmal nach Oppenwehe gefahren. Leider waren alle Reiher und Kraniche (31 Stück in Wagenfeld, darunter wieder ein Jungtier) zu weit weg, aber dafür habe ich endlich einmal ein Schwarzkehlchen in passender Entfernung und optimalem Licht vor die Linse bekommen:



Ich finde es immer wieder witzig, wenn man sich solche Aufnahmen genauer anschaut und erkennt, dass ein Vogel potentielle Beute fixiert, die gerade vorbeifliegt:

2011-09-21

Querbeet

Die Geschichte der beringten Möwe war doch noch nicht zu Ende. Der Ring konnte ziemlich sicher als "XUAP" abgelesen werden, womit klar war, dass diese Steppenmöwe in Brandenburg zur Welt kam.

Zwei Wochen später fotografiere ich an der gleichen Stelle am Dümmer, und habe diese Bilder im Kasten:



Diese junge Silbermöwe (auf dem ersten Foto die zweite von links) ist mit der grünen Markierung "AZ38" versehen und wurde von Jörg Hadasch an der Weser im Bereich Stolzenau/Leese beringt. Und gestern habe ich dann vor dem Oppenweher Moor noch diesen Mäusebussard mit der Flügelmarke "TC" gefunden:



Damit aber genug Fahndungshilfe, eigentlich hatte ich mir zwei Wochen Urlaub genommen, um nochmal in Ruhe fotografieren zu können. Letzte Woche war ich bei den Rieselfeldern in Münster. Wie üblich ist die Liste der Tiere die ich verpasst habe mal wieder viel länger als die meiner eigenen Beobachtungen. Aber immerhin konnte ich wieder ein paar für mich neue Arten fotografieren:

Ein Nachtreiher:



Mehrere Dunkle Wasserläufer:



Ein Grünschenkel:



Und diese zwei Streifengänse wurden selbst von den Profis nicht notiert:



In dieser Woche habe ich mich wieder für ein paar Tage bei meinen Eltern einquartiert, und konnte damit mehrmals täglich Oppenweher Moor, Rehdener Geestmoor und Dümmer abklappern und dabei ein paar schöne Beobachtungen machen.

Die ersten Kraniche sammeln sich bereits. Gestern konnte ich drei im Oppenweher Fledder beobachten:



Heute Morgen war ich am Rehdener Moor, und pünktlich zum Sonnenaufgang (wenn denn keine Wolken davor gewesen wären), erhoben sich 14 Kraniche von ihrem Schlafplatz. Eine Familie mit einem Jungtier konnte ich wenige Minuten später auf einem Acker wiederfinden. Vermutlich wird der Nachwuchs hier in der Gegend zur Welt gekommen sein. Am Abend konnte ich dann neun Altvögel wieder zurück im Moor fotografieren - aus gebührendem Abstand:



Ebenfalls im Rehdener Moor hat eine Gruppe von Nilgänsen übernachtet, unter die sich eine Rostgans gemischt hat:



Diese Gruppe konnte ich schon einen Tag vorher am Oppenweher Moor fotografieren, als die Rostgans in einer Gruppe von 21 Nilgänsen auftauchte:



Eigentlich wollte ich an der Stelle Mäusebussarde fotografieren:



aber die waren dann doch noch zu weit weg. Die Graureiher waren zwar auch sehr vorsichtig, ließen sich aber nach einiger Zeit nicht mehr beim Frühstück stören:



An der gleichen Stelle war heute Abend eine Gruppe von neun Silberreihern (leider war es für Fotos schon zu dunkel). Mit zwei weiteren in der Gegend waren damit deutlich mehr Silberreiher in Oppenwehe als derzeit am Dümmer.

In den Feuchtwiesen am Dümmer ist im Augenblick nämlich nicht allzuviel los, soweit ich das beurteilen kann. Die Zahl der Graugänse nimmt zwar langsam zu, aber sonst ist es ziemlich ruhig. Daher habe ich mir mal ein paar andere Stellen am Dümmer angesehen, die ich bisher immer ausgelassen hatte. Ein Grund war auch eine Meldung über Sanderlinge in Lembruch auf duemmerbirding.de. Und tatsächlich, an genau der beschriebenen Stelle musste ich nur kurze Zeit warten, und schon tauchten drei Exemplare auf:



Heute war ich gleich nochmal da:



Jetzt hoffe ich nur, dass das Wetter für den Rest der Woche wieder etwas besser wird, damit noch ein paar schöne Bilder dazukommen.

Update: Anscheinend sind das da oben keine Sanderlinge, sondern Zwergstrandläufer. Soll mir auch Recht sein, hatte ich auch noch nicht...

2011-08-30

Die weißen Tauben sind Möwen

Eine der Aufnahmen vom letzten Dümmer-Besuch hat im Sturmmöwe-Blog für ein wenig Begeisterung gesorgt:



Der Ring der anfliegenden Möwe ließ sich nicht mehr wirklich ablesen. Es handelt sich aber nicht um eine Silbermöwe, wie ich vermutet hatte, sondern um eine Steppenmöwe. Die große Möwe links ist eine Heringsmöwe, die große Möwe rechts eine Mittelmeermöwe. Die etwas kleinere Möwe ist eine Lachmöwe. Damit ist das nicht nur eine schöne Sammlung für ein Foto, sondern es sind auch gleich zwei neue Arten dabei, die ich bisher noch nicht fotografiert habe - zumindest nicht bewusst.

Denn das ist das Problem: Ich dachte, ich hätte inzwischen etwas Übung bei der Bestimmung von Möwen bekommen, aber sobald so viele Arten auf einmal anzutreffen sind, mit einigen "Exoten" darunter, komme ich in's ins Schwimmen. Daher hier mal ein paar Bilder von diesem Wochenende, ohne Bestimmungversuche. Wer Spaß hat, kann mir gerne weiterhelfen und per Kommentar Vorschläge machen.

2011-08-21

Dümmer Ost

Der heutige Besuch am Dümmer fing ziemlich mau an, im Ochsenmoor habe ich so gut wie nichts beobachten können. Also bin ich heute mal die Ost-Seite des Dümmer entlang gegangen, was ich sonst sehr selten mache, weil das der touristisch erschlossene Bereich ist. Und hätte ich gewusst, dass letzte Nacht der Dümmerbrand war, und alles voller Bier-, Wurst- und Sonstwas-Buden stand, ich hätte einen riesigen Bogen um die Gegend gemacht. Aber manchmal ist Ignoranz auch eine Gnade, denn mir bot sich ein tolles Schauspiel: Direkt am Hüder Hafen jagte ein Fischadler:



Leider habe ich nicht beobachten können, dass er Erfolg dabei hatte. Den hatte hingegen diese junge Silbermöwe, die etwas weiter nördlich nach Beute tauchte:



Ja, sie hat einen Knochen erwischt. Von wem der wohl stammt? Ich spekuliere ja auf einen Hund, der einem der Touristen weggelaufen und im Dümmer ertrunken ist...

Diese Beute passt dann doch eher zu einem Wasservogel:



Insgesamt tummelten sich diverse Möwenarten in allen Alterstufen am Ufer. Diese junge Silbermöwe ist sogar beringt, allerdings reicht die Auflösung nicht aus, um den Ring sicher abzulesen:



Trotzdem habe ich es mal versucht...

Bei einer anschließenden Fahrt durch den Oppenweher Fledder konnte ich etliche Greifvögel beobachten (fünf Turmfalken, vermutlich einen Baumfalken, eine Rohrweihe). Und eine ganze Reihe Mäusebussarde. Dafür, dass das unser häufigster Greifvogel ist, habe ich ihn bisher sehr selten fotografieren können. Aber heute hat dann doch einer mal lange genug stillgehalten:

2011-07-20

Die kleine Freiheit

Nach der Woche an der Nordsee ging mein Urlaub zu Hause weiter. Am Dümmer und im Oppenweher Moor war zwar auch nicht sooo viel los, aber für ein paar Aufnahmen hat es dann doch gereicht.

Am Dümmer: Ein junger Kiebitz, ein junges Schwarzkehlchen, und die ersten Weißwangengänse haben auch schon wieder vorbeigeschaut:



Nach den vielen Flussseeschwalben an der Nordsee wollte ich doch mal schauen, ob ich nicht ihre Verwandten vor die Linse bekommen kann. Am Dümmer befindet sich eine große Kolonien von Trauerseeschwalben, die leider (für den Fotografen) bzw. zum Glück (für die Tiere) sehr weit von den öffentlichen Wegen entfernt ist. Aber jagende Tiere kann man zum Beispiel über der Seerosenfläche in der Südost-Ecke des Sees beobachten:



Im Oppenweher Moor bzw. Fledder konnte ich diese Vögel fotografieren: Ein Rohrweihen-Weibchen, ein Rebhuhn und einen Neuntöter:



Eine herrliche Erinnerung an meine Kindheit war dann dieser Storch, der in der Nähe der ehemaligen Gaststätte "Summann" in einer Wiese nach Nahrung suchte:



Er hat sogar kurz die restaurierte Nisthilfe ausprobierte, die direkt neben dem Haus steht:



Ach wäre das schön, wenn im nächsten Jahr auch hier ein Paar brüten würde...

Alle diese Aufnahmen habe ich mit dem großen Objektiv gemacht. Dieses Video der Firma lensrentals demonstriert sehr schön, wie unhandlich solche Linsen werden. "Mein" Objektiv wird bei ca. 3:10 Minuten vorgestellt:



Das Problem ist, dass mir die Möglichkeit abhanden gekommen ist, spontan Aufnahmen zu machen, vor allem von scheuen und flinken Tieren, wenn ich unterwegs bin. Ich hatte schon länger überlegt, mir ein etwas kleineres Objektiv für solche Fälle zuzulegen, war aber ziemlich unschlüssig, was ich nehmen sollte. Die Aufnahmen, die ich an der Nordsee mit dem 55-200mm-Objektiv gemacht hatte, brachten dann die Erleuchtung, da sie deutlich besser waren, als ich sie erwartet hätte.

Nikon hat ein relativ neues 55-300mm-Objektiv im Sortiment, das nur unwesentlich größer und schwerer ist - und vor allem erschwinglich (im Vergleich zum 200-400mm sowieso...). Also habe ich es mir kurzentschlossen bestellt. Und beim ersten Test gleich eine für mich neue Art am Obersee fotografieren können: Ein Bluthänflingpaar:



In den nächsten Tagen habe ich an der gleichen Stelle noch weitere Singvögel ablichten können. Einen erwachsenen Stieglitz und einen Jungvogel, eine Goldammer:



Und eine Schwarze Heidelibelle:



Die Bilder sind nicht von überragender Qualität, aber sie reichen vollkommen aus, um die Art sicher bestimmen zu können. Und bei besseren Bedingungen (größere Motive, günstigeres Licht) kommen absolut brauchbare Aufnahmen zustande: Eine junge Nilgans und eine Kanadagans:



Bei der letzten Aufnahme hatte ich beide Objektive dabei, und hier ist die fast gleiche Szene mit dem großen Objektiv aufgenommen:



Klar, man kommt etwas näher heran und ich musste das Bild nicht so stark beschneiden, aber auch die erste Aufnahme geht vollkommen in Ordnung.

Am letzten Sonntag hatte ich dann ein weiteres Motiv für Vergleichsaufnahmen. Bei der Fahrt durch das Oppenweher Bruch entdeckte ich durch Zufall zwei Kraniche. Leider ohne Nachwuchs, der Graureiher hatte sich nur so in's Bild geschummelt:



Ich habe später per Google Maps nachgemessen: Die Entfernung betrug etwa 380 Meter, da war nicht mehr Qualität rauszuholen. Ein 1:1-Ausschnitt sieht so aus:



Mit dem kleinen Objektiv kam das dabei heraus:



Ich konnte während der Aufnahme nicht genau erkennen, worauf sich der Autofokus eingestellt hatte. Das Stroh vor den Kranichen ist deutlich schärfer als die Tiere.

Mein Vater war am gleichen Tag auch unterwegs, und mit seiner Panasonic Lumix DMC-FZ50 hat er diese Aufnahme gemacht:



Auf den ersten Blick nicht schlecht, aber ich finde interessant, wie die Pixel ausfransen und den Eindruck eines Ölgemäldes verursachen, wenn man stark vergrößert.

Ich denke, ich habe im Augenblick eine für mich sinnvolle Kombination gefunden: Mit dem kleinen Objektiv unterwegs schnell reagieren können, und wenn man eine gute Stelle für längere Beobachtungen gefunden hat, auf das große Objektiv mit Stativ wechseln.